Skip to content
Fachwort24.com » Fremdwörter » Was bedeutet „orthodox“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet „orthodox“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet "orthodox

Will man den Begriff „orthodox“ verstehen, so ist es hilfreich, sich zunächst die aus dem altgriechischen stammenden Morpheme zu verdeutlichen, aus denen sich das Wort zusammensetzt. Der Wortbestandteil „ortho“ leitet sich vom Ursprung „orthos“ her, der als „gerade“ oder „richtig“ übersetzt werden kann. Man findet das entsprechende Morphem natürlich auch in anderen (insbesondere medizinischen) Begrifflichkeiten wie „Orthopäde“ oder „Orthese“. Das sprachliche Element „dox“ ist vom altgriechischen „doxe“, beziehungsweise vom Verb „doxein“ abgeleitet, das in Form des Nomens „Glauben“ oder des Verbs „glauben“ übertragen lässt. In der wörtlichen Übersetzung hat man es bei der Wendung „orthodox“ also mit dem „richtigen“ oder „ursprünglichen“ Glauben zu tun.

Selbstbezeichnung und Fremdbezeichnung

Der Begriff „orthodox“ begegnet uns in bestimmten Glaubensrichtungen als Teil der Selbstbezeichnung; die russisch-orthodoxe Kirche benennt sich beispielsweise in Abgrenzung von ihrer römisch-katholischen Schwester als „ursprüngliche“ und damit vielleicht auch „korrekte“ Version der Hinwendung zu Gott. Nicht anders ist es bei der serbisch-orthodoxen oder der griechisch-orthodoxen Richtung. Die Wendung „Orthodoxie“ kann aber auch gleichermaßen als Fremdbezeichnung fungieren. So bezeichnet man zum Beispiel den besonders strengen Zweig des jüdischen Glaubens als „orthodox“; in Bezug auf den Islam findet dieser Begriff eigentlich keine Verwendung und es wird eher das Wort strenggläubig eingesetzt wenn man über besonders ursprüngliche Richtungen dieser Weltreligion spricht.

Grundsätzlich kann man sicher sagen, dass der Begriff altgriechischen Ursprungs tendenziell eher für westliche oder durch westliche Einflüsse geprägte Religionen verwendet wird. auch wenn es in der Geschichte aller Glaubensgemeinschaften immer Strömungen gibt, die bemüht sind, sich an den Ursprüngen und dem unverstellten Original zu orientieren, während andere bemüht sind die Haltung zum höchsten Wesen mit reformatorischen Kräften zu erneuern.

Synonyme und Antonyme von „orthodox“

Es ist sicher erwähnenswert, dass man einer Begriffsverwirrung dadurch zuvorkommt, dass man in der römisch-katholische Kirche auch strenge und am Ursprung orientierte Strömungen nicht als „orthodox“ bezeichnet, auch wenn es bestimmte Tendenzen von Gruppierungen gibt, sich zu den originären Formen des Glaubens zurückzubewegen. Auch in Bewegungen mit eher sektiererischem Charakter findet man oft ein großes Mass an Rückwendung zu den alten Formen, der allerdings auch nicht notwendigerweise „orthodox“ genannt wird. Zu den gleichbedeutenden Begriffen des Wortes „Denotation“, also den Synonymen gehören neben dem erwähnten strenggläubig auch Wörter wie:

„konservativ“, „traditionell“, „konformistisch“ oder „ursprünglich“; sucht man einen gegenteiligen Ausdruck, also ein Antonym, so kann man sich zum Beispiel an den Worten „unkonventionell“, „unorthodox“, „freigläubig“ oder „informell“ bedienen um eine Richtung zu beschreiben, die sich eher von den ganz ursprünglichen Werten abwendet. Es sei zuletzt darauf hingewiesen, dass „orthodox“ zwar hauptsächlich in Bezug auf den kirchlichen Glauben verwendet wird, dass man es aber durchaus in seiner übertragenen Bedeutung auch auf Bereiche anwenden kann, die andere Zusammenhänge aufmachen. So kann ein Schulmediziner durchaus als „orthodox“ bezeichnet werden, wenn er sich gegenüber alternativen Heilmethoden als sehr verschlossen zeigt.

Die Schulmedizin entspräche in dieser Beschreibung sozusagen dem Glaubensbekenntnis des Arztes von dem die Rede ist. Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass es sich bei „orthodox“ um einen vielschichtigen Begriff handelt, der seinen Ursprung im Altgriechischen hat und eine Glaubensform beschreibt, die sich an der Ursprungsform einer religiösen Strömung orientiert oder orientieren möchte.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.