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Was bedeutet puristisch? – Erklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet puristisch

Purismus entstammt aus dem lateinischen (purus = rein) und bezeichnet eine Geisteshaltung, die nach der Reinheit geistiger Schöpfung strebt und versucht, diese von fremden Einflüssen zu befreien. Das Wort „Purist“ stammt ursprünglich aus dem Purismus,
Purismus selbst beschreibt eine Darstellungsweise modern geprägter Kunst und Architektur, die im 20 Jahrhundert beheimatet ist.Das 1918 veröffentlichten Essay „Après le cubisme“ vom französisch-schweizerischen Physiker und Nobelpreisträger Charles-Edouart Jeanneret sowie dem französischen Maler Amédée Ozenfant.

Im deutschen wird unter Purismus vor allem die starke, oftmals auch übertriebene, Bemühung verstanden, etwas rein und damit von fremden, unerwünschten Einflüssen zu erhalten. Das deutsche Wort könnte hierbei sowohl vom lateinischen Wort Purus, als auch vom französischen Purisme geprägt worden sein. Das Wort „Purist“ selbst ist weder positiv, noch negativ geprägt, je nach persönlicher Sichtweise kann es jedoch eine solche persönliche Prägung erfahren.

Beispiele

Puristisch wohnen bedeutet eine Wohnung vor allem am Design orientiert und dementsprechend mit eleganten Linien und Formen einzurichten. Hier soll der Eindruck von bedingungslosem Bewusstsein der entsprechenden Qualität erweckt und vermittelt werden. Dieser Einrichtungsstil ist demzufolge nur für Mensch mit einem Sinn für exklusive Designs sowie einer Vorliebe für Wohnräume, bei denen der repräsentative Wert den praktischen übersteigt, geeignet. Auch das nötige Kleingeld sollte vorhanden sein.

Brotpuristen glauben, dass der Geschmack eines Brotes umso besser ist, je mehr man weglässt. Hier steht der ursprüngliche Geschmack vom Brot im Vordergrund, selbst angesetzter Sauerteig, von Hand gemacht sollte es schon sein. Dieses Brot soll, angeblich, auch länger frisch bleiben als herkömmliche Brote.

Sprachpuristen streben danach, die Nationalsprache von fremden Einflüssen wie etwa Anglizismen frei zu halten. So bedeutet etwa die Entfernung fremder und Sicherstellung eigener Elemente einer Sprache den sogenannten Sprachpurismus. Hier steht vor allem die Entfernung Fremder, sowie die Sicherstellung eigener Elemente innerhalb der Sprache im Vordergrund. Oftmals wird hiermit übertriebenes Streben nach Sprachreinheit assoziiert.

Der puristische Stil (Stilpurismus) zeichnet sich vor allem durch die Reduzierung von überflüssigen Reizen aus. Einfachheit ist das Motto. Bereits in der Römerzeit wurde eine puristische Grundhaltung ersonnen, die sich etwa in der Architektur der Thermen niederschlus. Auch die asiatische Geschichte ist umfangreich mit diesem Stil gewachsen, der Augen, Sinne und Psyche beruhigen soll. Im Unterschied zum Minimalismus zeichnet den Purismus jedoch die Präsentation von prägnanten Stilelementen aus. So soll im Gesamtkontext ein stimmiger Anblick gewährleistet werden, die Reduzierung auf das Minimus ist also nicht das hauptsächliche Ziel.

Die puristische Malerei zeichnet sich vor allem durch strenge und klare Formen, simple Alltagsgegenstände als zentrale Bildmotive, ein beschränktes Repertoire an Bildsujets wie etwa Weingläsern sowie einer Beschränkung der Farbauswahl auf Erdfarben, Ockergelb, Rot, Weiß, Schwarz und Ultramarinblau, aus. Dynamische Farben wie etwa Zitronengelb oder Krapprot sind verpönt. Das hauptsächliche Motiv der Bilder ist das Stilleben, also die Enthüllung des geometrischen Aufbaus der Natur durch den Maler.

Verwendungsbeispiele

  • Der Architekt war bei der Planung um Purismus bemüht.
  • Die Forderung nach sprachlichem Purismus ist fehl am Platz, dieser lässt sich in einer globalisierten Welt zu keinem Zeitpunkt sicherstellen.
  • Der heutige Purist unterscheidet sich von denen vor hundert oder mehr Jahren, vor allem wegen der französischen und englischen Einflüsse.

Synonyme

  • Pedant,
  • Traditionalist,
  • Perfektionist,
  • Klassizist