Alhamdulillah: Bedeutung, Übersetzung und Verwendung

Aktualisiert: Oktober 2026 · Übersetzung

Kurz erklärt

  • Alhamdulillah (arabisch الحمد لله) bedeutet wörtlich „Das Lob gebührt Gott“, sinngemäß „Gelobt sei Gott“ oder „Gott sei Dank“.
  • Muslime sagen es, um Dankbarkeit auszudrücken: nach dem Essen, bei guten Nachrichten, als Antwort auf „Wie geht es dir?“ und auch in schweren Zeiten.
  • Die Formel ist Teil des Gebets und steht am Anfang der ersten Sure des Korans.
Originalschrift الحمد لله
Umschrift al-ḥamdu li-llāh
Aussprache [al-HAM-du-lil-lah], das h kräftig gehaucht
Wörtlich das Lob (gebührt) Gott
Sinn Gott sei Dank, gelobt sei Gott
Schreibvarianten Alhamdulillah, Alhamdulilah, Al-Hamdu lillah, Elhamdülillah (türkisch)

Bedeutung

Alhamdulillah ist ein Lobpreis Gottes. Wer es sagt, erkennt an, dass alles Gute von Gott kommt, und dankt ihm dafür. Im Alltag entspricht es in vielen Situationen dem deutschen „Gott sei Dank“ oder „zum Glück“, hat aber für Gläubige eine stärkere religiöse Bedeutung. Wichtig ist: Die Formel gilt nicht nur für Freude. Auch nach einer schlechten Nachricht sagen viele Muslime „Alhamdulillah ʿalā kulli ḥāl“, „Gott sei gelobt in jeder Lage“, als Ausdruck von Geduld und Gottvertrauen.

Wort für Wort übersetzt

Der Ausdruck besteht aus drei Teilen: al ist der bestimmte Artikel, ḥamd heißt „Lob, Preis“, li bedeutet „für, gebührt“ und Allāh ist das arabische Wort für Gott. Beim Sprechen verschmelzen li und Allāh zu lillāh. Das ist auch der Grund für die vielen Schreibweisen in lateinischer Schrift.

Alhamdulillah Wort für Wortالحمدal-ḥamdudas Lob, der Preis+لِli-für, gebührt+اللهAllāhGott= Das Lob gebührt Gott
Infografik: Die drei Bestandteile von Alhamdulillah. Arabisch wird von rechts nach links gelesen.

Religiöser Hintergrund

Mit „al-ḥamdu li-llāhi rabbi l-ʿālamīn“ („Das Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten“) beginnt nach der Basmala die erste Sure des Korans, die Fatiha. Sie wird in jedem der täglichen Pflichtgebete gesprochen. Nach dem Gebet wiederholen viele Gläubige außerdem 33-mal Subḥāna llāh, 33-mal Alhamdulillah und 33- bzw. 34-mal Allāhu akbar. Auch Christen und Juden im arabischen Raum sagen „al-ḥamdu li-llāh“, denn Allāh ist schlicht das arabische Wort für Gott.

Verwendung im Alltag

  • Antwort auf „Wie geht’s?“: „Alhamdulillah, gut.“ Das ist die häufigste Alltagsform.
  • Nach dem Essen: als Dank für die Mahlzeit.
  • Beim Niesen: Wer niest, sagt „Alhamdulillah“, die anderen antworten „Yarḥamuka llāh“ („Gott erbarme sich deiner“).
  • Bei guten Nachrichten: bestandene Prüfung, gesundes Baby, glückliche Heimkehr.

Verwandte Formeln sind Mashallah (Bewunderung), Inshallah (Hoffnung für die Zukunft) und Bismillah (vor dem Beginn einer Handlung).

Beispiele

  • „Wie geht es deiner Mutter?“ – „Alhamdulillah, sie ist wieder gesund.“
  • „Ich habe die Führerscheinprüfung bestanden, alhamdulillah!“
  • Nach dem Abendessen sagt der Vater leise „Alhamdulillah“.
  • „Der Flug war unruhig, aber wir sind sicher gelandet. Alhamdulillah.“
  • „Ich habe den Job nicht bekommen, aber alhamdulillah ʿalā kulli ḥāl.“
Merksatz: Mashallah für das, was man bewundert, Inshallah für das, was kommen soll, Alhamdulillah für das, was schon geschehen ist.

Häufige Fragen

Was antwortet man auf Alhamdulillah?
Eine feste Antwort gibt es nicht. Man kann zustimmen („Alhamdulillah“) oder etwas wie „Das freut mich“ sagen. Nur beim Niesen gibt es die feste Erwiderung „Yarḥamuka llāh“.
Dürfen Nichtmuslime Alhamdulillah sagen?
Ja. Respektvoll und passend benutzt, wird es meist als freundliche Geste verstanden. Spöttisch gebraucht wirkt es dagegen verletzend.
Wie schreibt man Alhamdulillah richtig?
Eine einzige richtige lateinische Schreibung gibt es nicht. Üblich sind Alhamdulillah oder, wissenschaftlich, al-ḥamdu li-llāh.
Was ist der Unterschied zu Mashallah?
Alhamdulillah dankt Gott für etwas, Mashallah drückt Bewunderung aus und gilt als Schutz vor Neid.

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