- Schmirgeln bedeutet, eine Oberfläche mit Schmirgel- bzw. Schleifpapier abzureiben, um sie glatt zu machen oder Farbe, Rost und Unebenheiten zu entfernen.
- Im Alltag ist es weitgehend gleichbedeutend mit schleifen, meist aber auf Handarbeit mit Papier bezogen.
- Das Wort kommt vom Gestein Schmirgel, einem natürlichen, sehr harten Schleifmittel.
| Wortart | Verb, schwach (schmirgelte, hat geschmirgelt) |
|---|---|
| Aussprache | [SCHMIR-geln] |
| Herkunft | von Schmirgel, über ital. smeriglio aus griech. smýris |
| Synonyme | schleifen, abschleifen, glätten, anschleifen |
| Gegenteil | aufrauen (teilweise), beschichten, lackieren |
| Sprachebene | Alltag, Heimwerken, Handwerk |
Bedeutung
- Glatt reiben: Holz, Metall, Kunststoff oder Spachtelmasse werden mit Schleifpapier bearbeitet, bis die Oberfläche eben und glatt ist. „Die Kanten noch kurz schmirgeln.“
- Entfernen: Alte Farbe, Lack oder Rost wird abgerieben. „Er schmirgelt den Rost vom Geländer.“
- Anrauen: Eine glatte, glänzende Fläche wird leicht angeschliffen, damit neuer Lack besser hält. Fachleute sagen dazu oft anschleifen.
Ob eine geschmirgelte Fläche gelungen ist, merkt man oft eher mit den Fingern als mit den Augen: Es geht um die Haptik der Oberfläche.
Herkunft
Der Schmirgel ist ein dunkles, körniges Gestein, das vor allem aus dem sehr harten Mineral Korund besteht, vermischt mit Eisenoxiden. Seit der Antike wurde es als Schleifmittel genutzt; bekannt ist das Vorkommen auf der griechischen Insel Naxos. Das griechische Wort smýris gelangte über das Italienische (smeriglio) ins Deutsche. Das Verb schmirgeln ist davon abgeleitet. Heutiges Schleifpapier enthält meist künstlichen Korund oder Siliziumkarbid statt echtem Schmirgel, der Name „Schmirgelpapier“ ist aber geblieben.
Verwendung
Das Wort ist im Heimwerken allgegenwärtig: Man schmirgelt Möbel vor dem Streichen, Türzargen, Fahrradrahmen oder gespachtelte Wände. Gearbeitet wird sequentiell, also Schritt für Schritt von grober zu feiner Körnung. In Fachtexten und bei Maschinen (Bandschleifer, Exzenterschleifer) ist schleifen üblicher. Übertragen wird schmirgeln selten verwendet, etwa scherzhaft für eine raue Stimme oder Haut: „Seine Stimme klang wie Schmirgelpapier.“
- „Bevor du die Kommode streichst, musst du sie gründlich schmirgeln.“
- „Ich habe die Holzbank mit 120er-Papier geschmirgelt, jetzt ist sie schön glatt.“
- „Der Rost lässt sich mit grobem Schmirgelpapier gut entfernen.“
- „Zwischen den Lackschichten wird leicht geschmirgelt.“
- „Beim Schmirgeln entsteht viel Staub, trag besser eine Maske.“
- „Die Kanten der Tischplatte waren so scharf, dass wir sie noch schmirgeln mussten.“
Synonyme und Gegenteile
| Wort | Nuance |
|---|---|
| schleifen | allgemeiner, auch maschinell und fachsprachlich |
| abschleifen | betont das Entfernen einer Schicht |
| anschleifen | leicht aufrauen, damit Lack haftet |
| glätten | allgemein, auch ohne Schleifmittel |
| polieren | noch feiner, bis zum Glanz |
| lackieren, beschichten | Gegenteil: Material auftragen statt abtragen |
Häufige Fragen
Ist schmirgeln dasselbe wie schleifen?
Was ist Schmirgel?
Welche Körnung nimmt man für Holz?

Mein Name ist Anatoli Bauer und ich wohne ganz im Norden von Deutschland an der Nordseeküste in Husum. 1997 bin ich mit 9 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Seitdem habe ich mich leidenschaftlich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigt und irgendwann ist die Idee zu einer Sammlung von Erklärungen für Fachwörter und Fremdwörter entstanden. Nun befinden sich hier auf Fachwort24.net über 500 Erklärungen für Fachwörter und die Sammlung wird regelmäßig erweitert.


