- Ein Alabasterkörper ist ein Körper mit sehr heller, ebenmäßiger, fast durchscheinender Haut, wie eine Statue aus dem weißen Stein Alabaster.
- Ursprünglich ein poetisches Kompliment, wird das Wort heute oft scherzhaft oder selbstironisch gebraucht: für blasse, ungebräunte Haut, etwa am ersten Strandtag.
- Mit Muskeln oder Sportlichkeit hat das Wort an sich nichts zu tun. Für einen durchtrainierten Körper sagt man eher Adoniskörper.
| Wortart | Substantiv, der Alabasterkörper |
|---|---|
| Aussprache | [a-la-BAS-ter-kör-per] |
| Herkunft | Alabaster (über Latein aus griechisch alábastros) + Körper |
| Synonyme | Alabasterhaut, Porzellanhaut, vornehme Blässe; scherzhaft: käseweiß, Kalkleiste |
| Gegenteil | sonnengebräunt, braungebrannt |
| Sprachebene | gehoben-poetisch oder scherzhaft-ironisch |
Was bedeutet Alabasterkörper?
1. Poetisch: makellos heller, schöner Körper
In älterer Literatur und gehobener Sprache ist Alabaster ein Bild für Schönheit, Reinheit und Ebenmaß. Man spricht von alabasterweißer Haut, einem Alabasterhals oder Alabasterarmen. Ein Alabasterkörper ist in diesem Sinn ein Körper, der wie eine fein geschliffene Skulptur wirkt: hell, glatt, ohne Flecken, mit einem leicht schimmernden Ton.
2. Scherzhaft: blass und ungebräunt
Heute wird das Wort häufiger mit einem Augenzwinkern verwendet. Wer nach dem Winter zum ersten Mal am Strand liegt, präsentiert scherzhaft seinen „Alabasterkörper“. Gemeint ist dann: sehr blasse Haut, die noch keine Sonne gesehen hat. Der Ausdruck ist dabei meist liebevoll-selbstironisch und weniger spöttisch als käseweiß oder Kalkleiste.
Ob ein Kompliment oder ein Witz gemeint ist, zeigt der Zusammenhang. Über andere sollte man das Wort mit Bedacht verwenden, denn Bemerkungen über Haut und Körper empfinden viele als übergriffig.
Was ist Alabaster?
Alabaster ist ein feinkörniges, meist weißes bis leicht gelbliches oder rosa getöntes Gestein. In Europa versteht man darunter meist eine besonders dichte Form von Gips. Daneben gibt es den sogenannten Kalkalabaster, der aus Calcit besteht und zum Beispiel im alten Ägypten verwendet wurde. Typisch für Alabaster sind:
- Durchscheinend: Dünne Platten lassen Licht durch. Deshalb wurden sie früher auch als Fensterscheiben verwendet, etwa in Kirchen.
- Weich: Gips-Alabaster lässt sich sogar mit dem Fingernagel ritzen und ist deshalb leicht zu bearbeiten, aber empfindlich.
- Edle Optik: Polierter Alabaster hat einen warmen, seidigen Glanz, der an Haut erinnert.
Aus Alabaster wurden seit der Antike Salbgefäße, Lampen, Vasen und Skulpturen hergestellt. Gerade die hellen, schimmernden Figuren machten den Stein zum Sinnbild für schöne Haut.
Herkunft des Wortes
Das Wort Alabaster kam über das Lateinische (alabaster) aus dem Griechischen alábastros. Damit bezeichneten die Griechen zunächst ein kleines Salbgefäß, das oft aus diesem Stein gefertigt war. Erst später ging der Name auf das Material über. Woher das griechische Wort selbst stammt, ist nicht sicher geklärt; vermutet wird ein ägyptischer Ursprung.
Schönheitsideal und Wandel
Dass helle Haut als schön galt, hat eine lange Geschichte. In Europa war Blässe über Jahrhunderte ein Zeichen dafür, dass man nicht auf dem Feld arbeiten musste. Adelige und wohlhabende Frauen schützten sich mit Schirmen, Hüten und Puder vor der Sonne. Daher kommt auch der Ausdruck vornehme Blässe.
Im 20. Jahrhundert drehte sich das Ideal: Gebräunte Haut wurde zum Zeichen von Urlaub, Freizeit und Wohlstand. Damit bekam auch der Alabasterkörper seinen ironischen Beiklang. Heute stehen beide Sichtweisen nebeneinander, und viele Menschen achten aus gesundheitlichen Gründen bewusst auf Sonnenschutz.
Verwendung und Sprachebene
Im heutigen Deutsch begegnet einem der Alabasterkörper vor allem in drei Situationen:
- Humorvoll über sich selbst: in Urlaubsfotos, Social-Media-Posts oder im Freundeskreis, wenn man auf die eigene Blässe anspielt.
- In Literatur und Lyrik: als altmodisch-feierliches Bild für Schönheit, das heute leicht kitschig wirken kann.
- Bei Kunst und Museen: wenn tatsächlich eine Figur aus Alabaster beschrieben wird.
Im Beruf oder gegenüber Fremden ist das Wort unpassend. Gegenüber Menschen, die unter sehr heller oder empfindlicher Haut leiden, kann selbst ein scherzhafter Kommentar kränken.
Beispielsätze
- Nach dem langen Winter wagte er sich mit seinem Alabasterkörper zum ersten Mal ins Freibad.
- „Vorsicht, ich blende euch gleich mit meinem Alabasterkörper“, lachte sie und zog das T-Shirt aus.
- Der Dichter beschrieb die Geliebte mit Alabasterhaut und goldenem Haar.
- Mit meinem Alabasterkörper brauche ich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.
- Die Statue im Museum zeigt einen schlanken Alabasterkörper mit fein gearbeiteten Händen.
- Im Urlaub fiel er zwischen all den gebräunten Touristen mit seinem Alabasterkörper sofort auf.
Synonyme und Gegenteile
| Ausdruck | Nuance |
|---|---|
| Alabasterhaut | poetisch, eher Kompliment |
| Porzellanhaut | ähnlich, betont Feinheit und Glätte |
| vornehme Blässe | oft ironisch, mit historischem Bezug |
| käseweiß, kreidebleich | umgangssprachlich, eher abwertend oder erschrocken |
| Kalkleiste | salopp-spöttisch für sehr blasse Menschen |
| braungebrannt, sonnengebräunt | Gegenteil |
Weitere bildhafte Körperbeschreibungen erklären wir bei Rehaugen und Pranken.
Häufige Fragen
Ist Alabasterkörper ein Kompliment?
Bedeutet Alabasterkörper durchtrainiert?
Was ist Alabaster?
Wie spricht man Alabaster aus?

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.









