Skip to content
Fachwort24.com » Bedeutung von Adjektiven » Was bedeutet „metaphorisch“? – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

Was bedeutet „metaphorisch“? – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

metaphorisch

Ganz allgemein bezeichnen Metaphern eine Form der bildhaften, indirekten Sprache, die wir einerseits in der Alltagskommunikation überaus häufig verwenden und die andererseits die Besonderheit des literarischen Formulierens ausmacht. Die Abgrenzung metaphorischer Sprache zu „Vergleichen“ und zur sogenannten „Metonymie“ sollte beachtet werden, wenn man verstehen will, wie das Kommunizieren in Bildern funktioniert. Eine Metapher hat dabei die logische Form „A ist B“ und setzt zwei Begriffe aus unterschiedlichen Bedeutungsbereichen miteinander in Verbindung – man kann beispielsweise zu seinem Gegenüber sagen: „Du bist eine Rose“. Im westlichen Kulturkreis wird dieser Satz üblicherweise positiv aufgefasst, da das kollektive Gedächtnis diese Blume eher mit romantischer Dichtung und Liebe und weniger mit ihren Dornen in Verbindung bringt.

Definition der Metapher

Metaphern sind nicht universell. Während der Begriff Mondgesicht im Deutschen die Assoziation eines Ödems hervorruft, beschreibt er etwa in der türkischen Sprache das Schönheitsideal eines wohlgeformten Antlitzes. Das metaphorische Sprechen kann mit sehr ungewöhnlichen, innovativen Verknüpfungen arbeiten oder so in der Alltagskommunikation etabliert sein, dass einem die Bildhaftigkeit kaum mehr auffällt. Ein sehr typisches Beispiel für eine in den Alltag eingegangene Verknüpfung von Kategorien ist der Begriff „Tischbein“ – man realisiert fast gar nicht mehr, dass hier eine menschliche und eine Objekt-Ebene zusammengebracht werden. Eine Metapher ist also eine Bedeutungsübertragung, die aus den üblichen Schubladen, mit denen wir die Welt betrachten ausbricht. Es verwundert nicht, dass insbesondere die Gattung Lyrik zu einem sehr großen Teil aus Metaphern besteht (oder zumindest in ihrer traditionelleren Ausprägung bestand. Ungewöhnliche Metaphern erlauben es uns, einen neuen Blick auf bestehende Phänomene zu werfen, so dass auch in den Wissenschaften die Ideenfindung mit Hilfe von kreativen Schreibübungen vorantreiben. Ein Beispiel für eine „neue“ Verknüpfung wäre so etwas wie: „Die Liebe ist ein Säbelzahntiger“. Wer das hört, wird vermuten, dass der Hervorbringer dieser Metapher vielleicht betonen möchte, dass die Liebe ausgestorben ist, weil sie keine praktische „Erfindung“ war. Natürlich kann man auch versuchen, Metaphern zu kreieren, die keinen Sinn ergeben. Wenn jemand schreibt; „Gott ist ein Rasenmäher“, dann ist es gut möglich, dass es dem Rezipienten nicht gelingt, eine Hypothese über die potenzielle Bedeutung dieses Satzes aufzustellen.

Abgrenzung zum Vergleich und zur Metonymie

In der Literaturwissenschaft wird streng zwischen der Metapher und dem Vergleich (englisch „Simile“) unterschieden. Ein Vergleich hat immer die Struktur: „A ist wie B“, also; „Du bist wie eine Rose“. Während der Unterschied zum metaphorischen Ausspruch „Du bist eine Rose“ zunächst vernachlässigbar erscheint, so gibt es doch eine entscheidende Differenz: Der Vergleich bezieht sich in diesem Beispiel auf einen charakterlichen Teilaspekt der Person, die mit der Rose in Verbindung gesetzt wird, während die Metapher eher die gesamte Person in allen ihren Eigenheiten als Rose beschreiben möchte. Im metaphorischen Kategorienaustausch kann der Rezipient auch die Definition von „Rose“ neu erfahren, in gewisser Weise öffnen sich also beide Begriffe für eine Neuinterpretation. Eine weitere Form der Bedeutungsübertragung ist die Metonymie, bei der ein Begriff durch einen kategorieverwandten Ausdruck ersetzt wird. Ein Beispiel hierfür wäre: „Von der Wiege bis zur Bahre“ (also: von der Geburt bis zum Tod).

Hat dir der Beitrag gefallen?