Benediktum Benedaktum: Bedeutung des Trinkspruchs

Aktualisiert: Oktober 2026 · Redensart

Kurz erklärt

  • Benediktum Benedaktum ist ein scherzhafter Trinkspruch beim Anstoßen, vergleichbar mit „Prost“ oder „Zum Wohl“.
  • Das erste Wort klingt nach echtem Latein: benedictum heißt „gesegnet, gepriesen“. Benedaktum ist dagegen eine erfundene Reimform, also Küchenlatein.
  • Sinngemäß wünscht man sich: „Gesegnet sei’s!“ oder einfach „Wohl bekomm’s!“. Ernst gemeint ist das selten, der Spruch soll vor allem gelehrt und lustig klingen.
Bedeutung scherzhafter Trinkspruch, etwa „Gesegnet sei’s, zum Wohl!“
Aussprache [be-ne-DIK-tum be-ne-DAK-tum]
Herkunft Anlehnung an lateinisch benedictum „gesegnet“, ergänzt um eine Reimform; genaue Herkunft nicht belegt
Verwendung locker, unter Freunden, in Kneipe, Verein oder bei Feiern
Ähnliche Sprüche Prost (von lateinisch prosit „es möge nützen“), Zum Wohl, Wohl bekomm’s

Was bedeutet Benediktum Benedaktum?

Wer beim Anstoßen „Benediktum Benedaktum“ ruft, will die Runde aufheitern. Der Spruch hat keine feste wörtliche Bedeutung, er funktioniert über den Klang: Das erste Wort erinnert an kirchliches Latein, das zweite verdreht es zu einem Reim. So entsteht ein feierlich klingender Unsinn, ähnlich wie bei Zauberformeln oder Kinderreimen.

Sinngemäß lässt sich der Spruch als „Gesegnet sei’s!“ deuten, also als Wunsch, dass das Getränk gut bekommt und der Abend gelingt. Das alte Missverständnis, der Spruch bedeute „Lob und Ruhm“, ist nur halb richtig: Das lateinische Verb benedicere kann zwar „loben, preisen“ heißen, im kirchlichen Latein aber vor allem „segnen“.

Herkunft

Eine schriftliche Quelle, wann und wo der Trinkspruch entstanden ist, ist nicht bekannt. Sicher ist nur die sprachliche Grundlage:

  • bene = gut, dicere = sagen. Zusammen ergibt das benedicere, wörtlich „Gutes sagen“, daraus „loben“ und im Christentum „segnen“.
  • benedictum ist das Partizip: „das Gesegnete“. Davon kommen auch der Name Benedikt und das alte deutsche Wort gebenedeit („gesegnet“, etwa im Ave Maria).
  • Benedaktum gibt es im Lateinischen nicht. Die Form entsteht durch einen Vokalwechsel von i zu a, wie bei Schnickschnack, Mischmasch oder Papperlapapp.

Vermutet wird, dass der Spruch aus der Tradition lateinischer Tischsegen stammt. In Klöstern und alten Universitäten wird vor dem Essen Benedictus benedicat („Der Gesegnete möge segnen“) gesprochen. Solche Formeln wurden in Kneipen- und Studentenkreisen gern spielerisch nachgeahmt. Ob „Benediktum Benedaktum“ wirklich so entstanden ist, lässt sich aber nicht belegen.

Echtes Latein und Reimspielbenegut+diceresagenbenedicereloben, segnenbenedictumgesegnetBenediktumechtes Wort, eingedeutschtBenedaktumReim: i wird zu a+
Infografik: Aus welchen Teilen der Trinkspruch besteht und was davon echtes Latein ist

Verwendung

Der Spruch passt in eine gesellige Runde: im Verein, auf einer Geburtstagsfeier, beim Stammtisch oder in der Studentenkneipe. Er wird meist laut und etwas feierlich gesprochen, oft hebt jemand dabei das Glas besonders hoch. Bei förmlichen Anlässen, etwa einem Empfang im Beruf, wirkt er eher fehl am Platz. Wer gläubig ist, kann das Spiel mit einer Segensformel unpassend finden, daher lieber dort verwenden, wo alle den Scherz verstehen.

Beispiele

  • Alle Gläser hoch: Benediktum Benedaktum!
  • Onkel Karl ruft bei jeder Familienfeier „Benediktum Benedaktum“ und alle stoßen lachend an.
  • „Was heißt das eigentlich?“ – „Gar nichts Genaues, das ist Küchenlatein für Prost.“
  • Nach dem Pokalsieg stimmte der Kapitän ein lautes Benediktum Benedaktum an.
  • Zum Wohl, auf das Geburtstagskind, Benediktum Benedaktum!

Ähnliche Trinksprüche

Spruch Nuance
Prost / Prosit echtes Latein: „Es möge nützen“, der Standard beim Anstoßen
Zum Wohl neutral und höflich, passt auch bei Wein und förmlichen Anlässen
Wohl bekomm’s freundlicher Wunsch, auch beim Essen
Hoch die Tassen umgangssprachlich und ausgelassen
Typische Fehler: Lateinisch korrekt wäre nur benedictum mit c. Die Schreibweisen „Benediktum“ und „Benedaktum“ sind eingedeutscht und als Spaßformel üblich. Falsch ist die Erklärung, „Benedaktum“ sei ein lateinisches Wort für „Ruhm“.

Wer mehr lateinische Wendungen sucht, die wirklich etwas bedeuten, findet sie zum Beispiel bei Carpe diem.

Häufige Fragen

Ist Benediktum Benedaktum echtes Latein?
Nur zur Hälfte. Benedictum ist ein echtes lateinisches Wort („gesegnet“), Benedaktum eine erfundene Reimform.
Was antwortet man auf Benediktum Benedaktum?
Eine feste Antwort gibt es nicht. Man stößt an, wiederholt den Spruch oder sagt „Prost“ und „Zum Wohl“.
Hat der Spruch etwas mit Papst Benedikt zu tun?
Nur über die gemeinsame Wurzel: Der Name Benedikt bedeutet „der Gesegnete“ und kommt ebenfalls von benedicere.
Woher kommt das Wort Prost?
Von lateinisch prosit „es möge nützen“ beziehungsweise „wohl bekomm’s“. Es stammt aus der Studentensprache der frühen Neuzeit.

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