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Was bedeutet Status Quo? – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

Was bedeutet Status Quo

Der Begriff Status-Quo springt vielen Leserinnen und Lesern beim Stöbern in ihrem Lieblingsmagazin ins Auge. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich und in welchem Kontext wird er verwendet? Hier wird Abhilfe geschaffen.

Übernahme einer römischen Tradition

„Quo“ kommt ursprünglich aus dem lateinischen und bedeutet auf Deutsch „Wie“. Der Begriff beschreibt den aktuellen Zustand eines Sachverhalts. Im Kontext steht zunächst die Problematik der Sache, sowie die Lösungsansätze im Vordergrund. Dabei impliziert der Begriff, dass die Lösungen nur sehr schwer zu realisieren sind.

Im antiken Rom wurde in der Rechtsprechung in status quo ante verwendet, was so viel wie im vorherigen Zustand bedeutet. Er geht dem status quo immer voraus. In vergangenen Krisenzeiten nutzten die Menschen den Ausdruck, um die Umstände vor einem Krieg zu beschreiben. Die Deutschen benutzten in der Zeit des Ost-West-Konflikts den Begriff, um die Grenzsituation zu erläutern. Das „ante“ verlor mit der Zeit im Volksmund an Bedeutung. Status-quo hat sich im Laufe der Jahre erhalten und spielt in der heutigen Rechtswissenschaft weiterhin eine wichtige Rolle. Darüber hinaus verwenden Autoren in Fachzeitschriften diesen Begriff in ihren Artikeln. Des Weiteren sprechen Physiker von einem Status-quo, wenn sie sich auf das Fließgleichgewicht beziehen. Umfassend dient der Begriff als wichtiges Kriterium zur Beurteilung einer Situation.

Synonyme, verwandte Begriffe und andere Verwendungen

In einem Text oder einer Konversation lassen sich für Status-quo andere Begriffsähnlichkeiten verwenden. Im Volksmund werden die folgenden Begriffe meist häufiger gebraucht und sind im tagtäglichen Sprachgebrauch von größerer Bedeutung: Gegebenheiten, (Sach-)Lage, Sachverhalt, Situation, Umstände, Verhältnisse.

Primär in der Betriebswirtschaft und im Projektmanagement wird das Wort Ist-Zustand verwendet. Hierbei ermitteln Spezialisten die vorherrschenden Probleme eines Projektes mittels einer kostenintensiven Ist-Aufnahme.

Die Status-quo-Verzerrung beschreibt in der Psychologie den Zustand von Individuen, die eine Aufrechterhaltung der Verhältnisse wünschen. Sie fällt in die Kategorie der kognitiven Verzerrungen. Veränderungen stoßen bei den meisten Menschen auf Ablehnung. Aus diesem Grund wollen sie, dass alles „so bleibt wie es ist“. Sie kommt zum Tragen, wenn die aufgezeigte Lösung für die Problematik in der Situation keine langfristige Verbesserung herbeiführt. Aufgrund der mangelnden Risikobereitschaft der Menschen favorisieren sie den Status quo. Wissenschaftler konnten die Existenz dieses psychologischen Verhaltens in mehreren Experimenten nachweisen. In der Politik-Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaft tritt dieses Phänomen empirisch betrachtet regelmäßig auf. Die Status-quo-Verzerrung zielt auf den Default-Effekt ab, bei dem die Menschen sich für eine Option entscheiden, in der der Handelnde keine aktive Entscheidung trifft.

Der antike Begriff als Beispiel

Der Begriff kann in verschiedenen Sachverhalten verwendet werden. Der Einsatz muss nicht zwangsläufig rechtlicher Natur sein.

  1. „Viele Menschen gehen in dem Status-Quo von einer nationalen Spaltung aus, weil die Fronten stark verhärtet sind.“
  2. „Um unüberlegte Vorentscheidungen zu vermeiden, muss der Status-quo genau erfasst werden.“
  3. „In dem Verhältnis der Staaten Nord- und Südkorea ist derzeit keine Veränderung des Status-quo zu erkennen.“
  4. „Der Status-quo des Motors besagt, dass er noch jahrelang fehlerfrei läuft.“
  5. „Auf politischer Ebene kann es zu einer Verlängerung des Status-quo kommen, wenn Parteien sich nicht auf einen Konsens einigen können.“
  6. „Der Status-quo des Tanks besagt, dass unsere Vorräte bald aufgebraucht sind, wenn wir den Verbrauch nicht minimieren.“

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