- Abgekartet bedeutet: heimlich und im Voraus abgesprochen, meist um andere zu täuschen oder zu benachteiligen.
- Typisch sind die Wendungen „ein abgekartetes Spiel“ und „eine abgekartete Sache“.
- Das Wort kommt aus dem Kartenspiel: Wer „abkartet“, spricht die Karten vorher heimlich ab.
| Wortart | Partizip II von abkarten, meist als Adjektiv gebraucht |
|---|---|
| Aussprache | [AB-ge-kar-tet] |
| Herkunft | vom Kartenspiel: Karten heimlich absprechen oder verteilen |
| Synonyme | abgesprochen, ausgekungelt, manipuliert, getürkt, eingefädelt |
| Gegenteil | fair, offen, ehrlich, ergebnisoffen |
| Sprachebene | umgangssprachlich, abwertend |
Bedeutung
Wenn etwas abgekartet ist, wurde es vorher heimlich vereinbart. Die Beteiligten wissen schon, wie die Sache ausgeht, während andere glauben, es gehe offen und fair zu. Das Wort ist deshalb immer negativ gefärbt: Es unterstellt Täuschung, Mauschelei oder Betrug. Ein abgekartetes Spiel ist ein Vorgang, dessen Ergebnis von Anfang an feststand, etwa ein angeblich offenes Auswahlverfahren, bei dem der Gewinner längst bestimmt war.
Zugrunde liegt das Verb abkarten, das Duden als umgangssprachlich mit der Bedeutung „heimlich verabreden, im Voraus absprechen“ führt. Das Verb selbst ist eher selten; geläufig ist fast nur das Partizip abgekartet, vor allem attributiv vor einem Substantiv.
Herkunft
Das Wort stammt aus der Welt der Kartenspiele. Abkarten bedeutete ursprünglich, die Karten vor oder während des Spiels heimlich abzusprechen, zu mischen oder zu verteilen, sodass ein bestimmter Spieler gewinnt. Wer gegen „abgekartete“ Karten spielt, hat keine Chance, auch wenn alles nach einem normalen Spiel aussieht. Von dort wurde das Wort auf jede Art heimlicher Absprache übertragen.
Das Wort Karte selbst geht über französisch carte auf lateinisch charta „Papier, Blatt“ zurück. Die oft zu lesende Behauptung, abgekartet komme direkt aus dem Lateinischen und bedeute „Vertrag“, trifft so nicht zu: Die Bedeutung „heimlich abgesprochen“ ist im Kartenspiel entstanden, nicht in der Urkundensprache.
Verwendung und Sprachebene
Abgekartet ist umgangssprachlich und deutlich abwertend. Man verwendet es, wenn man einen Verdacht äußert oder Kritik übt: an Wahlen, Ausschreibungen, Sportergebnissen, Gerichtsverfahren oder auch an privaten Situationen. In Zeitungen steht es häufig in Zitaten von Betroffenen. Weil es einen Vorwurf enthält, sollte man es in sachlichen oder beruflichen Texten nur verwenden, wenn man die Absprache auch belegen kann.
Abgekartet beschreibt eine Sache oder einen Vorgang, keine Person. „Er ist abgekartet“ ist daher falsch; richtig wäre „Er hat das abgekartet“ oder besser „Er steckt hinter dem abgekarteten Spiel“.
Verwandte Wendungen aus dem Kartenspiel
Das Kartenspiel hat dem Deutschen mehrere ähnliche Bilder geschenkt. Wer „mit gezinkten Karten spielt“, betrügt mit markierten Karten, also mit unfairen Mitteln. Wer „sich nicht in die Karten schauen lässt“, hält seine Absichten geheim. Das Gegenteil eines abgekarteten Spiels ist es, „die Karten offen auf den Tisch zu legen“: Man sagt ehrlich, was man vorhat und welche Interessen man verfolgt.
Beispielsätze
- Für die Fans war das Unentschieden ein abgekartetes Spiel.
- Die Ausschreibung war eine abgekartete Sache, der Auftrag ging wie erwartet an den Schwager des Bürgermeisters.
- „Das war doch alles abgekartet!“, rief der unterlegene Kandidat.
- Ich hatte das Gefühl, dass die beiden das Gespräch vorher abgekartet hatten.
- Die Ermittler prüfen, ob der Verkauf abgekartet war.
- Nach außen wirkte die Abstimmung offen, in Wahrheit war sie längst abgekartet.
Synonyme und Gegenteile
| Ausdruck | Nuance |
|---|---|
| abgesprochen | neutral, ohne zwingenden Betrugsvorwurf |
| ausgekungelt | Hinterzimmer-Absprache, oft in Politik und Vereinen |
| manipuliert | bewusst beeinflusst, auch technisch oder durch Fälschung |
| getürkt | umgangssprachlich: vorgetäuscht, gefälscht |
| Schiebung | Substantiv für eine unfaire, abgesprochene Entscheidung |
| Gegenteil: fair, ergebnisoffen | das Ergebnis steht vorher nicht fest |
Wer eine Gegenleistung heimlich vereinbart, betreibt ein Quid pro quo. Wer offen auftritt, aber anders handelt, zeigt Heuchelei. Wer bei einem abgekarteten Spiel nicht eingeweiht ist, landet oft unter „ferner liefen“.
Häufige Fragen
Was ist ein abgekartetes Spiel?
Woher kommt das Wort abgekartet?
Schreibt man abgekartet oder abgekartert?
Ist abgekartet ein Schimpfwort?

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.







