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Was ist eine Eigeninitiative? – Definition, Synonyme & Beispiele

Was ist eine Eigeninitiative

Wer den Begriff Eigeninitiative erklären möchte, sollte zunächst den Wortbestandteil „Initiative“ untersuchen, der auf das lateinische „initiare“ zurückgeht, das soviel bedeutet, wie anfangen oder beginnen. Initiiert eine Person etwas, so ist diese Person jemand, der etwas startet oder „ins Rollen bringt“. Initiatoren sind Führungspersönlichkeiten, die keine übertriebene Angst davor haben, auch mal einen Fehler zu machen und die von ihrer Umwelt meist positiv gesehen werden. Eigeninitiative ist in der Weiterführung ein Begriff, den man auch als Persönlichkeitseigenschaft definieren. Ein Lehrer könnte beispielsweise sagen: „Die Klasse hat das Projekt in Eigeninitiative gestemmt“ (d.h.: sie hat das Projekt ohne größere äußere Einflussnahme fertiggestellt) als auch: „Die Klasse hat in diesem Schuljahr sehr viel Eigeninitiative gezeigt“ (d.h.: war bereit, Ideen selbständig zu entwickeln und Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen). Im Deutschen gibt es einige Komposita, denen der Bestandteil „Eigen-“ vorausgestellt ist – als Beispiel kann etwa die Eigenverantwortung oder die Eigenmotivation genannt werden. Das „Eigen-“ bezieht sich in den genannten Fällen jeweils darauf, dass eine Handlung nicht durch Bitten oder Befehle anderer, sondern aus inneren Beweggründen ausgeführt wird.

Motivation und Initiative

Wenn eine Initiative aus Eigenmotivation ergriffen wird, dann spricht man auch von einem Moment der intrinsischen Motivation. Diese Form der Handlungs-Initiation, der keine äußeren Zwänge zugrunde liegen, ist für das menschliche Lernen und die menschliche Psychologie sehr entscheidend, auch wenn sie in der Leistungsgesellschaft – die ja auch eine Nachfrage nach ausführenden Organen (also nach Personen, die nur nach Anordnung handeln) mit sich bringt – nicht immer gewünscht ist. Der Mensch ist aber genau dann zu Höchstleistungen fähig, wenn er sich bewusst darüber wird, dass er etwas Sinnvolles tut. In diesem Kontext müsste sich das Bildungssystem so ändern, dass wieder mehr Wert auf intrinsische Motivation, also auf Eigeninitiative gelegt wird und dass die Kinder schon früh lernen, dass es nicht die schnellen Belohnungen wie gute Noten oder Prestige sind, auf denen sich später die Lebenszufriedenheit begründet. Hier ist es interessant auf den neurowissenschaftlichen Kontext zurückzugreifen, in dem das Verhalten gegenüber Belohnungen mit der Ausschüttung von Dopamin im menschlichen Gehirn in Verbindung gebracht wird. Dabei gilt grundsätzlich, dass eine rasche Belohnung in Form einer extrinsischen Motivation zwar zu einer hohen Dopaminausschüttung, gleichzeitig aber auch zu einem Gewöhnungseffekt und einem Wunsch nach rascher Wiederholung und Verstärkung der Erfahrung führt, im Grunde also zu einer Art Suchtverhalten.

Schlussfolgerungen für unser Bildungssystem

Zusammenfassend soll noch einmal verdeutlicht werden, dass Eigeninitiative einer intrinsischen Motivation folgt und insbesondere von jungen Menschen erst erlernt werden muss. Wer aus eigenen Stücken Initiative ergreift muss damit klar kommen, dass der Weg zu dem ins Auge gefassten Ziel auch voller Hindernisse sein kann. Zur Eigeninitiative im Sinne innovativen Denkens gehört auch das Durchhalten, das aber durch ein allein auf schnelle Belohnungen fokussiertes Schulsystem niemals erreicht werden kann. Will man Eigeninitiative fördern muss man sich früh bemühen, den Kindern die positiven Seiten selbständigen Handelns zu vermitteln. in einer schnelllebigen Zeit in der der Ruhm auf Instagram und ähnlichen Plattformen schnell erreicht wird und ebenso schnell wieder verfliegt, ist Eigeninitiative schwer zu promoten.

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