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Was bedeutet moderat? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet moderat

Bedeutung und Synonyme

Das Wort „moderat“ bedeutet gemäßigt. Es steht für eine Position zwischen zwei Extremen und kann daher synonym mit mäßig, angemessen, ausgeglichen oder zurückhaltend verwendet werden.

In der Philosophie hat der Begriff eine lange Tradition, die bis auf den antiken griechischen Denker Aristoteles zurückgeht, der den goldenen Mittelweg als Position zwischen den Extremen betonte.

Beispiele aus dem Alltag

Je nach Ausprägung unserer Persönlichkeit reagieren wir unterschiedlich bei einem Streit. Während manche schnell komplett nachgeben, reagieren andere wiederum sehr aggressiv mit Anschreien und grundlosen Gegenbeschuldigungen. Zwischen diesen zwei Extremen können wir auch moderat reagieren. Das bedeutet, nicht sofort nachzugeben, sondern der eigenen Position mit Nachdruck eine Stimme zu geben, ohne dabei sein Gegenüber anzuschreien oder zu beleidigen. Auf dieser Basis ist ein Kompromiss für beide Seiten am leichtesten zu finden.

Eine moderate Lösung kann auch in Konflikten des täglichen Zusammenlebens gefunden werden. Wenn sich Eltern über die zu laute Musik des Kindes beschweren, muss es nicht sofort auf Musik verzichten. Die Eltern müssen aber auch keine Disco im eigenen Haus hinnehmen. Der moderate Weg heißt: den Lautstärkeregler ein paar Einheiten runterdrehen.

Beispiele aus der Wirtschaft

Am häufigsten wird bei Preissteigerungen von „moderat“ gesprochen. Eine Inflationsrate von 2% wird als moderat angesehen und ist im Normalfall für Verbraucher kein Problem, wenn sie ebenso moderate Gehaltserhöhungen von 3-4% erhalten.

Im Gegenteil dazu gibt es seit ein paar Wochen sehr schnelle und hohe Preisanstiege zwischen 10% bis zu 50% für Lebensmittel, Gas und Öl. Das ist alles andere als moderat. Auch die Preissteigerungen bei Stromanbietern waren in den letzten Jahren schon als hoch und nicht mehr moderat zu charakterisieren.

Beispiele aus der Politik

Vor allem bei der Analyse von politischen Grundsatzfragen kann man die radikalen Ansätze den gemäßigten, also moderaten, gegenüberstellen. Für fünf der sechs im Bundestag vertretenen Parteien ist z.B. die EU-Mitgliedschaft Deutschlands ein fester Konsens. Eine Ausnahme spielt hier die AfD mit ihrer Forderung nach einem Austritt aus der EU und dem Euro durch Rückkehr zur D-Mark. Das ist eine radikale und keine gemäßigte Position mehr. Auf der anderen Seite bedeutet moderat zu sein nicht automatisch, alles ohne Hinterfragen oder Kritik hinzunehmen. Man kann aus guten Gründen mehr Demokratie und weniger Bürokratie in der EU fordern. Das wäre dann eher eine Reform statt Revolution und somit eine typisch moderate Position.

Auch bei Verhandlungen kommt es auf moderate Haltungen an. Aus taktischen Gründen können zwar beide Seiten zunächst versuchen, mit Maximalforderungen in die ersten Gespräche zu gehen, um letztendlich aus einer stärkeren Position Kompromisse anbieten zu können. Auf eben diese Kompromisse kommt es aber an, und wer am Ende keine moderate, also gemäßigte und kompromissbereite Haltung einnimmt, wird mit seiner Extremforderung die Gegenseite eher brüskieren statt zu einer einvernehmlichen Lösung bewegen.

Eine moderate Haltung ist eine gute Haltung

Das Wort „moderat“ kann sehr positiv bewertet werden. Eine moderate Inflationsrate von 2% ist besser als eine hohe Teuerungsrate.
Generell steht „moderat“ für eine Haltung, die einen Dialog auf Augenhöhe sucht und damit einen Kompromiss ermöglicht, und das ist beim Streit in der Beziehung ebenso wichtig wie bei Verhandlungen auf großer politischer Bühne.

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