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Was bedeutet „palliativ“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet "palliativ"?

Der Begriff „palliativ“ bedeutet „schmerzlindernd“, „die Beschwerden einer Krankheit lindernd“, „aber nicht (mehr) die Ursachen einer Krankheit bekämpfend“. Palliative Mittel kommen zum Einsatz, insofern eine Krankheit nicht mehr geheilt werden kann. So gibt es auch den Begriff „Palliativmedizin“. Patienten, die palliativ behandelt werden, besitzen eine begrenzte Lebenserwartung. Durch die palliative Behandlung soll die Lebensqualität des Behandelten / der Behandelten aufrecht erhalten respektive verbessert werden. Die palliativen Mittel können nicht nur körperlichen, sondern ebenso psychischen, spirituellen sowie sozialen Problemen entgegenwirken. Krankheiten, die lediglich palliativ behandelt werden können, sind bspw. Krebs, ALS, HIV, AIDS, Parkinson oder Demenz. Jene werden als progrediente Krankheiten bezeichnet, da sie immer weiter fortschreiten und der Fortschritt nicht mehr aufzuhalten ist.

„Palliativ“ ist ein Adjektiv. Die Silbentrennung lautet „pal / li / a / tiv“. Der Vokal „i“ der letzten Silbe wird lang ausgespochen. Im Plural heißt es „palliative“. Das Wort wird vor allem im Bereich der Medizin verwendet. Es stammt vom spätlateinischen Verb „palliare“ ab, was übersetzt „mit einem Mantel bedecken“ bedeutet. Jenes meint metaphorisch die Fürsorge für die Erkrankten, welche die Mediziner leisten. Sie versuchen, das Leben der Betroffenenen so erschwinglich wie möglich zu gestalten. Dies kann mit der Geschichte des hl. Sankt Martin verglichen werden. Jener war ein Soldat, der seinen Mantel zweitelte und die eine Hälfte einem der an jenem Tag vorherrschenden Eiseskälte hilflos ausgelieferten Bettler übergab. Zwar wird die gute Tat des Sankt Martin die Lebensqualität des Bettlers nicht auf das durchschnittliche Niveau der Bevölkerung der damaligen Zeit gebracht haben. Doch hat der halbe Mantel das Leben des Bettlers verbessert, indem er ihn zumindest vor der Kälte schützt.

Inhaltsverzeichnis (bitte aufklappen)

Beispiele:

„Der Arzt besitzt hervorragende Kenntnisse auf dem Gebiet der Palliativmedizin.“
Erläuterung: Dieser Satz bestätigt dem Arzt ein umfassendes Wissen über die Einsatzmöglichkeiten von schmerzlindernden Mitteln.

„Menschen, die eine schlimme Krankheit erlitten haben und nur zwecks palliativer Mittel behandelt werden können, sind zu bemitleiden.“
Erläuterung: Die Krankheiten befinden sich in einem Stadium, gegen das übliche Medikamente nichts mehr bewirken können. Stattdessen können lediglich die Schmerzen der Patienten dank der palliativen Mittel abgeschwächt werden, weshalb diese Menschen Mitleid verdient haben.

„Palliative Mittel können Gutes bewirken, jedoch niemanden von seiner Krankheit erlösen.“
Erläuterung: Anhand dieses Beispielsatzes wird gut deutlich, dass der Begriff „palliativ“ sowohl als positiv als auch als negativ konnotiert betrachtet werden kann. Zwar wirken palliative Mittel schmerzlindernd, was eine positive Eigenschaft darstellt, doch können sie keine Krankheiten beheben, was wiederum ein negativer Aspekt ist.

Synonyme

Die Anzahl der Synonyme des Begriffes „palliativ“ ist überschaubar. Mögliche Synonyme sind etwa „lindernd“, „schmerzlindernd“ sowie „krankheitsmildernd“. Um zu beschreiben, dass jemand auf der Palliativstation liegt, können die Ausdrücke „der Tod guckt aus den Augen“, „leichenblass“ oder „siech“ verwendet werden. Letzterer ist ein Archaismus, ergo ein veralteter Begriff. Jener bedeutet, dass jemand (schon) über eine längere Zeit und ohne Aussicht auf Besserung krank, schwach und hinfällig ist. In der Regel wird mit dem Begriff „siech“ der Zustand einer alten Person beschrieben („er ist alt und siech“). Woher dieser Begriff stammt, ist nicht mehr nachvollziehbar. Die geringe Anzahl an Synonymen dürfte daran liegen, dass das Wort „palliativ“ von der Mehrheit der Bevölkerung verhältnismäßig selten genutzt wird.

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