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„Unmittelbare Nähe“ – was genau heißt das?

Unmittelbare Nähe

Der Ausdruck „Unmittelbare Nähe“ bedeutet, dass etwas sehr nahe liegt. „In unmittelbarer Nähe“ ist keine genaue Angabe, wie weit etwas entfernt ist (es ist nicht direkt messbar), es beschreibt viel mehr die gefühlte Entfernung zu etwas. Häufig verwendet wird der Begriff bei Wohnungsanzeigen und Orten grundsätzlich, wenn ausgedrückt werden soll, dass etwas sehr leicht und schnell zu erreichen ist – Quasi einen „Katzensprung“ entfernt. Ein Beispiele wäre: „Die Altbauwohnung befindet sich im Herzen von Wien und liegt in unmittelbarer Nähe zum Donaukanal.“ oder: „In unmittelbarer Nähe befinden sich die Donau und die berühmt Mariahilfer Straße.“ Man merkt auch gleich, dass die Aussagen einen sehr seriösen Eindruck hinterlassen und in Bezug auf die Aussprache sehr klangvoll klingen.

Wörter, die stattdessen verwendet werden können sind:

  • anliegend
  • angrenzend
  • unweit
  • benachbart
  • nebenan
  • Tür an Tür
  • nah aneinander liegen

Woher kommt der Begriff?

Um den Begriff „Unmittelbare Nähe“ besser analysieren zu können und dessen Herkunft zu klären, muss man die Wörter zunächst einzeln betrachten.

Unmittelbar

Das Wort unmittelbar bezieht sich immer auf eine Örtlichkeit und meint einen geringen Abstand zwischen zwei Örtlichkeiten. Unmittelbar kann hierbei nicht für Situationen verwendet werden, die sich nicht auf Örtlichkeiten beziehen. Es gibt zum Beispiel keine „Unmittelbare Zeit“. Folglich ist es auch falsch zu sagen:“ Ich werde das in unmittelbarer Zeit erledigen“, um zu betonen, dass etwas bald erledigt sein wird. Hier würde z.B. „umgehend“ anstatt „unmittelbarer Zeit“ gut passen. Weitere Synonyme für unmittelbar sind z.B:

  • Hautnah
  • direkt
  • dicht
  • Haarscharf
  • äußerst nahegelegen
  • Das Gegenteil von Fern oder weit entfernt

Nähe

Das Wort Nähe beschreibt ebenso, wie unmittelbar, dass etwas nicht weit entfernt liegt. Im Gegensatz zum Wort anliegend, kann sich das Wort Nähe nicht nur auf Örtlichkeiten, sondern auch auf Gefühle beziehen. Ein Beispiel wäre hier, wenn man sich auf ein Gefühl bzw. eine Person bezieht, der Satz: „Ich fühle mich dir sehr nahe“. Stattdessen könnte man aber auch sagen: „Ich fühle mich dir sehr verbunden“. Synonyme, die das Wort Nähe noch beschreiben, wären die Folgenden:

  • nah sein
  • beisamen
  • anliegend, angrenzend
  • in Reichweite
  • neben
  • direkt

Die Kombination von „unmittelbar“ und „Nähe“

Wie man bereits oben gesehen hat, haben die beiden Wörter ungefähr die gleiche Bedeutung, was sich auch dadurch zeigt, dass sie durch die gleichen Synonyme ersetzbar sind. Wenn man die Wörter nun als Kombination verwendet (als „unmittelbare Nähe“), dann möchte man dadurch noch einmal betonen, wie Nah bzw. nicht weit entfernt etwas liegt. Die Kombination verstärkt also die Aussage der einzelnen Wörter. Man könnte anstatt „unmittelbare Nähe“ ebenso „sehr, sehr nah“ verwenden, da die Bedeutung hier die gleiche wäre. Lediglich die Ausdrucksweise ist bei der ersten Variante deutlich schöner und seriöser. Grundsätzlich richtig wäre aber die Verwendung beider Varianten.

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