Abgekartet: Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Aktualisiert: Oktober 2026 · Wortbedeutung

Kurz erklärt

  • Abgekartet bedeutet: heimlich und im Voraus abgesprochen, meist um andere zu täuschen oder zu benachteiligen.
  • Typisch sind die Wendungen „ein abgekartetes Spiel“ und „eine abgekartete Sache“.
  • Das Wort kommt aus dem Kartenspiel: Wer „abkartet“, spricht die Karten vorher heimlich ab.
Wortart Partizip II von abkarten, meist als Adjektiv gebraucht
Aussprache [AB-ge-kar-tet]
Herkunft vom Kartenspiel: Karten heimlich absprechen oder verteilen
Synonyme abgesprochen, ausgekungelt, manipuliert, getürkt, eingefädelt
Gegenteil fair, offen, ehrlich, ergebnisoffen
Sprachebene umgangssprachlich, abwertend

Bedeutung

Wenn etwas abgekartet ist, wurde es vorher heimlich vereinbart. Die Beteiligten wissen schon, wie die Sache ausgeht, während andere glauben, es gehe offen und fair zu. Das Wort ist deshalb immer negativ gefärbt: Es unterstellt Täuschung, Mauschelei oder Betrug. Ein abgekartetes Spiel ist ein Vorgang, dessen Ergebnis von Anfang an feststand, etwa ein angeblich offenes Auswahlverfahren, bei dem der Gewinner längst bestimmt war.

Zugrunde liegt das Verb abkarten, das Duden als umgangssprachlich mit der Bedeutung „heimlich verabreden, im Voraus absprechen“ führt. Das Verb selbst ist eher selten; geläufig ist fast nur das Partizip abgekartet, vor allem attributiv vor einem Substantiv.

Herkunft

Das Wort stammt aus der Welt der Kartenspiele. Abkarten bedeutete ursprünglich, die Karten vor oder während des Spiels heimlich abzusprechen, zu mischen oder zu verteilen, sodass ein bestimmter Spieler gewinnt. Wer gegen „abgekartete“ Karten spielt, hat keine Chance, auch wenn alles nach einem normalen Spiel aussieht. Von dort wurde das Wort auf jede Art heimlicher Absprache übertragen.

Das Wort Karte selbst geht über französisch carte auf lateinisch charta „Papier, Blatt“ zurück. Die oft zu lesende Behauptung, abgekartet komme direkt aus dem Lateinischen und bedeute „Vertrag“, trifft so nicht zu: Die Bedeutung „heimlich abgesprochen“ ist im Kartenspiel entstanden, nicht in der Urkundensprache.

Vom Spielkartentisch zur heimlichen Absprachechartalat. „Blatt“Karteüber franz. carteabkartenKarten absprechenabgekartetheimlich vereinbartWörtlich:Die Karten sind vorher so verteilt, dass einer sicher gewinnt.Übertragen:Das Ergebnis stand schon fest, die anderen wussten es nicht.Die Bedeutung entsteht im Kartenspiel, nicht in der Vertragssprache.
Infografik: Von lateinisch charta über das Kartenspiel zum heutigen Wort abgekartet.

Verwendung und Sprachebene

Abgekartet ist umgangssprachlich und deutlich abwertend. Man verwendet es, wenn man einen Verdacht äußert oder Kritik übt: an Wahlen, Ausschreibungen, Sportergebnissen, Gerichtsverfahren oder auch an privaten Situationen. In Zeitungen steht es häufig in Zitaten von Betroffenen. Weil es einen Vorwurf enthält, sollte man es in sachlichen oder beruflichen Texten nur verwenden, wenn man die Absprache auch belegen kann.

Abgekartet beschreibt eine Sache oder einen Vorgang, keine Person. „Er ist abgekartet“ ist daher falsch; richtig wäre „Er hat das abgekartet“ oder besser „Er steckt hinter dem abgekarteten Spiel“.

Verwandte Wendungen aus dem Kartenspiel

Das Kartenspiel hat dem Deutschen mehrere ähnliche Bilder geschenkt. Wer „mit gezinkten Karten spielt“, betrügt mit markierten Karten, also mit unfairen Mitteln. Wer „sich nicht in die Karten schauen lässt“, hält seine Absichten geheim. Das Gegenteil eines abgekarteten Spiels ist es, „die Karten offen auf den Tisch zu legen“: Man sagt ehrlich, was man vorhat und welche Interessen man verfolgt.

Beispielsätze

Beispiele

  • Für die Fans war das Unentschieden ein abgekartetes Spiel.
  • Die Ausschreibung war eine abgekartete Sache, der Auftrag ging wie erwartet an den Schwager des Bürgermeisters.
  • „Das war doch alles abgekartet!“, rief der unterlegene Kandidat.
  • Ich hatte das Gefühl, dass die beiden das Gespräch vorher abgekartet hatten.
  • Die Ermittler prüfen, ob der Verkauf abgekartet war.
  • Nach außen wirkte die Abstimmung offen, in Wahrheit war sie längst abgekartet.

Synonyme und Gegenteile

Ausdruck Nuance
abgesprochen neutral, ohne zwingenden Betrugsvorwurf
ausgekungelt Hinterzimmer-Absprache, oft in Politik und Vereinen
manipuliert bewusst beeinflusst, auch technisch oder durch Fälschung
getürkt umgangssprachlich: vorgetäuscht, gefälscht
Schiebung Substantiv für eine unfaire, abgesprochene Entscheidung
Gegenteil: fair, ergebnisoffen das Ergebnis steht vorher nicht fest
Typische Fehler: Falsch sind die Schreibungen „abgekartert“ und „abgekatert“. Mit dem Kater nach einer Feier hat das Wort nichts zu tun, es kommt von Karte.
Merksatz: Abgekartet = die Karten waren schon vor dem Spiel verteilt.

Wer eine Gegenleistung heimlich vereinbart, betreibt ein Quid pro quo. Wer offen auftritt, aber anders handelt, zeigt Heuchelei. Wer bei einem abgekarteten Spiel nicht eingeweiht ist, landet oft unter „ferner liefen“.

Häufige Fragen

Was ist ein abgekartetes Spiel?
Ein Vorgang, dessen Ergebnis die Beteiligten vorher heimlich festgelegt haben, während er nach außen offen und fair wirkt.
Woher kommt das Wort abgekartet?
Aus dem Kartenspiel. Abkarten hieß, die Karten heimlich abzusprechen oder so zu verteilen, dass ein bestimmter Spieler gewinnt.
Schreibt man abgekartet oder abgekartert?
Richtig ist nur abgekartet, ohne zusätzliches r.
Ist abgekartet ein Schimpfwort?
Nein, aber ein Vorwurf. Wer es sagt, unterstellt anderen eine unfaire, heimliche Absprache.

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