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Wird schon schief gehen – Herkunft, Bedeutung & Beispiele

Wird schon schief gehen - Herkunft, Bedeutung & Beispiele

Manche Redewendungen sind einfach da, sind in eine Sprache eingesickert und man nutzt sie einfach oder bekommt sie vorgesetzt. Man versteht sie auch richtig, kennt eigentlich ihre Bedeutung, doch woher sie kommt und wann man sie richtig gebraucht, das weiß man aber nicht immer.

Etwas ist schief

„Wird schon schief gehen“ hat schon jeder mal irgendwo gehört. Es ist eine Redensart, die man kennt und die manchmal einfach angebracht ist. Aber warum?

Schief ist etwas, was nicht so ist, wie man es gerne hätte. Nicht gerade, nicht dem natürlichen oder gewünschten Lauf der Dinge folgend. Eigentlich mag man schiefe Dinge nicht. Wenn ein Bild schief hängt, dann ist es unerwünscht, wir wollen das Bild instinktiv geraderücken. Wenn man also sagt, dass etwas schief gehen wird, dann meinen wir das keinesfalls positiv, sondern der Ausgang wird nicht den gewünschten Weg nehmen, sondern das genau Gegenteil wird passieren.

Die Ironie

Hier kommt aber die Ironie ins Spiel. „Wird schon schief gehen“ meint hier, dass es auf jeden Fall gutgehen wird oder dass es zumindest sehr wahrscheinlich ist, dass es gut geht. Es soll der Aufmunterung beitragen und ist meist unter Gebrauch bei Leuten, die man schon etwas besser kennt oder wenn die Situation etwas angespannt und unangenehm ist. Ein ironischer Witz kann diese Anspannung lösen. Es ist tief in unserer sozialen Herkunft verwurzelt.

Wenn etwas doch etwas aussichtsloser ist, als gedacht

Man kann diese Worte aber auch nutzen, wenn die Lage vielleicht doch etwas aussichtsloser ist. Wenn der Ausgang zumindest recht offen ist. Dann kann man sagen, dass man vielleicht doch heil wiederkehrt, obwohl vielleicht doch etwas schiefgehen kann. Auch hier gilt es, jemanden, der sich Sorgen macht, aufzumuntern und ihm die Sorge zu nehmen.

Diskussion abwürgen

Wenn man etwas tut, will man nicht immer darüber reden, ob etwas klappt oder nicht. Man will einfach machen und sehen, was dabei herauskommt, denn manchmal kommt es auf mehr gar nicht an. Und hier kann man mit einem solchen Spruch eine Diskussion einfach im Keim ersticken, denn dieser Ausspruch signalisiert, dass es einem eigentlich ziemlich egal ist, ob etwas klappt oder nicht. Vielleicht haut es hin, vielleicht nicht. Also geht es schon schief oder nicht, mit beidem ist zu rechnen, beides ist erwünscht und gleichermaßen egal. Ausgänge lassen sich nicht immer vorhersagen, vor allem, wenn man etwas zum ersten Mal versucht und einfach mal probieren will. Unerwünschte Ratschläge, Kommentare, Schlechtmacherei können da nur stören. Es könnte allerdings als etwas rüde empfunden werden, wenn man jemanden so kalt abspeist, obwohl diese Person sich vielleicht einfach nur aufrichtige Sorgen macht und wirklich wissen will, ob es klappt.

Nicht immer verwendbar

Es gibt Menschen, die keine Ironie verstehen können und die Worte so lesen und hören, wie sie gesagt werden. „Wird schon schief gehen“ kann dann zu einer emotionalen Verletzung führen und der Mensch beleidigt sein. Wenn diese Person mit ihren Sorgen zu einem kam und eine Prüfung oder eine ähnliche Aufgabe vor sich hat, dann sollte man ihn nicht mit diesem Spruch behelligen, wenn man weiß, dass diese Person Ironie nicht versteht, sondern wörtlich nimmt. Das erspart viel Ärger und Frust und zwischenmenschliche Zerwürfnisse.

Beispiele

„Ich habe Angst vor der Prüfung. Ich habe keine Ahnung, ob ich alles drauf habe!“
„Wird schon schief gehen!“

„Dein Gegner ist gefährlich, bitte sei vorsichtig, wenn du in den Ring gehst.“
„Wird schon schief gehen!“

„Hast du überhaupt schon mal so ein Gericht gekocht?“
„Wird schon schief gehen!“

„Bist du sicher, dass die Tankfüllung nicht reicht, bis wir am Ziel sind?“
„Wird schon schief gehen!“

Vielfältig anwendbar

„Wird schon schief gehen“ ist vielseitig anwendbar. Manchmal haut man es als lockeren Spruch raus, wenn einem jemand nicht auf die Nerven gehen soll und man nicht weiter diskutieren will. Meistens will man einfach nur jemanden beruhigen, denn Menschen können wirklich starke Angst haben und sich davon auch von einer eigentlich leichten Aufgabe fürchten, so sehr fürchten, dass es tatsächlich schief gehen kann. Also ist es nötig, sie ironisch darin zu bestärken, dass ganz und gar nichts schief gehen wird. Hier ist das Vertrauensverhältnis wichtig. Man hört das am liebsten von Freunden, nicht von Fremden, die man ein- oder zweimal gesehen hat.