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Nach der Erschwernis kommt die Erleichterung – Bedeutung & Herkunft des Spruchs

Nach der Erschwernis kommt die Erleichterung

Schöne Sprüche findet man im Internet zuhauf. Woher kommen sie? Man kann es nicht immer klären. Man weiß nur, dass sie schön sind und deshalb massenweise verbreitet und geteilt und gelikt werden. So ist es wohl auch mit dem Spruch „Nach der Erschwernis kommt die Erleichterung!“. Er wird gerne hergenommen, weil er optimistisch klingt. Doch woher kommt dieser Spruch? Das kann man beantworten, denn es gibt eine berühmte Quelle.

Die Herkunft des Spruchs

Der Spruch ist zu finden im berühmten religiösen Hauptbuch des Islam, dem Koran. Er ist relativ weit hinten zu finden in Sure 94, Vers 6. Damit ist die Quelle eines der bekanntesten Bücher der Weltgeschichte und eines, was wohl doch auch in diesem Land verbreitet sein mag. Die Quelle und Herkunft ist also ziemlich gesichert.

Manchmal – je nach Ausgabe – wird „Erschwernis“ auch durch „Drangsal“ beschrieben. Wie immer in alten und übersetzten Texten kann die Wortwahl sich unterscheiden, doch der Inhalt und die Herkunft ist immer dieselbe.

Was es mit dem Spruch auf sich hat

In dieser Sure ziemlich am Ende des Korans geht es darum, Mühen auf sich zu nehmen für Gott. Man muss sich mühen, man soll schaffen und seine ganze Kraft in den Dienst des Herren stellen und wenn man das getan hat, dann kommt die Erleichterung auch von selbst. Der arbeitet, wird sich also auch wieder ausruhen können. Und wer eine schwere Zeit durchlebt, wird auch wieder Sonnenschein sehen können. Man muss nur lange genug abwarten und dann kommt die Erlösung von einer schweren Last.

Der Spruch sagt also, dass das Leben immer ein Auf und ein Ab ist. Es kann nicht immer gut sein, es muss nicht immer schlecht sein. Auf gute Dinge folgen schlimme Dinge und Mühsal und auf Mühsal und schlimme Dinge folgt Erholung und Glück.

Möglicher Ursprung Heraklit

Gut möglich, dass dieser Vers von Heraklits Philosophie geprägt wurde, der etliche Jahrhunderte vor dem Islam und dem Christentum in der heutigen Türkei gewirkt hat. Sein Credo lautete stets „Krieg ist der Vater aller Dinge“. Was er damit meinte, war nicht die kriegerische Auseinandersetzung, sondern der Konflikt als solcher. Auf Durst folgt die Erlösung durch das Stillen des Durstes. Schlafen wäre ohne Müdigkeit nicht schön und ohne Hunger wäre auch das leckerste Essen weniger lecker.

Was wir heute davon lernen können

Heute mühen wir uns nicht alle für Gott. Der spirituelle Aspekt ist in unserer Welt zurückgestellt worden, und doch hat dieser Spruch etwas für sich, denn Mühe ist wichtig für unsere Entwicklung. Sport ist Anstrengung und manchmal in diesem Moment, wo wir Sport machen, nicht besonders schön. Und doch ist es schön und gut für uns, regelmäßig Sport zu machen. Der Lohn ist wesentlich höher als die Qual der Mühe. Und wie schön ist es, nach dem Sport eine entspannende Dusche zu nehmen und dann die Füße hochlegen zu können? Nach der Anstrengung folgt die Ruhe, fast wie von automatisch.

Auch in schlimmen Momenten kann der Spruch helfen, denn selbst der schlimmste und schmerzhafteste Moment kann unmöglich eine Ewigkeit dauern. Irgendwann lernt man, mit dem Schmerz umzugehen und eine Entwicklung zu vollbringen.

Der Mensch will sich weiterentwickeln, will Grenzen überschreiten. Doch das ist selten angenehm im Moment des Überschreitens, aber es ist schön, eine Grenze überschritten zu haben. Und diese Spruch soll uns daran erinnern, dass wir es für etwas tun, dass es schön ist, dass es auch danach gut sein wird, wie auch immer etwas ausgehen wird und dass es niemals umsonst ist, sich zu mühen, sich anzustrengen und für eine Sache zu arbeiten, die uns die Erfüllung verspricht und unserer mentalen und körperlichen Weiterentwicklung dient.

Fazit

Die Quelle des Spruchs ist klar erkennbar und vielleicht hat selbst dieser Quelle eine Quelle in der antiken Philosophie. Sich mühen, anstrengen, sich entwickeln und Schmerz auszuhalten, der im Leben unausweichlich ist. Das ist die Aussage des Spruchs. Er soll uns daran erinnern, dass sich so viele Dinge lohnen können und dass es niemals umsonst ist, hart an sich und für die Dinge zu arbeiten, die uns am Herzen liegen und die unserer Entwicklung förderlich sind. Dahingehend ist der Spruch eine Unterstützung, wenn man heute auch nicht unbedingt für Gott schafft, jedenfalls nicht alle.

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