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Was bedeutet „UVP“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Abkürzungen wie UVP begegnen uns oft im Alltag. Häufig schenken wir solchen Wörtern kaum Beachtung, dabei liefern sie wichtige Hinweise, die uns weiterhelfen können, Sachverhalte zu verstehen. Wer nämlich des Öfteren im Einzelhandel oder Supermarkt einkauft und dort Verpackungen betrachtet, wird öfters als gedacht mit der Kennzeichnung UVP konfrontiert. Insbesondere auf Webseiten von Produktherstellern oder in ihren Katalogen stoßen Beobachter auf den Begriff. Er dient in erster Linie dem Händler als Orientierung, kann aber auch für Verbraucher aufschlussreich sein, denn so manches Schnäppchen ist keines. Dies wird jedoch erst dann deutlich, wenn verstanden wurde, was sich hinter UVP verbirgt.

Der unverbindliche Verkaufspreis hilft Händlern und Verbrauchern gleichermaßen

Mit UVP wird der unverbindliche Verkaufspreis abgekürzt. Hin und wieder bezeichnen Produkthersteller ihre Waren auch mit der unverbindlichen Preisempfehlung. Sie wird dann als UPE markiert, was jedoch deutlich seltener vorkommt. Ein UVP wird in erster Linie vonseiten des Produzenten der Waren aufgeführt, damit der Handel eine Richtlinie erhält, in welchem Preissegment sich das Produkt im Verkauf bewegen sollte. Dadurch können Händler besser abschätzen, ob sie zu viel oder zu wenig Geld für den Artikel verlangen und wissen auch, wie hoch ihre Gewinnspanne ausfallen kann. Gleichzeitig macht der UVP es Händeln möglich, Angebote auszuschreiben und verhindert den Artikel unter Wert zu verkaufen. Wucherpreise können Händler ebenfalls nicht verlangen, da auch die Konkurrenz den UVP kennt und entsprechende Maßnahmen einleiten kann.

Ein UVP bei Markenartikeln ist heutzutage vielerorts vorzufinden

Nicht nur der Produzent, auch der Importeur von Waren kann einen UVP darlegen. Häufig sorgt die Vertriebsfirma in Absprache mit dem Hersteller für eine Kennzeichnung des Preises. Als Beispiel können hier Spielkonsolen angeführt werden, die mit leichten Schwankungen in einstelligen Bereichen weltweit zunächst in der gleichen Preiskategorie liegen. Erst Jahre später wird vom eigentlichen UVP Abstand genommen und mit Angeboten zu niedrigeren Preisen in Hoffnung größerer Absätze geworben. Ähnliches geschieht mit Markenschuhen, bekannten Parfüms oder Blu-rays. Sie alle werden nicht selten mit einem UVP ausgestattet. Daher ist es vor allem bei neuen Produkten schwer einen Vergleich zu tätigen und günstige Varianten zu finden, da sich zunächst die meisten Händler am UVP des Herstellers oder Vertriebs orientieren.

Deshalb hilft der UVP Händlern bei der zielführenden Kalkulation von Preisen

Der UVP hilft Händlern zu kalkulieren, wie und wann die Ware präsentiert wird, wie viel Geld er vom Kunden verlangen möchte und welche Umsätze zu erwarten sind. Bereits lange im Vorfeld des Einkaufs neuer Waren kennzeichnen Hersteller ihre neuesten Artikel mit einem unverbindlichen Verkaufspreis, etwa in Werbeprospekten für Händler. Je nach Absatzmarkt sind Unterscheidungen zu treffen, denn so existiert eine Verbraucherpreisempfehlung, die Kunden aufzeigen soll, welchen Wert im Verkauf das Produkt hat. Die Händlerpreisempfehlung wiederum dient weniger dem Verbraucher, sondern dem Handel, der seinen Wiederverkauf kalkulieren und korrekt einschätzen muss.

Der Einfluss des Bundeskartellamtes auf mögliche Wucherpreise

Die Verbraucherpreisempfehlung ist das, was Kunden als Endpreis in der Werbung präsentiert bekommen. Sie werden nicht willkürlich gewählt, auch wenn manche Händler hier gerne Preise nach oben schrauben würden. Damit dies verhindert wird, kommt das Bundeskartellamt in Deutschland zum Zuge und prüft dargelegte Preise für Endkunden genau auf ihre Richtigkeit. Hierbei soll sichergestellt werden, dass kein Händler Wucherpreise ansetzt und somit Verbraucher täuschen kann. Die Aufsichtsbehörde kümmert sich nicht nur aktiv für die Einhaltung des europäischen Wettbewerbsrechts, sie verhängt auch hohe Bußen bei Missachtungen, sodass Händler bereits im Vorfeld vorsichtig agieren, wenn sie Verbraucherpreisempfehlungen umsetzen.

Wann entstand der Begriff UVP und welche Folgen hatte dies?

Die Bezeichnung UVP existiert seit 1971. In diesem Jahr wurde die Preisbindung bei Markenartikeln komplett zu Grabe getragen, sodass Kunden sich auf unterschiedliche Angebote verschiedener Märkte freuen konnten, denn Händler konnten nun ihre Preise flexibler gestalten als zuvor. Gleichzeitig hat diese Umsetzung für mehr Wettbewerb und somit einen positiven Schub auf die deutsche Wirtschaft gesorgt, von der in Europa die Einzelhändler noch heute profitieren. Anwälte kennen jedoch das Problem von Marketingexperten, die mit möglichst prägnanten Slogans ihre Produkte bewerben möchten und dabei Gefahr laufen, für Missverständnisse zu sorgen. Aus diesem Grund ist es rechtlich nicht gerne gesehen, wenn der Begriff UVP ohne Erklärung auf Plakate oder in der TV-Werbung zu sehen ist. Schreiben Hersteller diesen jedoch mit der Erklärung als unverbindlichen Verkaufspreis, sind sie rechtlich abgesichert.