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Warum sagen wir „Schulz“ wenn jemand rülpst? – Aufklärung

Warum sagen wir "Schulz" wenn jemand rülpst

Sie kennen die Situation: Es wird feucht-fröhlich, das Bier fließt, und plötzlich – ein Geräusch mit anschließendem unangenehmen Geruch; ein Rülpser liegt in der Luft. Manche finden das verstörend, besonders bei steigendem Alkoholpegel andere lustig, und irgendeine Person ruft laut „Schulz“. Doch warum eigentlich? Wenn Sie das interessiert, einfach weiter lesen.

Vermutliche Entstehungsgeschichte

Drei Herren sollen laut Überlieferung im Jahre 1978 in einer nicht näher genannten Kneipe irgendwo in der BRD zusammen gesessen sein. Als einer der Männer, der eben laut dieses Mythos Schulz hieß, laut rülpste, riefen seine beiden Trinkkumpanen angewidert „Schulz!“ Ein paar junge Männer in ihrer Adoleszenz am Nebentisch kopierten den Ausruf daraufhin und es wurde ein Ritual. Laut einigen anderen Quellen sollen die 3 Herren Andreas Fischer, Michael Bender (auch Binder oder Bänder überliefert) und Thomas Schulz mit komplettem Namen geheißen haben. Das zu verifizieren ist jedoch äußerst schwierig bis unmöglich. Zu dünn ist die Quellendichte. Es finden sich noch Quellen, die den Ausdruck „Schulz!“ auf ein uraltes, heidnisches Ritual zurückführen. Allerdings sind diese wenig vertrauenswürdig.

Verbreitung in der Pop-Kultur

Was allerdings gut überliefert ist: Der Ausdruck findet in vielen Pop-kulturellen Werken Verwendung. Zu nennen sind hier allen voran die Werner-Comics von Brösel alias Rötger Feldmann. Auch in „Feuer, Eis und Dosenbier“ waren Axel Stein und Rick Kavanian zu sehen, wie sie einen deftigen Rülpser mit „Schulz!“ quittierten und honorierten.

Weitere Verbreitung

Auch viele weitere Verwendungen in privaten Trinkkreisen und Kneipen etablierten den Ausruf schließlich in der Umgangssprache. „Schulz!“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass Sprache lebt und sich weiter entwickelt. Alternativ zum Ausruf kann man auch einfach den Daumen und den kleinen Finger einer Hand abspreizen und sich den abgespreizten kleinen Finger an die Stirn halten. In dem Trinkritual, das sich über die Jahre und Jahrzehnte bildete, kriegt die Mitspielerin oder der Mitspieler, der vergisst, auszurufen oder das Symbol mit der Hand zu formen, mit einem leichten Schlag auf die Stirn bestraft. Dieser leichte Schlag wird mit der Innenfläche der flachen Hand ausgeführt. Es gibt noch weitere Variationen dieses Rituals. Alle sind die Reaktion auf den Rülpser einer beliebigen Person. Besonders in Brösels Werner-Comics werden der Ausruf und die dazugehörige Geste häufig benutzt. Zumeist geschieht dies bei ausschweifenden Trinkgelagen von Werner und seinen Freunden. Insgesamt lässt sich nur wenig mehr zu dem Ausruf „Schulz!“ sagen.

Fazit

Der Ausruf „Schulz!“ ist ein moderner Mythos. Für Leute, die gerne mal dem einen oder anderen feucht-fröhlichen Saufgelage frönen, ist es vielleicht sogar etwas mehr. Für sie ist es vielleicht schon eine Legende. Ob Der Ausruf wirklich auf Thomas Schulz und seine zwei Trinkkumpanen aus dem Jahre 1978 zurückgeht, lässt sich jedoch weder verifizieren noch widerlegen. Es ist, wie es eben bei modernen Mythen so häufig ist: Nichts Genaues weiß man nicht. Was sich jedoch glasklar sagen lässt, ist, dass „Schulz!“ eine weite Verbreitung in einigen Gebieten der BRD hat. Vor allem im Westen Deutschlands hört man den Ausspruch seit Jahrzehnten in vielen Kneipen. Auch in Baden-Württemberg hört man das häufiger, in anderen Gebieten wird es schon deutlich weniger.

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