Kokett: Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Aktualisiert: Oktober 2026 · Fremdwort

Kurz erklärt

  • Kokett beschreibt ein Verhalten, mit dem jemand spielerisch und ein wenig eitel darauf aus ist, zu gefallen und andere zu reizen.
  • Typisch: ein koketter Blick, ein kokettes Lächeln. Auch Dinge können kokett wirken, etwa ein kesses Hütchen.
  • Das Wort stammt aus dem Französischen und hängt mit coq „Hahn“ zusammen.
Wortart Adjektiv (kokett, koketter, am kokettesten)
Aussprache [ko-KETT]
Herkunft französisch coquet „eitel, gefallsüchtig“, eigentlich „hahnenhaft“, zu coq „Hahn“
Synonyme neckisch, kess, verspielt, flirtend, gefallsüchtig
Gegenteil zurückhaltend, spröde, schüchtern, sachlich
Sprachebene gehoben bis neutral, leicht altmodisch

Bedeutung

  1. Auf Wirkung bedacht, flirtend: Eine kokette Person spielt mit ihrem Reiz. Sie lächelt, neigt den Kopf, wirft einen Blick zu, oft halb ernst, halb im Spaß. Kennzeichnend ist das Spielerische: Man möchte gefallen, legt sich aber nicht fest.
  2. Reizvoll, kess (bei Dingen): „Ein kokettes Hütchen“, „ein kokett geschnittenes Kleid“. Gemeint ist etwas, das verspielt und ein wenig keck wirkt.

Je nach Zusammenhang klingt das Wort freundlich-charmant oder leicht spöttisch. Wer jemanden „kokett“ nennt, unterstellt oft auch ein bisschen Eitelkeit.

Herkunft

Das Adjektiv wurde aus dem Französischen übernommen und ist im Deutschen seit etwa 1700 belegt. Französisch coquet ist eine Verkleinerungs- und Ableitungsform von coq „Hahn“. Das Bild dahinter: Wie ein Hahn, der vor den Hennen stolziert, will sich jemand in Szene setzen. Anfangs bezog sich das Wort im Französischen auch auf Männer; im Deutschen wurde es lange vor allem für Frauen gebraucht. Heute kann man es für alle Geschlechter verwenden.

Wortherkunft von „kokett“frz. coq„Hahn“frz. coquet„hahnenhaft, eitel“dt. kokettseit etwa 1700die KoketteriekokettierenBild dahinter: Wie einHahn, der sich vor denHennen in Szene setzt.
Infografik: Vom französischen „coq“ (Hahn) zum deutschen „kokett“ und seinen Ableitungen.

Kokettieren und Koketterie

Zur Wortfamilie gehören das Verb kokettieren und das Nomen Koketterie. Kokettieren hat drei Verwendungen:

  • mit jemandem kokettieren: flirten, schäkern.
  • mit etwas kokettieren: eine Eigenschaft auffällig herausstellen, oft um Widerspruch oder Komplimente zu bekommen („Sie kokettiert gern mit ihrem Alter“).
  • mit einem Gedanken kokettieren: spielerisch erwägen, ohne sich festzulegen („Er kokettiert mit einem Umzug nach Lissabon“).

Verwendung und Sprachebene

Kokett ist ein gepflegtes, etwas altmodisch wirkendes Wort. In Romanen, Kritiken und Feuilletons ist es häufig, im Alltag hört man eher „flirty“, „kess“ oder „verspielt“. In Beschreibungen von Personen kann es leicht klischeehaft wirken, vor allem wenn es nur auf Frauen angewendet wird.

Beispiele

  • Sie warf ihm über den Rand der Speisekarte einen koketten Blick zu.
  • Mit einem koketten Augenzwinkern nahm er das Kompliment an.
  • Die Sängerin spielte kokett mit ihrer Federboa.
  • Das kleine Café mit den rot-weißen Markisen wirkt beinahe kokett.
  • „Ach, ich bin doch schon viel zu alt dafür“, sagte sie kokett.
  • Der Politiker kokettiert seit Monaten mit einer Kandidatur.

Synonyme und Gegenteile

Wort Nuance
neckisch verspielt-herausfordernd, eher harmlos
kess frech und selbstbewusst, alltagssprachlicher
flirtend, flirty deutlicher auf Anbahnung von Nähe gerichtet
gefallsüchtig abwertend, betont die Eitelkeit
charmant positiv, ohne den Aspekt des Spiels mit dem Reiz
Gegenteil: zurückhaltend, spröde auf Distanz bedacht, nicht auf Wirkung aus
Nicht verwechseln: Kokotte ist ein ganz anderes Wort. Es bezeichnete früher abwertend eine Frau, die sich aushalten ließ, und ist heute auch ein Name für einen gusseisernen Schmortopf (Cocotte). Wer „kokett“ meint, sollte also nicht „Kokotte“ schreiben. Richtig ist außerdem die Schreibung kokett mit Doppel-t, nicht „kokket“ oder „kokete“.
Merkhilfe: kokett kommt vom Hahn (coq), der sich aufplustert, um zu gefallen.

Häufige Fragen

Ist kokett positiv oder negativ?
Beides ist möglich. Meist ist es freundlich-charmant gemeint, kann aber auch Eitelkeit oder Berechnung andeuten.
Kann man auch Männer kokett nennen?
Ja. Das Wort wurde lange vor allem auf Frauen angewendet, ist aber für alle Geschlechter korrekt.
Was heißt „mit etwas kokettieren“?
Eine Eigenschaft oder Möglichkeit spielerisch betonen oder erwägen, etwa mit dem eigenen Alter oder mit einem Jobwechsel.
Was ist der Unterschied zwischen kokett und flirten?
Flirten ist die Handlung, kokett die Art und Weise. Kokett betont das Spielerische und das Bewusstsein für die eigene Wirkung.

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