- „Geile Sau“ ist ein vulgärer Ausdruck mit zwei sehr unterschiedlichen Bedeutungen.
- Unter guten Freunden kann er derbes Lob sein: „Du geile Sau, das hast du super gemacht!“
- Gegenüber anderen ist er eine sexualisierte Beleidigung, die jemanden als triebhaft und schamlos herabsetzt; gegenüber Frauen wirkt er besonders herabwürdigend.
- In Beruf, Schule und gegenüber Fremden ist der Ausdruck tabu.
| Wortart | Wortgruppe aus Adjektiv und Substantiv; die geile Sau, Plural: die geilen Säue |
|---|---|
| Herkunft | geil (althochdeutsch „übermütig, kraftvoll“, später „lüstern“) + Sau als derbes Schimpf- und Verstärkerwort |
| Bedeutung | 1. derb-anerkennend: toller Kerl, Teufelskerl; 2. abwertend: lüsterne, schamlose Person |
| Synonyme | positiv: Teufelskerl, Wahnsinnstyp; negativ: Lustmolch, Lüstling |
| Sprachebene | vulgär, salopp; je nach Situation beleidigend |
Bedeutung
1. Derbes Lob. In lockeren Runden, beim Sport oder unter langjährigen Freunden ist „geile Sau“ manchmal ein Ausruf der Bewunderung. Gemeint ist jemand, der etwas Beeindruckendes, Mutiges oder Freches geschafft hat. Hier steckt in geil die jugendsprachliche Bedeutung „super, großartig“, und Sau wirkt wie ein Verstärker, ähnlich wie in saugut oder sauschnell.
2. Sexualisierte Beleidigung. Ursprünglicher und im Ernst gemeint bezeichnet der Ausdruck einen Menschen als hemmungslos lüstern. Er setzt die Person mit einem Tier gleich und reduziert sie auf Sexualität. Das ist kränkend, kann als sexuelle Belästigung empfunden werden und ist gegenüber Unbekannten oder Kolleginnen klar übergriffig.
Welche Bedeutung gilt, entscheidet nicht der Sprecher allein, sondern vor allem die Beziehung und die Situation. Was der eine als Kumpel-Lob meint, empfindet die andere als Herabsetzung.
Herkunft
Das Adjektiv geil ist sehr alt. Im Althochdeutschen bedeutete geil „übermütig, kraftvoll, lebhaft“; bei Pflanzen spricht man noch heute von geilem Wuchs, wenn sie schnell und üppig, aber kraftlos in die Höhe schießen. Schon früh verengte sich die Bedeutung auf „sexuell erregt, lüstern“, und lange galt das Wort deshalb als anstößig. Seit etwa den 1970er- und 1980er-Jahren verbreitete sich in der Jugendsprache die Bedeutung „toll, großartig“, die heute in der Umgangssprache weit verbreitet ist.
Sau ist seit Jahrhunderten ein grobes Schimpfwort für einen unsauberen oder unanständigen Menschen. Zugleich dient es als Verstärker: Sauwetter, saukalt, Sauglück. Die Kombination „geile Sau“ verbindet beide Ebenen. Je nachdem, ob man geil alt („lüstern“) oder jugendsprachlich („toll“) liest, entsteht Beleidigung oder derbes Lob.
Verwendung und Wirkung
Der Ausdruck gehört zum vulgären Register. Selbst als Lob ist er grob und funktioniert nur, wenn beide Seiten diesen Ton teilen, etwa in einer Mannschaft oder unter Freunden, die sich gegenseitig derb aufziehen. Schon in gemischten Gruppen oder vor Publikum kippt er leicht.
Gegenüber Fremden, im Beruf, in der Schule oder in Kommentarspalten ist „geile Sau“ in jeder Lesart unangebracht. Als Bemerkung über das Aussehen oder Verhalten einer anderen Person, besonders einer Frau, ist er eine sexualisierte Herabsetzung. Wer so etwas zu Unbekannten sagt oder schreibt, muss damit rechnen, dass es als Beleidigung oder Belästigung aufgefasst wird.
Ähnlich vielschichtige Kraftausdrücke behandeln die Artikel zu Sumpfarsch und Spacko.
- Nach dem Siegtor fiel ihm sein Kumpel um den Hals: „Du geile Sau, was für ein Schuss!“ (derbes Lob unter Freunden)
- Er hat in einer Nacht die ganze Präsentation gebaut – unter Kollegen sagt man da besser „Respekt, starke Leistung“ als „geile Sau“.
- Als ein Fremder ihr „geile Sau“ hinterherrief, fühlte sie sich belästigt. (Beleidigung)
- „Nenn mich nicht so, das finde ich nicht witzig.“ – Auch unter Freunden kommt der Ausdruck nicht bei allen gut an.
- Im Chat des Fußballvereins schreiben sie sich nach jedem Sieg „Ihr geilen Säue!“.
Synonyme und Alternativen
| Ausdruck | Nuance |
|---|---|
| Teufelskerl | anerkennend, ohne Vulgarität |
| Wahnsinnstyp | salopp, bewundernd |
| Ass, Profi | Lob für Können |
| starke Leistung, Respekt | neutral und überall passend |
| Lustmolch | abwertend, aber eher spöttisch als grob |
| Lüstling | abwertend, gehoben-altmodisch |
| Schwein, Sau | grob beleidigend, ohne sexuellen Bezug möglich |
Häufige Fragen
Ist „geile Sau“ ein Kompliment oder eine Beleidigung?
Woher kommt das Wort „geil“?
Kann man „geile Sau“ zu einer Frau sagen?
Was sagt man stattdessen, wenn man jemanden loben will?

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.








