Negation: Bedeutung, Formen und Beispiele

Aktualisiert: Oktober 2026 · Fremdwort

Kurz erklärt

  • Negation heißt Verneinung: Eine Aussage wird in ihr Gegenteil verkehrt oder abgelehnt.
  • In der Grammatik geschieht das mit Wörtern wie nicht, kein, nie, niemand, nichts oder mit Vorsilben wie un-.
  • In der Logik kehrt die Negation den Wahrheitswert um: Aus „wahr“ wird „falsch“ und umgekehrt.
Wortart Substantiv, feminin (die Negation, Plural: die Negationen)
Aussprache [ne-ga-TSJOHN]
Herkunft lateinisch negatio „Verneinung“, zu negare „verneinen, leugnen“
Verb / Adjektiv negieren; negativ
Synonyme Verneinung, Verwerfung, Ablehnung (je nach Kontext)
Gegenteil Affirmation, Bejahung, Bestätigung
Sprachebene bildungs- und fachsprachlich

Bedeutung

  1. Grammatik und Sprachwissenschaft: die Verneinung eines Satzes oder Satzteils. „Ich komme“ wird durch Negation zu „Ich komme nicht“.
  2. Logik und Mathematik: eine Verknüpfung, die eine Aussage A in „nicht A“ umwandelt, geschrieben ¬A. Ist A wahr, ist ¬A falsch.
  3. Philosophie: das Aufheben oder Verneinen eines Standpunkts; bekannt ist Hegels Formel von der „Negation der Negation“.
  4. Allgemein, gehoben: Ablehnung oder Leugnung von etwas, zum Beispiel „die Negation aller Werte“.

Herkunft

Das Wort kommt vom lateinischen negatio „Verneinung“, einer Ableitung von negare „nein sagen, verneinen, leugnen“. Aus derselben Wurzel stammen negieren, negativ und das Fotonegativ, auf dem Hell und Dunkel vertauscht sind.

Negation in der deutschen Grammatik

Die wichtigsten Mittel der Verneinung sind:

  • nicht verneint Verben, Adjektive, Adverbien und ganze Sätze: „Das ist nicht schwer.“
  • kein verneint Nomen mit unbestimmtem Artikel oder ohne Artikel: „Ich habe kein Auto.“
  • Weitere Negationswörter: nie, niemals, niemand, nichts, nirgends, weder … noch.
  • Wortbildung: Vorsilben wie un- (unklar), miss- (Misserfolg), a- (asozial), in- (inaktiv) und die Nachsilbe -los (arbeitslos).

Man unterscheidet Satznegation und Sondernegation (auch Teilnegation). Bei der Satznegation wird die ganze Aussage verneint: „Ich habe das Buch nicht gelesen.“ Bei der Sondernegation nur ein Teil, oft mit einem „sondern“: „Ich habe nicht das Buch gelesen, sondern den Film gesehen.“

Negation in der GrammatikSatznegation: alles wird verneintIch habe das Buch nicht gelesen.= Das Lesen hat nicht stattgefunden.Sondernegation: nur ein TeilIch habe nicht das Buch gelesen,sondern die Zeitung.Logik: ¬AAnicht AwahrfalschfalschwahrDie Negation kehrt denWahrheitswert um.
Infografik: Satz- und Sondernegation im Deutschen sowie die Wahrheitstafel der logischen Negation.

Die doppelte Verneinung

Im Standarddeutschen heben sich zwei Verneinungen grundsätzlich auf. Oft entsteht dabei aber keine glatte Bejahung, sondern eine vorsichtige, abgeschwächte Aussage. „Das ist nicht unklug“ heißt eher „ziemlich klug“ als „sehr klug“. Dieses Stilmittel nennt man Litotes.

In manchen Mundarten, etwa im Bairischen, und in Sprachen wie Spanisch verstärken sich zwei Verneinungen dagegen: „Da hat keiner nichts gesagt“ meint dort „Niemand hat etwas gesagt“. Im Spanischen ist „No veo nada“ (wörtlich „Ich sehe nicht nichts“) korrektes Standardspanisch für „Ich sehe nichts“. In der deutschen Schriftsprache gilt diese Form als Fehler.

Beispiele

  • „Nie“ und „niemand“ sind typische Mittel der Negation.
  • Die Vorsilbe „un-“ dient in „unglaublich“ als Negation.
  • In der Aussagenlogik wird die Negation mit dem Zeichen ¬ geschrieben.
  • Die Negation von „Alle Schwäne sind weiß“ lautet „Nicht alle Schwäne sind weiß“, nicht „Kein Schwan ist weiß“.
  • Seine Rede war eine einzige Negation dessen, was die Partei bisher vertreten hatte.
  • Im Deutschunterricht übten wir, Sätze mit „nicht“ und „kein“ zu negieren.

Synonyme und Gegenteile

Wort Nuance
Verneinung deutsches Wort, inhaltlich gleich; in der Grammatik üblich
Ablehnung, Zurückweisung betont das Nicht-Akzeptieren, nicht die Sprachform
Leugnung Bestreiten einer Tatsache, oft wertend
Affirmation, Bejahung (Gegenteil) eine Aussage wird bestätigt oder bekräftigt
Typischer Fehler: Die Negation einer Allaussage ist nicht ihr Gegenteil. „Alle sind da“ wird zu „Nicht alle sind da“ (mindestens einer fehlt), nicht zu „Keiner ist da“. Mehr zu sprachlichen Fehlerquellen im Artikel Grammatikfehler.

Häufige Fragen

Was ist eine Negation einfach erklärt?
Eine Verneinung. Man sagt, dass etwas nicht zutrifft, zum Beispiel mit „nicht“ oder „kein“.
Wann sagt man „nicht“ und wann „kein“?
„Kein“ steht vor Nomen, die sonst mit „ein“ oder ohne Artikel stehen („Ich habe kein Geld“). In fast allen anderen Fällen verwendet man „nicht“.
Was bedeutet negieren?
Negieren heißt verneinen. Bildungssprachlich auch: etwas leugnen oder nicht anerkennen.
Ist „nicht unglücklich“ dasselbe wie „glücklich“?
Nicht ganz. Die doppelte Verneinung schwächt meist ab: „nicht unglücklich“ heißt eher „ganz zufrieden“.

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