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Wer saufen kann, kann auch arbeiten – Bedeutung des Spruchs

Wer saufen kann, kann auch arbeiten

Manche Sprüche erklären die Welt. Meist etwas verkürzt, aber sie sind eingängig, irgendwie kann man zustimmen und man kann sie raushauen, wenn einem gewisse Umstände des Lebens oder Menschen begegnen. Es hat also schon Sinn, solche Sprüche zu kennen und ihre Bedeutung zu kennen.

Der Spruch

Jeder kennt ihn wohl. Oder hat ihn schon mal jemanden sagen hören oder gar selbst gesagt oder gesagt bekommen: „Wer saufen kann, kann auch arbeiten!“. Was ist mit diesem Spruch gemeint und wie kann man ihn interpretieren und kann man vielleicht auch etwas entgegensetzen, um sich nicht ganz so unangenehm berührt zu fühlen, wenn man diesen Satz an den Kopf geknallt bekommt?

Was er bedeutet

Der Spruch sagt letztlich aus, dass man für das Saufen Widerstandsfähigkeit und Ausdauer braucht, wie für die Arbeit auch. Und wenn man das eine kann, dann kann man doch das andere auch tun. Das klingt erst mal logisch. Und es ist auch als ein Vorwurf gemeint, dass man seine Zeit verschwende und doch lieber etwas Produktives machen sollte. Die Kraft fließt ins Saufen, ins blinde Vergnügen sozusagen, nicht in die Arbeit für ein Projekt, für die Gesellschaft, für einen Mehrwert.

Leistungsgesellschaft

Der Kern des Spruchs entsteigt einer gewissen Leistungsgesellschaft. Jede Kraft, die man hat, sollte für die Arbeit aufgewendet werden. Wer Spaß hat, braucht quasi eine Entschuldigung und muss sich rechtfertigen, wie vor den Menschen, die einem solche Sprüche reindrücken und meinen, damit auch noch rechtbehalten zu können. Leistung, Leistung, Leistung. Pause machen und Spaß haben darf man erst dann, wenn man jeden Knochen im Körper gebrochen hat und auf der Intensivstation liegt. Aber bitte auch das nicht zu lange!

Außerdem kann diese Version mit dem „Saufen“ darauf anspielen, dass es sich um Trinker handelt, die in ihrem Leben nichts auf die Reihe bekommen haben und dass man sie deshalb auch zu etwas zwingen kann. Dass man vielleicht das eine oder andere psychische Problem haben könnte, beachtet der Spruch und der Äußernde nicht. Hier wäre eher Hilfe gefragt, kein dummer Spruch.

Alternativen des Spruchs

Es gibt auch Alternativen für diesen Spruch. Das „Saufen“ ist auch mit „Feiern“ oder „Party machen“ vertauscht. Das hängt ganz vom Spruch ab. Doch die oben erwähnte Aussage ist immer dieselbe: Wenn du das kannst, warum arbeitest du dann nicht?

Fehler des Spruches

Irgendwie scheint dieser Spruch davon auszugehen, dass man permanent arbeiten muss. Immer beschäftigt, immer hochkonzentriert. Als wäre es verwerflich, dass man Spaß hat. Und wer weiß? Vielleicht hat man gerade einen 12-Stunden-Tag im Büro hinter sich? Oder einen höllischen Monat voller Projekte und anspruchsvoller Kunden? Niemand außer man selbst kann das so genau wissen und jeder baut seinen Stress auf seine eigene Art ab.

Was man dem Spruch entgegensetzen kann

Natürlich gibt es Mittel und Wege diesem Spruch etwas entgegenzusetzen. Es ist ganz einfach. Man kann sagen, dass derjenige sich nicht einmischen solle. Oder einfach einen Gegenspruch zurückwerfen: „Wer hart arbeitet, darf auch saufen!“ und noch ein knackiges „wirst du nicht kennen“ hinterher. Damit ist der andere total perplex und weiß gar nicht mehr was er darauf antworten soll, den ein einfaches Weltbild wurde erschüttert. Natürlich kann man Spaß haben. Natürlich kann man auch mal was trinken. Natürlich darf man auch mal nicht an die Arbeit denken oder daran, ständig produktiv zu sein. Das ist ohnehin eine utopische Vorstellung.

Vorsicht vor Sprüchen

Sprüche sind nett. Sie haben meistens einen gewissen Pfeffer und kommen dann auch so an. Doch sollte man achtsam sein, wann man wem welchen Spruch mit welcher Ernsthaftigkeit verpasst. Denn es gibt Sprüche, die einem schädlichen und kontraproduktivem Weltbild entstammen. Einer ständigen Leistungsbereitschaft und dass Spaß nur was für Leute ist, die sonst nichts können.

Manchmal ist Hilfe vielleicht auch angebrachter, wenn wirklich Alkoholsucht vorliegt oder sonst etwas. Das letzte, was solche Menschen dann noch brauchen, ist ein neunmalkluger Spruch, der auf den ersten Blick etwas Wahres haben mag, aber bei näherer Betrachtung viel zu sellbstgewiss und sogar arrogant daherkommt. Er missachtet viel zu sehr andere Lebenslagen, andere Zustände, andere Verhaltensweise nun Bedürfnisse und alle sollen so sein, wie man es sich selbst von sich vorstellt und versucht, zu erfüllen. Für einen selbst ist das gut, aber es muss nicht für alle gelten.

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