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Was bedeutet homophop? – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

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Herkunft und Bedeutung des Wortes

Das Wort homophob setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: homo und phobos.
Das griechische Wort „homo“ bedeutet „gleich“ oder „ähnlich“. In Bezug auf sexuelle Orientierung bedeutet es, sich von Menschen des gleichen Geschlechts angezogen zu fühlen. Es gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.
Das Wort „phobos“ hingegen bedeutet „Angst“ oder „Furcht“.
Wörtlich übersetzt meint homophob als Adjektiv oder Homophobie als Substantiv eine ablehnende bis hin zu offener feindlicher Haltung gegenüber Männern, die Männer und Frauen, die Frauen lieben.

Warum der Begriff umstritten ist

Aus dem griechischen „phobos“ leitet sich der Begriff „Phobie“ ab, mit dem eine unkontrollierbare, im Unterbewusstsein verankerte Angststörung gemeint ist. So haben einige Menschen z.B. Angst vor Spinnen, Schlangen oder anderen Tieren und können diese nicht ablegen.
Genau deswegen ist der Begriff „homophob“ in der Sozialwissenschaft umstritten, weil er indirekt nahelegt, dass Menschen es nicht steuern können, eine solche Angst zu bekommen oder abzulegen. In den wenigsten Fällen geht es aber bei Homophobie um Ängste. Vielmehr ist Homophobie eine bewusst eingenomme Haltung, mit der sexuell anders orientierte Menschen gezielt ausgegrenzt und abgewertet werden.
Im englischsprachigen Raum ist daher der Begriff „homo negativity“ verbreitet. Im deutschen konnte sich die Übersetzung „Homo-Negativität“ jedoch nicht durchsetzen und der Begriff „homophob“ steht weiterhin für alle, die gleichgeschlechtliche Beziehungen ablehnen.

Synonyme

Es ist schwierig, Synonyme zu finden, ohne dabei abwertende oder beleidigende Wörter zu verwenden. Das inhaltlich passende Synonym „schwulenfeindlich“ hat den Nachteil, dass es mit der Bezeichnung als „schwul“ ein beleidigendes Wort für Männer, die andere Männer lieben, verwendet. Noch abwertender wäre „feindlich eingestellt gegenüber Schwuchteln“, da letzteres Wort von homosexuellen Menschen als zutiefst abwertend gesehen wird und damit gesellschaftlich inakzeptabel ist. So entsteht das Paradox, dass die Kritik an homophoben Menschen selbst einen homophoben Begriff enthält.
Ein politisch korrektes Synonym sollte sich immer auf das neutrale Wort „homosexuell“ beziehen. Passende Synonyme wären somit „homosexuellenfeindlich“ oder „abwertend gegenüber homosexuellen Menschen“.

Beispiele

Homophobie kann individuelle, soziale und politische Dimensionen annehmen.
Auf individueller Ebene kann es für alle verwendet werden, die im Alltag und in ihren persönlichen Beziehungen Menschen mit homosexueller Orientierung ausgrenzen und herabwürdigen. Jemand, der zwei Hände haltende Männer auf offener Straße als „Schwuchteln“ beschimpft, kann also zu Recht als homophob bezeichnet werden. Das gilt auch für jemanden, der plötzlich nichts mehr mit seinem Freund zu tun haben will, weil dieser sich als homosexuell geoutet hat.
Im größeren sozialen Rahmen kann auch eine Gesellschaft oder kleinere Gemeinschaft, in der eine tonangebende Mehrheit homosexuelle Menschen ausgrenzt und ihnen zu verstehen gibt, dass sie als anders- oder abartige nicht erwünscht sind, homophoben Charakter haben.
Homophobie kann ebenso weitreichende politische Ausmaße annehmen. Beispiele hierfür sind Regierungen in konservativen islamischen Staaten, in denen homosexuelle Handlungen unter Strafe bis hin zum Tod verboten sind. Konservative Regierungen in europäischen Staaten können jedoch auch homophobe Gesetze erlassen. So sorgte der ungarische Regierungschef Orban im Sommer 2021 für Schlagzeilen, als seine Partei ein Gesetz auf den Weg brachte, das die Darstellung von Homosexualität gegenüber Minderjährigen verbietet und es so z.B. in der Schule unmöglich macht, über andere sexuelle Identitäten zu reden. In Russland sieht es auch nicht besser aus, hier wurde 2018 ein Gesetz gegen die Verbreitung vermeintlicher „homosexueller Propaganda“ erlassen.
Auch wenn die politische Situation in westlichen Staaten toleranter und liberaler aussieht: in einigen Köpfen hält sich leider immer noch Homophobie.

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