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Was bedeutet dum spiro spero? – Übersetzung & Erklärung

dum spiro spero

Bei „Dum spiro spero“ handelt es sich um ein Zitat von Cicero. Aus der lateinischen Sprache übersetzt bedeutet es „Solange ich atme, hoffe ich.“ Dieser simple Spruch hat eine große Aussage, die eigentlich leicht zu verstehen ist. Damit ist gemeint, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.

Herkunft des Zitats

Diese kurzen drei Wörter sind nur ein kleiner Auszug aus einem längeren Text, der in einem Brief verfasst wurde. Es handelt sich dabei um einen der Briefe von Cicero an Atticus.

Der vollständige Text lautet:

Dum spiro spero
Dum spero amo
Dum amo vivo

Übersetzt heißt es:

Solange ich atme, hoffe ich
solange ich hoffe, liebe ich
solange ich liebe, lebe ich.

Mehr über den Autor

Der vollständige Name lautet Marcus Tullius Cicero. Er lebte von 106 v. Chr. bis 43 v. Chr. Als vielseitiger Mann war er nicht nur Schriftsteller und Philosoph, sondern auch Anwalt und Politiker. Im Jahr 63 v. Chr. war er Konsul von Rom. Der berühmteste Redner Roms übte nicht nur im damaligem Rom großen Einfluss, auch stilistisch, aus, sondern auch posthum.

Das Zitat war nur eines von vielen, das er in Briefen, unter anderem an seinen langjährigen Freund und ehemaligen Schulkameraden Titus Pomponius Atticus schrieb. Es tauchte in der Schriftenreihe Ad Atticum 9.10,3 auf. Briefe, die Atticus an Cicero schrieb sind nicht erhalten geblieben. Durch den Schriftverkehr und andere Werke Ciceros kann ein Bild der damaligen Umstände des antiken Roms rekonstruiert werden.

Ableitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt aus dum spiro spero von Cicero

Aus der Formulierung von Cicero dum spiro spero wird landläufig unter anderem die Redewendung „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ abgeleitet. Die wörtliche Übersetzung von dum spiro spero „Solange ich atme, hoffe ich“, soll letztlich Zuversicht vermitteln. Denn es soll gar nicht darauf ankommen, wie schlecht eine jeweilige Lage oder Lebenssituation gerade ist. Optimismus und Zuversicht, dass Besserung eintritt, hilft dem Menschen, nicht in Depressionen zu verfallen und vielmehr eher Kraft für den Wandel zu erhalten, um auch wieder Positives schaffen zu können.

In Italien wird der Ausspruch, „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, auch weiterhin gern verwendet. Nicht zuletzt kam die Redewendung aktuell häufig im Rahmen der Corona Pandemie mit Nachdruck zur Anwendung. Auch hier sollte Zuversicht auf ein baldiges Ende der Pandemie den aktuellen Schrecken und die Furcht vor dem Tod vertreiben, weil viele Menschen zeitweise nicht sicher sein konnten, wie sich die Zukunft wegen der Pandemie auch für sie persönlich entwickeln wird.

Weshalb der Begriff „Hoffnung“ als freie Übersetzung von dum spiro spero zutreffend ist

Generell ist Hoffnung von Optimismus für den Menschen geprägt. Mag eine Situation oder Lebensphase noch so schwierig erscheinen, bietet die Hoffnung auf Besserung eine emotionale Stütze, wenn Menschen konkret unsicher sind, was die Zukunft für sie bringen wird. Hoffnung beschreibt letztlich den Wunsch nach einer Besserung in der Zukunft.

Biblisch wird der Begriff „Hoffnung“ allerdings anders umschrieben. Dort wird dem Begriff „Hoffnung“ eher ein Zweifel und eine Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft beigelegt, sodass von einer zuversichtlichen und emotionalen positiven Stütze kein Nachweis zu entnehmen ist. Nach der biblischen Hoffnung soll etwas Bestimmtes in der Zukunft eintreten. Mit der Umschreibung „Hoffnung“ wird im Sinne der Bibel eine klare Erwartungshaltung ausgedrückt, die sich nicht auf Vermutungen stützt. Wahrscheinlichkeiten und Zufälle sind der Bibel fremd, weil sie in der Berechnung unzuverlässig sind. In der Bibel wird vielmehr auf Sicherheiten, auch in Bezug auf die Zukunft, abgestellt. Ein zuverlässiger Gott legt sie fest und lässt sie eintreten. Verbunden wird die „Hoffnung“ in der Bibel mit den zukünftigen Erfüllungen der Verheißung Gottes. Hieran wird sodann geglaubt. Hierdurch soll den Gläubigen dann die Furcht vor der Zukunft genommen werden.

Darum hat Cicero seinem Freund Atticus Briefe geschrieben

Cicero war gebildet. Als Schriftsteller und Redenschreiber zählte er zu den bedeutendsten Literaten in seiner Zeit, sodass auch viele Rückschlüsse auf das alte Rom in die heutige Zeit tradiert werden konnten. Viele verschiedene Werke verfasste Cicero. Sein besonderer Schreibstil wurde hierbei stets auch heute hervorgehoben. Der Schreibstil, den Cicero wählte, ist heutzutage auch unter dem Begriff Ciceronianismus sehr bekannt. Dieser Schreibstil wird definiert als besonderer literarischer Stil. Mit ihm wird letztlich sehr deutlich Cicero nachgeahmt. Eine bedeutende Bekennung zu Bildung und Weisheit liegen ihm inne. Rückschauend haben die literarischen Werke von Cicero sehr viel dazu beigetragen, dass eine geschichtliche Aufklärung nachvollzogen werden konnte. Eine Aufklärung der Lebensumstände im alten Rom konnte hierdurch bis in das kleinste Detail sehr gut und anschaulich nachvollzogen und rekonstruiert werden. Die historische Bedeutung von Ciceros Werken wirkt auch heute noch fort.