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Was bedeutet Intention? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Wortbedeutung und Synonyme

Viele Wörter lassen sich auf die Römer und ihr Latein zurückführen, so auch die Intention. Sie geht auf das Wort „intentio“ zurück, das sich mit Vorhaben oder Absicht übersetzen lässt.
Wörter wie Ziel, Vorsatz oder Bestreben können synonym verwendet werden.

Eine potentielle Stolperfalle gibt es vor allem für Nicht-Muttersprachler: Das Wort „Intention“ darf keineswegs mit „Intension“ verwechselt werden. Letzteres hat eine völlig andere Bedeutung, da es aus der Psychologie kommt und eine innere Anspannung meint.

Wann verwendet man den Begriff?

In der Umgangs- und Alltagssprache ist die Verwendung unüblich, da man meistens von der Absicht spricht. In der akademischen Verwendung und bereits in der gymnasialen Oberstufe ist der Begriff hingegen sehr gebräuchlich und angemessen zum stilistischen Ausdruck höherer Bildungssprache.

Beispiele zur analytischen Verwendung: Kritik als Intention

Sowohl an der Universität als auch am Gymnasium kommt man kaum an Interpretationen vorbei. Jeder Text, von der Kurzgeschichte über das Gedicht bis zum Roman, kann auf die Intention des Autors untersucht werden. Oft liegt die Intention in Kritik an sozialen und/oder politischen Missständen, die zunächst klar aufgezeigt werden. Daraus soll man seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen und sich die Frage stellen: Wie sollte eine gesellschaftliche Ordnung aussehen, in der es gar nicht erst zu solchen Missständen kommt? Liegt ein tragischer Ausgang nur im individuellen Handeln einzelner Akteure begründet oder resultiert deren Handeln vielmehr aus sozialen und politischen Strukturen? Ist letzteres der Fall, wäre die Kritik an sozialen und politischen Zuständen eine umso stärkere Intention. Besonders zu Zeiten er Aufklärung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lag die Intention der Autoren im Ruf nach mehr individueller Freiheit und Akzeptanz persönlicher Entscheidungen auch gegen gesellschaftliche Widerstände.
Beispiele hierfür finden sich in Lessings Drama „Emilia Galotti“ oder Friedrich Schillers Drama „Kabale und Liebe“.

Auch in der Moderne spielt politische und soziale Kritik eine große Rolle. Im Gegensatz zu früheren Zeiten bekommt sie durch Meinungs- und Pressefreiheit einen anerkannten Status und nimmt daher in den Medien von der Zeitung bis zum Internet eine immer größere Rolle ein.
Ein besonders effektives Mittel ist die Karikatur, da sie im Gegensatz zu hunderten Worten die kritische Intention des Verfassers gezielt auf den Punkt bringen und auf lustige und zugleich anschauliche Weise vermitteln kann. Vor allem mit Satire oder Ironie als Stilmittel wird die Intention sehr deutlich.

Von der Information zur Manipulation

Die Intention eines Autors muss nicht immer nur Kritik sein. In seriösen Medien wird wertneutral über neue Entwicklungen im Land oder Projekte vor Ort berichtet. Die Intention liegt dann in der Information und Nachrichtenvermittlung. Gerade in den letzten Jahren zeigte sich, wie fließend der Übergang von der sachlichen Information zur bewussten Manipulation ist. Vorreiter sind hier die sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram & Co, in denen es immer wieder zu Falschinformationen (auf englisch „fake news“) kommt.

Es gibt deskonstruktive und konstruktive Intentionen

Während es früher nur wenige Autoren gab, die ihre Intentionen literarisch verbreiten konnten, steht heute durch das Internet quasi fast jedem die Möglichkeit offen, sein Anliegen in die ganze Welt zu tragen. Die Intentionen werden dabei immer vielfältiger und sollten nicht nur mit Desinformation und fakes assoziiert werden. Es gibt auch konstruktive Intentionen wie z.B. Wachrütteln mit Schockbildern in Verbindung mit Spendenaufrufen, um notleidenden Menschen zu helfen.

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