Skip to content
Fachwort24.com » Wortbedeutung » Was ist eine Metapher? – Definition, Wirkung & Beispiele

Was ist eine Metapher? – Definition, Wirkung & Beispiele

Was ist eine Metapher

Das metaphorische, bildhafte Sprechen ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kommunikation und besonders für die Dichtung relevant, da es den Menschen hilft, Sachverhalte aus einer neuen, unverbrauchten Perspektive wahrzunehmen. Der Begriff „Metapher“ stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Morphemen „meta“ (über, hinüber) und „-pher“ (von „pherein“ = tragen) zusammen. Wenn man so will ist die Metapher also eine Übertragung, bei der bestimmte Eigenschaften eines Wortes aus einer Kategorie auf einen Begriff aus einem anderen semantischen Feld übertragen werden. Ein Beispiel hiefür sind Sätze, wie „Karl ist ein Löwe“. in diesem speziellen Fall wird am ehesten zum Ausdruck gebracht, dass „Karl“ eine starke, dominante und charismatische Person ist, die gerne die Führungsrolle übernimmt. Die Interpretation solcher Sätze ist immer sehr stark von gesellschaftlichen Kontexten geprägt und lässt sich nicht so einfach in andere Sprachen oder auf andere Kulturen übertragen.

Die Wirkung des metaphorischen Sprechens

Die menschliche Sprache ist ein sich stets weiterentwickelnder Prozess, der soziale Realitäten reflektiert und den unterschiedlichen Generationen über „Codes“ ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt. Ist man Teil einer bestimmten Gesellschaftsschicht, zeigt sich das oft im Wortgebrauch oder in der Verwendung bestimmter dialektaler Eigenheiten. Über die Vermittlung von Informationen hinaus, ist Sprache also so etwas wie ein sozialer Kitt. Menschen verwenden dabei ständig bildhafte, metaphorische Sprache, ohne das selber zu bemerken, etwa wenn sie Dinge sagen, wie „Du bist ein Delfin“ um zum Ausdruck zu bringen, dass das Gegenüber über beeindruckende Fähigkeiten bei der Fortbewegung im Wasser verfügt. Metaphorische Wendungen begegnen uns auch in nahezu unsichtbarer Form in Komposita, wie „das Tischbein“ – auf den Gegenstand „Tisch“ werden hier spezifische Eigenschaften übertragen, die eigentlich für belebte Objekte typisch sind (also: dass man Beine hat). Der Rezipient eines solchen Wortes kennt Beine auch als die Bestandteile des menschlichen oder tierischen Körpers, die für Bewegung sorgen – werden aber dennoch nicht davon ausgehen, dass der Tisch nun die Fähigkeit besitzt, sich „aus dem Staub zu machen“.

Die Metapher in der Dichtung und in den Wissenschaften

Gerade ungewöhnliche Metaphern finden sich in der Lyrik häufig und bringen innovative Einsichten hervor. Sehr bekannt ist Paul Celans „schwarze Milch der Frühe“ aus dem Text Todesfuge. Diese bildhafte Wendung kann als Versuch verstanden werden, die absolute Hoffnungslosigkeit im Vernichtungslager zu beschreiben und geht damit an die Grenze dessen, was mit Hilfe von Worten überhaupt zu vermitteln ist. Die Wirkung der Verwendung neuer, nicht „abgedroschener“ Metaphern in der Lyrik besteht also unter anderem darin mit Hilfe der „Verblendung“ von verschiedenen Kategorien einem Zuhörer oder Leser eine Lebensrealität nahe zu bringen, die er so nicht kennt. Das bildhafte und metaphorische Denken ist darüber hinaus immer ein zentraler Bestandteil der Wissenschaften gewesen – das Finden neuer Ideen erfordert ein Denken, dass sich über die die Schubladen und die gewohnten Kategorien hinausbewegen kann und die Arbeit an Begriffen kann hier der erste Schritt hin zu einer Hypothese sein, die es uns erlaubt, die Umwelt neu zu verstehen und neue Paradigmen der Wissenschaft zu etablieren. Metaphern sind also sowohl ein entscheidendes Element der Alltagssprache, wie auch das perfekte Material, um neue Ideen zur Welt zu bringen.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.