Gebenedeit: Bedeutung, Herkunft und Verwendung im Ave Maria

Aktualisiert: Oktober 2026 · Wortbedeutung

Kurz erklärt

  • Gebenedeit bedeutet „gesegnet, gepriesen“. Es ist das Partizip des veralteten Verbs benedeien (segnen).
  • Heute begegnet das Wort fast nur noch im katholischen Gebet Ave Maria: „Du bist gebenedeit unter den Frauen“.
  • Es stammt vom lateinischen benedicere „segnen“, wörtlich „gut sprechen“. Das Gegenwort ist vermaledeit (verflucht).
Wortart Partizip II von benedeien, als Adjektiv gebraucht
Aussprache [ge-be-ne-DEIT]
Herkunft mhd. benedīen, von lat. benedicere „segnen“ (bene „gut“ + dicere „sagen“)
Synonyme gesegnet, gepriesen, selig, gelobt
Gegenteil vermaledeit, verflucht
Sprachebene Veraltet, kirchlich-liturgisch

Bedeutung

„Gebenedeit“ heißt gesegnet – mit dem Unterton besonderer Verehrung: Jemand ist von Gott gesegnet und wird deshalb gepriesen. Das Wort wird nicht für alltägliche Dinge verwendet, sondern in Gebeten, Liedern und religiöser Dichtung.

Am bekanntesten ist es aus dem Ave Maria, dem Mariengebet der katholischen Kirche. Der Anfang lautet in der deutschen Fassung: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“ Der erste Teil gibt den Gruß des Engels Gabriel wieder, der zweite die Worte Elisabeths aus dem Lukasevangelium (Lk 1,28 und 1,42).

„Gebenedeit unter den Frauen“ bedeutet also: von Gott gesegnet und unter allen Frauen besonders ausgezeichnet.

Herkunft

Das Wort ist lateinischen Ursprungs, nicht germanisch. Das lateinische benedicere setzt sich aus bene „gut“ und dicere „sagen, sprechen“ zusammen – „Gutes über jemanden sprechen“, daraus wurde in der Kirchensprache „segnen“. Im lateinischen Ave Maria heißt es benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui.

Im Mittelalter wurde benedicere als benedīen ins Mittelhochdeutsche übernommen, später benedeien. Das Partizip gebenedeit hat sich vor allem durch das häufig gebetete Ave Maria bis heute erhalten, während das Verb selbst außer Gebrauch gekommen ist.

Zur selben Wortfamilie gehören der Name Benedikt („der Gesegnete“), der Orden der Benediktiner und das Benediktionale, ein liturgisches Buch mit Segensgebeten.

bene + diceregut + sprechenbenedicerelat.: segnenbenedīenmittelhochdeutschgebenedeit= gesegnetmale + dicereschlecht + sprechenmaledicerelat.: verfluchenvermaledeienveraltetvermaledeit= verflucht
Infografik: Gebenedeit und sein Gegenwort vermaledeit gehen auf zwei spiegelbildliche lateinische Verben zurück.

Verwendung heute

Im Alltag ist „gebenedeit“ ungebräuchlich. Man hört es im Rosenkranzgebet, im Ave Maria, in Kirchenliedern und gelegentlich in Literatur, die einen altertümlich-feierlichen Ton anschlagen will. Wer das Wort in einem modernen Text verwendet, zitiert damit fast immer diese Gebetstradition.

Neuere Bibelübersetzungen wie die Einheitsübersetzung schreiben an den entsprechenden Lukas-Stellen „gesegnet“. Im Ave Maria blieb „gebenedeit“ dagegen erhalten, weil das Gebet über Generationen in genau dieser Form auswendig gelernt wurde.

Spannend ist das Gegenwort: vermaledeit ist zwar ebenfalls veraltet, wird aber umgangssprachlich und scherzhaft noch verwendet – etwa für eine „vermaledeite Tür, die immer klemmt“. Bei „gebenedeit“ ist ein solcher spielerischer Gebrauch selten, weil das Wort eng an das Gebet gebunden ist.

Beispiele

  • „Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“
  • Im Rosenkranz wird der Satz mit „gebenedeit“ viele Male wiederholt.
  • Die Großmutter betete das Ave Maria noch in der alten Fassung mit „gebenedeit“.
  • In alten Marienliedern wird Maria als „gebenedeite Jungfrau“ besungen.
  • Der Dichter wählte „gebenedeit“ statt „gesegnet“, um einen feierlichen Ton zu erzeugen.
  • Zum Vergleich: „Dieses vermaledeite Wetter verdirbt uns den Ausflug.“

Synonyme und Gegenteile

Wort Nuance
gesegnet heutiges Standardwort, auch in Bibelübersetzungen
gepriesen betont das Lob, weniger den Segen
gelobt schlichter, etwa in „Gelobt sei Jesus Christus“
selig glückselig oder von der Kirche seliggesprochen
vermaledeit Gegenteil: verflucht, heute oft scherzhaft
verflucht Gegenteil, neutral bis derb
Häufiger Irrtum: „Gebenedeit“ ist kein althochdeutsches Erbwort, sondern eine Entlehnung aus dem Kirchenlatein. Die Schreibung ist gebenedeit, nicht „gebenedeiht“ – das Wort hat nichts mit „gedeihen“ zu tun.
Merksatz: bene = gut, male = schlecht – gebenedeit ist gesegnet, vermaledeit verflucht.

Häufige Fragen

Was heißt „gebenedeit unter den Frauen“?
Es heißt „gesegnet unter allen Frauen“, also von Gott besonders ausgezeichnet. Gemeint ist Maria, die Mutter Jesu.
Was ist das Gegenteil von gebenedeit?
Das genaue Gegenwort ist „vermaledeit“, von lateinisch maledicere „verfluchen“.
Wird „gebenedeit“ noch verwendet?
Ja, aber fast nur im Gebet, vor allem im Ave Maria und im Rosenkranz, sowie in feierlicher oder altertümelnder Sprache.
Hat der Name Benedikt damit zu tun?
Ja. Benedikt kommt von lateinisch benedictus „der Gesegnete“ und gehört zur selben Wortfamilie.

Weitere Ausdrücke aus Glauben und Gebet erklären wir bei „Erbarme dich meiner“ und beim Trinkspruch „Benediktum, Benedaktum“, der mit dem lateinischen Segenswort spielt.

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