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Was bedeutet „WC“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet "WC"

Natürlich ist es jedem klar, was ein WC ist. Das Wort, oder besser gesagt, die Abkürzung, kommt in unserem täglichen Sprachgebrauch ständig vor, doch nur selten fragt man sich, wofür die Buchstaben WC eigentlich stehen. Tatsächlich stammt die Abkürzung WC aus dem Englischen und steht für water closet, was in Deutsch mit Wasserklosett übersetzt werden kann. Klosett kann ebenfalls auf den englischen Begriff closet zurückgeführt werden. Der Begriff umschreibt damit einen mit Wasser gefüllten Schrank, zu dem eine Schüssel, meistens aus Keramik, gehört, in der die Notdurft verrichtet werden kann. Anschließen kann aus dem Wasserschrank Wasser zum Spülen in die Schüssel geleitet werden und eine Verbindung an die Kanalisation ermöglicht ein Ablassen des Wassers.

Viele Worte umschreiben den Begriff

Für WC gibt es im deutschen Sprachgebrauch eine Anzahl von Synonymen. In Anlehnung an das englische Wort closet ist die Bezeichnung Klosett für das WC recht häufig. Aus diesem Wort hat sich die Abkürzung Klo gebildet, die in der Umgangssprache häufig verwendet wird.

Ein weiteres Wort, das häufig für WC benutzt wird, ist Toilette. Auch dabei handelt es sich nicht um ein deutsches Wort im ursprünglichen Sinn, denn Toilette stammt aus dem Französischen. Toile oder Toilette ist ursprünglich der Begriff für ein Tuch, das zum Sichtschutz aufgespannt wurde, so dass die Notdurft geschützt von Blicken verrichtet werden konnte. Daher weist auch besonders das Wort Toilette auf die Scham hin, die generell mit dem Begriff verbunden ist. Obwohl dieses Synonym häufig gebraucht wird und auch als die eleganteste Wortwahl gilt, so kann es dennoch irreführend sein, denn als Toilette wird auch die weibliche Garderobe bezeichnet, was verständlich ist, wenn man bedenkt, dass der Wortstamm toile eine fein gewebte Stoffart bezeichnet.

Ein weiteres Wort, das zuweilen benutzt wird, ist Abort. Der Gebrauch dieses Wortes ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich und ist vom niederdeutschen Begriff af ort abgeleitet, was verborgener Ort bedeutet. Auch das Wort Aborterker war damals gebräuchlich und bezeichnete einen Erker, der von der Fassade des Wohngebäudes herausragte. Der Boden war mit einem Loch versehen, durch das Exkremente ins Freie oder einen darunter liegenden Keller fallen konnte.
Ein weiteres Synonym, das für WC benutzt wird, ist Latrine. Dieses Wort stammt aus der soldatischen Sprache und beschreibt eine behelfsmäßig angelegte Toilette, die häufig über einer Grube errichtet wird. Dieses Wort stammt von dem lateinischen Latrina, dem Substantiv des Verbs lavare, das mit sich baden übersetzt werden kann.

Lokus ist ein anderes Synonym für WC, das heute jedoch selten gebraucht wird. Auch dieses Wort stammt aus dem Latein und geht auf den Begriff locus necessitatis zurück, der mit Ort der Notdurft übersetzt werden kann.

Neben diesen Synonymen gibt es noch weitere, die das WC umschreiben. Dazu gehören Beispielsweise Örtchen oder stille Örtchen, aber auch Thron und Null-Null. Es gibt auch verschiedene derbe Ausdrücke, die in der Umgangssprache als Synonym für WC benutzt werden.

Ein WC mit Wasserspülung war nicht immer selbstverständlich

Bereits im Altertum hatten die Menschen ein hohes Hygienebedürfnis und bereits in Mesopotamien und im alten Rom waren Toiletten mit Wasserspülung gebräuchlich. Doch in der dunklen Zeit des Mittelalters gingen viele technische Errungenschaften unter und auch das WC mit Wasserspülungen gehörte zu den Opfern dieser Zeit. Es war durchaus üblich, die Notdurft auf der Straße zu verrichten, oder auch in Gärten und Höfen. Das erste WC in ähnlicher Form, wie wir es heute kennen, wurde bereits im 14. Jahrhundert von einem Engländer entwickelt, konnte sich jedoch nicht durchsetzen und geriet schnell wieder in Vergessenheit. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war es erneut ein Engländer, der das WC neu erfand und patentieren ließ.

Dieses Mal fand die Idee Gefallen und schon bald gab es Betriebe, die sich auf die Herstellung der neuen WCs spezialisierten, wie die Gazeneuve et Companie aus Paris. Auch in Deutschland setzte sich der Trend durch. Bald schon begann Villeroy & Boch mit einer Serienproduktion von Toiletten aus Keramik, die sich schnell großer Beliebtheit erfreuten und nach ganz Europa verschickt wurden. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die WCs mit ihrer praktischen Wasserspülung fast überall zum Wohnstandard geworden. In modernen Wohnungen ist das WC nun auch ein Ort geworden, der von Gästen betreten wird und viele Hausbesitzer wenden viel Mühe auf, um das WC ansprechend zu gestalten.

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