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Was bedeutet autark? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet autark

Über gewisse Wörter stolpert man einfach. Man stolpert über sie und fragt sich, was sie bedeuten, was man damit meinen könnte und wie man solch ein Wort nutzen kann. Auch das Wort „Autarkie“ begegnet einem immer wieder. Was heißt es, wenn etwas oder jemand „autark“ ist? Wie kann man es verwenden? Und wann?

Bedeutung

„Autark“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „selbst genügen“ und hier ist auch schon die Bedeutung enthalten. In der Autarkie geht es darum, wirtschaftlich komplett unabhängig zu sein. Nichts kommt von außen, sondern man kann sich selbst versorgen. Was man zum Leben braucht, erzeugt man selbst, stellt man selbst bereit und kann daher vollkommen für sich leben.

Mehr als nur Unabhängigkeit oder Selbstständigkeit

Autarkie bedeutet mehr als selbstständig oder unabhängig zu sein. Viele Staaten sind unabhängig, viele Haushalte und Menschen sind es ebenso. Und doch sind nicht alle autark, streben viele gar nicht diese Autarkie an. Vor allem auch, weil es sehr schwierig und entbehrungsreich ist, autark zu sein.

Nicht leicht

In einer Gesellschaft des Überflusses und der immer höheren wirtschaftlichen Ansprüche ist es immer schwieriger, wirklich autark zu leben. Meistens haben autarke Haushalte einen etwas niedrigeren Lebensstandard und streben einen höheren auch nicht an, weil man wirtschaftlich unabhängig sein möchte. Doch kann man nicht alles selbst herstellen, was die moderne Gesellschaft einen bereitstellen kann. Man kann nicht den Strom in der Masse produzieren, selbst Geräte herstellen, sich selbst alle Dienstleistungen bereitstellen. Das ist der Grund, warum viele Menschen es als unwirtschaftlich und nicht sonderlich lebenswert gesehen wird, autark zu leben.

Gilt auch für Staaten

Es gibt Staaten, die eine gewisse Autarkie herzustellen versuchen. So ist Nordkorea ein solches Beispiel und die Juche-Ideologie, auf die der Staat beruht, ist ein Versuch und eine Aufforderung, genau so zu leben. Und doch gelingt es Nordkorea nicht, auch wenn sie das nicht zu geben würden. Sie sind massiv von Getreidelieferungen aus China und andere Importe abhängig, weil sie es nicht selbst herstellen können, wie sie es brauchen. Auch gewisse Dienstleistungen stehen nicht zur Verfügung.

In einer globalisierten Welt ist es fast unmöglich, autark zu leben. Man braucht mehr, als man selbst produzieren kann und man will Produkte, die man herstellt, an andere liefern und andere einkaufen, die man selbst nicht herstellen kann oder will, weil die Bedingungen des eigenen Landes es nicht hergeben. Globalisierung ist der Gegenspieler der Autarkie, denn auch Autarkie bedeutet für ein Land Verzicht, ist gegen Wachstum und gegen steigenden Wohlstand, denn man muss sich auf die eigenen Fähigkeiten beschränken und nutzt nicht die Fähigkeiten anderer Völker, Nationen, Denker, Forscher. Man besinnt sich auf sich selbst und das mag auf den ersten Blick gut erscheinen, doch kostet es einen Preis und man muss bereit sein, diesen Preis zu zahlen. Und Länder ohne Rohstoffe, ohne gute Bodenbedingungen, ohne eine gut ausgebildete Bevölkerung müssen sich gewisse Dinge von anderen Ländern liefern lassen, um nicht komplett untergehen zu müssen.

Ein Ideal

Autarkie ist als Ideal sehr beliebt. Man romantisiert es fast schon, wie es wäre, auf einem Hof zu leben und selbst alles anzubauen, was man braucht. Alles selbst zu reparieren, aber auch dann wäre man in diesen Tagen nicht mehr autark. Man kann komplexe Maschinen nicht selbst reparieren oder selbst Ersatzteile herstellen. Früher hätte man ein Wagenrad gewiss noch selbst fertigen können, sofern man über das Talent verfügte, aber heute einen Motor eines Traktors oder etwas ähnliches reparieren? Einen Halbleiter eines Computers? Vollkommen utopisch und daher ausgeschlossen.

Es ist und bleibt also eine romantische Vorstellung und nur deshalb, weil viele nicht wissen, was es damit auf sich hat. Was es mit sich bringt, auf die Hilfe und Bereitschaft anderer verzichtet, etwas beizutragen, Austausch zu pflegen.

Isolation schadet

Der wirtschaftliche und kulturelle Austausch war schon immer gut für die Entwicklung des eigenen Lebens und des eigenen Landes. Gescheitert sind Nationen immer, wenn sie sich isolieren wollten, denn so stoppte die technische Entwicklung und man fiel zurück, ohne es wirklich zu merken. Bis es zu spät war und so musste man sich zwangsweise wieder öffnen und harte Reformen einführen und alles nachholen, was man an Entwicklung versäumt hat. So ist es mit der Autarkie, ein Ideal, aber selten praktikabel.

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