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Was bedeutet kokett? – Definition, Synonyme & Beispiele

Was bedeutet kokett

Das Ausdruck „kokett“ und seine Nominalform „Koketterie“ entstammen der französischen Sprache und sind Ableitungen des Wortes Coq (Hahn/Hähnchen), bzw. angepasste Übernahmen der Begriffe „coquet/coquette“, die in ihrer romanischen Ursprungsform bereits die identische Bedeutung haben. Interessanterweise werden im Französichen die Adjektive in ihren Endungen an das Genus, also das grammatische Geschlecht angepasst – aus diesem Grund existiert sowohl die männliche Form „coquet“ als auch die weibliche Form „coquette“. Im Deutschen Sprachgebrauch werden Adjektiv-Endungen in einer anderen Art und Weise angepasst, so dass man davon ausgehen kann, dass es mit „kokett“ die feminine Form ins Nachbarland geschafft hat, hier aber geschlechtsneutral verwendet wird und werden kann.

Wortgeschichtlich ähnlich ist es beispielsweise der Krokette ergangen, die als Nomen dann aber auch im Deutschen ein weibliches Geschlecht besitzt. Ein Mann oder eine Frau, die kokett sind, oder sich kokett benehmen, sind in einer Flirtstimmung, spielen ein wenig mit dem Gegenüber, und wollen partout bewundert werden. Zu den üblicherweise angeführten Synonymen – also den Ausdrücken mit einer ähnlichen Bedeutung und Konnotation – werden Begriffe wie eitel, frech, gefallsüchtig oder sogar narzisstisch genannt.

Vergleichbare Ausdrücke im Deutschen

Dabei hat die Ableitung vom typischen Verhalten eines Hahnes, der durch sein Revier stolziert, auch im deutschsprachigen Raum Parallelen. Menschen (in diesem Falle eher Männer) können insbesondere in Dialekten als „Gockel“ oder „gockelhaft“ beschrieben werden und es ist davon auszugehen, dass diese Beschreibung auch noch häufiger in Verwendung ist, als der aus dem romanischsprachigen Nachbarland stammende gleichbedeutende Begriff „kokett“. Bei der semantischen Analyse von Wörtern oder Wortfeldern kann es durchaus hilfreich sein auch einen Blick auf die Antonyme, also auf die Ausdrücke mit gegenteiliger Bedeutung zu werfen.

Hier finden sich im Deutschen Worte wie uneitel, zurückhaltend und bescheiden. Das inzwischen etwas aus der Mode gekommene Wort kokett, beschreibt also ein übertrieben arrogantes und selbstsüchtiges Verhalten und Personen, die sich zeitweilig oder dauerhaft in der entsprechenden Art und Weise benehmen. Die Konnotation des Ausdrucks geht eher in eine negative Richtung, beschreibt also ein weniger wünschenswertes Verhalten, eines jedoch, das in seltenen Fällen auch eher Teil einer (dann positiven) Flirtstrategie sein kann. Die Bedeutungsnuancen haben sich im Rahmen der „Einbürgerung“ in die Deutsche und auch in die Englische Sprache (coquette) wenig bis gar nicht verändert, was sicher etwas damit zu tun hat, dass dieses Wort eine Bedeutungslücke ausfüllt, indem es ein Verhalten beschreibt, dass jeder kennt, und schon mal wahrgenommen hat, für dass es aber in der Zielsprache abgesehen von dem in den meisten Fällen dialektal genutzten Wort „Gockel“ keinen Begriff gab.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich betonen, dass der Begriff kokett eine sehr typische Übernahme aus dem Französischen beschreibt, die möglicherweise im Rahmen der napoleonischen Feldzüge passiert ist. Gerade dieser Zeitraum war es ja, in dem eine Vielzahl von Begriffen aus dem damals dominanten Nachbarland sozusagen nach Deutschland hinübergeschwappt sind und dieser Kontakt ist bis heute sprachlich besonders in den westlichen Regionen Deutschlands noch überaus stark spürbar und erfahrbar. Erkennbar ist der französische Ursprung an der sehr typischen Endung „-ett“, die die Übernahme der weiblichen französischen Form „-ette“ kennzeichnet.

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