- Kokett beschreibt ein Verhalten, mit dem jemand spielerisch und ein wenig eitel darauf aus ist, zu gefallen und andere zu reizen.
- Typisch: ein koketter Blick, ein kokettes Lächeln. Auch Dinge können kokett wirken, etwa ein kesses Hütchen.
- Das Wort stammt aus dem Französischen und hängt mit coq „Hahn“ zusammen.
| Wortart | Adjektiv (kokett, koketter, am kokettesten) |
|---|---|
| Aussprache | [ko-KETT] |
| Herkunft | französisch coquet „eitel, gefallsüchtig“, eigentlich „hahnenhaft“, zu coq „Hahn“ |
| Synonyme | neckisch, kess, verspielt, flirtend, gefallsüchtig |
| Gegenteil | zurückhaltend, spröde, schüchtern, sachlich |
| Sprachebene | gehoben bis neutral, leicht altmodisch |
Bedeutung
- Auf Wirkung bedacht, flirtend: Eine kokette Person spielt mit ihrem Reiz. Sie lächelt, neigt den Kopf, wirft einen Blick zu, oft halb ernst, halb im Spaß. Kennzeichnend ist das Spielerische: Man möchte gefallen, legt sich aber nicht fest.
- Reizvoll, kess (bei Dingen): „Ein kokettes Hütchen“, „ein kokett geschnittenes Kleid“. Gemeint ist etwas, das verspielt und ein wenig keck wirkt.
Je nach Zusammenhang klingt das Wort freundlich-charmant oder leicht spöttisch. Wer jemanden „kokett“ nennt, unterstellt oft auch ein bisschen Eitelkeit.
Herkunft
Das Adjektiv wurde aus dem Französischen übernommen und ist im Deutschen seit etwa 1700 belegt. Französisch coquet ist eine Verkleinerungs- und Ableitungsform von coq „Hahn“. Das Bild dahinter: Wie ein Hahn, der vor den Hennen stolziert, will sich jemand in Szene setzen. Anfangs bezog sich das Wort im Französischen auch auf Männer; im Deutschen wurde es lange vor allem für Frauen gebraucht. Heute kann man es für alle Geschlechter verwenden.
Kokettieren und Koketterie
Zur Wortfamilie gehören das Verb kokettieren und das Nomen Koketterie. Kokettieren hat drei Verwendungen:
- mit jemandem kokettieren: flirten, schäkern.
- mit etwas kokettieren: eine Eigenschaft auffällig herausstellen, oft um Widerspruch oder Komplimente zu bekommen („Sie kokettiert gern mit ihrem Alter“).
- mit einem Gedanken kokettieren: spielerisch erwägen, ohne sich festzulegen („Er kokettiert mit einem Umzug nach Lissabon“).
Verwendung und Sprachebene
Kokett ist ein gepflegtes, etwas altmodisch wirkendes Wort. In Romanen, Kritiken und Feuilletons ist es häufig, im Alltag hört man eher „flirty“, „kess“ oder „verspielt“. In Beschreibungen von Personen kann es leicht klischeehaft wirken, vor allem wenn es nur auf Frauen angewendet wird.
- Sie warf ihm über den Rand der Speisekarte einen koketten Blick zu.
- Mit einem koketten Augenzwinkern nahm er das Kompliment an.
- Die Sängerin spielte kokett mit ihrer Federboa.
- Das kleine Café mit den rot-weißen Markisen wirkt beinahe kokett.
- „Ach, ich bin doch schon viel zu alt dafür“, sagte sie kokett.
- Der Politiker kokettiert seit Monaten mit einer Kandidatur.
Synonyme und Gegenteile
| Wort | Nuance |
|---|---|
| neckisch | verspielt-herausfordernd, eher harmlos |
| kess | frech und selbstbewusst, alltagssprachlicher |
| flirtend, flirty | deutlicher auf Anbahnung von Nähe gerichtet |
| gefallsüchtig | abwertend, betont die Eitelkeit |
| charmant | positiv, ohne den Aspekt des Spiels mit dem Reiz |
| Gegenteil: zurückhaltend, spröde | auf Distanz bedacht, nicht auf Wirkung aus |
Häufige Fragen
Ist kokett positiv oder negativ?
Kann man auch Männer kokett nennen?
Was heißt „mit etwas kokettieren“?
Was ist der Unterschied zwischen kokett und flirten?

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.







