- Gebenedeit bedeutet „gesegnet, gepriesen“. Es ist das Partizip des veralteten Verbs benedeien (segnen).
- Heute begegnet das Wort fast nur noch im katholischen Gebet Ave Maria: „Du bist gebenedeit unter den Frauen“.
- Es stammt vom lateinischen benedicere „segnen“, wörtlich „gut sprechen“. Das Gegenwort ist vermaledeit (verflucht).
| Wortart | Partizip II von benedeien, als Adjektiv gebraucht |
|---|---|
| Aussprache | [ge-be-ne-DEIT] |
| Herkunft | mhd. benedīen, von lat. benedicere „segnen“ (bene „gut“ + dicere „sagen“) |
| Synonyme | gesegnet, gepriesen, selig, gelobt |
| Gegenteil | vermaledeit, verflucht |
| Sprachebene | Veraltet, kirchlich-liturgisch |
Bedeutung
„Gebenedeit“ heißt gesegnet – mit dem Unterton besonderer Verehrung: Jemand ist von Gott gesegnet und wird deshalb gepriesen. Das Wort wird nicht für alltägliche Dinge verwendet, sondern in Gebeten, Liedern und religiöser Dichtung.
Am bekanntesten ist es aus dem Ave Maria, dem Mariengebet der katholischen Kirche. Der Anfang lautet in der deutschen Fassung: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“ Der erste Teil gibt den Gruß des Engels Gabriel wieder, der zweite die Worte Elisabeths aus dem Lukasevangelium (Lk 1,28 und 1,42).
„Gebenedeit unter den Frauen“ bedeutet also: von Gott gesegnet und unter allen Frauen besonders ausgezeichnet.
Herkunft
Das Wort ist lateinischen Ursprungs, nicht germanisch. Das lateinische benedicere setzt sich aus bene „gut“ und dicere „sagen, sprechen“ zusammen – „Gutes über jemanden sprechen“, daraus wurde in der Kirchensprache „segnen“. Im lateinischen Ave Maria heißt es benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui.
Im Mittelalter wurde benedicere als benedīen ins Mittelhochdeutsche übernommen, später benedeien. Das Partizip gebenedeit hat sich vor allem durch das häufig gebetete Ave Maria bis heute erhalten, während das Verb selbst außer Gebrauch gekommen ist.
Zur selben Wortfamilie gehören der Name Benedikt („der Gesegnete“), der Orden der Benediktiner und das Benediktionale, ein liturgisches Buch mit Segensgebeten.
Verwendung heute
Im Alltag ist „gebenedeit“ ungebräuchlich. Man hört es im Rosenkranzgebet, im Ave Maria, in Kirchenliedern und gelegentlich in Literatur, die einen altertümlich-feierlichen Ton anschlagen will. Wer das Wort in einem modernen Text verwendet, zitiert damit fast immer diese Gebetstradition.
Neuere Bibelübersetzungen wie die Einheitsübersetzung schreiben an den entsprechenden Lukas-Stellen „gesegnet“. Im Ave Maria blieb „gebenedeit“ dagegen erhalten, weil das Gebet über Generationen in genau dieser Form auswendig gelernt wurde.
Spannend ist das Gegenwort: vermaledeit ist zwar ebenfalls veraltet, wird aber umgangssprachlich und scherzhaft noch verwendet – etwa für eine „vermaledeite Tür, die immer klemmt“. Bei „gebenedeit“ ist ein solcher spielerischer Gebrauch selten, weil das Wort eng an das Gebet gebunden ist.
- „Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“
- Im Rosenkranz wird der Satz mit „gebenedeit“ viele Male wiederholt.
- Die Großmutter betete das Ave Maria noch in der alten Fassung mit „gebenedeit“.
- In alten Marienliedern wird Maria als „gebenedeite Jungfrau“ besungen.
- Der Dichter wählte „gebenedeit“ statt „gesegnet“, um einen feierlichen Ton zu erzeugen.
- Zum Vergleich: „Dieses vermaledeite Wetter verdirbt uns den Ausflug.“
Synonyme und Gegenteile
| Wort | Nuance |
|---|---|
| gesegnet | heutiges Standardwort, auch in Bibelübersetzungen |
| gepriesen | betont das Lob, weniger den Segen |
| gelobt | schlichter, etwa in „Gelobt sei Jesus Christus“ |
| selig | glückselig oder von der Kirche seliggesprochen |
| vermaledeit | Gegenteil: verflucht, heute oft scherzhaft |
| verflucht | Gegenteil, neutral bis derb |
Häufige Fragen
Was heißt „gebenedeit unter den Frauen“?
Was ist das Gegenteil von gebenedeit?
Wird „gebenedeit“ noch verwendet?
Hat der Name Benedikt damit zu tun?
Weitere Ausdrücke aus Glauben und Gebet erklären wir bei „Erbarme dich meiner“ und beim Trinkspruch „Benediktum, Benedaktum“, der mit dem lateinischen Segenswort spielt.

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.







