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Was bedeutet verklärt? – Definition, Synonyme & Beispiele

Was bedeutet verklärt

Sowohl das schwache Verb „verklären“ als auch das Adjektiv /Partizip „verklärt“ gehören heute zu den seltener genutzten Worten und bringen einen etwas altmodischen Klang mit sich. Während der mittelhochdeutsche Vorläufer „verklaeren“ eine positive Konnotation besaß und sich als Kompositum des Adjektives „klar“ als „hell scheinen“ oder „leuchten“ übersetzen ließ, ist es heute der Prozess des „Verklärens“, etwas positiver darzustellen, als es eigentlich ist und es zu idealisieren. Das ergibt sich sicher aus der Tatsache, dass der Ausdruck „klar“ einen Bedeutungswandel von der alleinigen Beschreibung äußerer Zustände zu einer Betrachtung innerer, psychischer Prozesse vollzogen hat. Eine Wendung, die eine ähnliche Konnotation mit sich bringt, wäre im Deutschen etwa: „eine rosarote Brille aufhaben“. Weitere Synonyme für „verklärt“, sind im Deutschen beispielsweise „idealisiert“, „beschönigt“, aber auch „euphorisch“, wenn eher die „rauschhafte“ Komponente im Mittelpunkt steht.

Die Verklärung der Vergangenheit und weitere Beispiele

Beispiele für Wendungen, in denen das Adjektiv „verklärt“ vorkommen kann, gibt es selbstverständlich viele. Beschreibt man jemandes „verklärten Blick“, so ist es denkbar, dass von einer Person die Rede ist, die sich gerade im Liebesrausch befindet und die Realität nicht mehr vollständig wahrnimmt. Gerne wird das Partizip „verklärt“ als Vorwurf formuliert. So könnte man sein Gegenüber rügen, dass er/sie die „Vergangenheit ganz schön verklärt“ und damit zum Ausdruck bringen, dass die so konfrontierte Person sich den Schattenseiten des Erlebten überhaupt nicht mehr bewusst zu sein scheint.

Der Begriff kann also eine stets aktuelle Problematik verdeutlichen, die darin ihre Ursache hat, dass der Mensch sehr dazu neigt, das Vergangene zu idealisieren, insbesondere, wenn es um die eigene Biographie geht. Aus dieser Verklärung speist sich dann häufig der recht typische Generationenkonflikt innerhalb von Familien oder innerhalb der bestehenden Gesellschaft (die zusätzlich dazu neigt, den „Status Quo“ zu verteidigen und stabilisieren zu wollen, indem sie diesen beschönigt).

Antonyme und Verklärung in anderen Sprachen

Manchmal lässt sich die Bedeutung eines Ausdrucks besser verstehen, wenn man über die Antonyme, also die sprachlich gegenteilig eingesetzten Elemente reflektiert. Während man als Gegenwort für das Nomen „Verklärung“ durchaus den Begriff „Aufklärung“ anbringen könnte, so ist es schon etwas schwieriger, ein passendes Adjektiv/Partizip zu finden, das in ähnlichen Satzkonstruktionen Verwendung finden könnte, wie das Grundwort „verklärt“. Denkbar wäre die Verwendung von „realistisch“ – einen vorwurfsvollen Satz wie: „Du hast einen sehr verklärten Blick auf die Vergangenheit“ könnte man durch einen anerkennenden ersetzen, indem man sagt; „Du hast einen sehr realistischen Blick auf die Vergangenheit“. Das Antonym „realistisch“ schreibt dem Gegenüber in diesem und in anderen Fällen also die Fähigkeit zu, sich kritisch und ungeschönt mit den verschiedenen Aspekten einer Situation auseinanderzusetzen.

Eine weiteres Verständnis des Begriffs „verklärt“ mag sich auch ergeben, wenn man fremdsprachliche Übersetzungen heranzieht. Im Englischen wird das Partizip in vielen Fällen entweder als „romanticised“ oder als „transfigured“ wiedergegeben. Das Wort „romantisiert“ kann man durchaus auch im deutschen Sprachgebrauch finden und damit die unrealistische Wahrnehmung von Begebenheiten ausdrücken. Der Begriff „transfigured“ hat im Englischen nicht automatisch die negative Konnotation, die bei „verklärt“ immer mitschwingt – allerdings ergibt sich diese dann ebenfalls aus der Einbindung in bestimmte Satzkonstruktionen.