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Was bedeutet gendern? – Aufklärung & Beispiele

Was bedeutet gendern

Mit dem Gendern soll die Sprache ausdrücken, dass alle Geschlechter mit einem Begriff angesprochen werden. Viele Tätigkeiten wurden in der Vergangenheit in der maskulinen Form eingesetzt. Andere Begriffe standen ausschließlich in der femininen Form zur Verfügung. Später wurden immer die männliche und die weibliche Ausdrucksweise nacheinander gestellt. Dadurch sollten sich dann alle Menschen angesprochen fühlen. Heute existiert eine zusätzliche Möglichkeit mit dem Gendersternchen. Es wird beim Schreiben zwischen den Begriff und das angefügte „in“ eingefügt. Aus Lehrer und Lehrerin wird dann Lehrer*in. Beim Sprechen wird das Sternchen durch eine kurze Verzögerung deutlich gemacht.

Gleichberechtigung in der Sprache:

Die Tatsache, dass alle Menschen gleichgestellt sein müssten, ist den meisten Personen klar. In der Psychologie wird schon lange davon gesprochen, dass das Denken die Sprache beeinflusst. Ebenso hat die Sprache eine Wirkung auf unser Denken. Daher ist es wichtig, wie Dinge ausgedrückt werden. Egal ob über Berufe gesprochen wird, die in der Vergangenheit überwiegend von Männern oder Frauen ausgeübt wurden, die Sprache verfestigt diese Haltung zusätzlich. Eine Krankenschwester und eine Tagesmutter sind Begriffe, die zum Teil mit sperrigen Bezeichnungen ersetzt wurden. Die Pflegefachkraft kann männlich oder weiblich sein. Ist die Person, die die Kinder betreut, männlich, wird sie zum Tagesvater. Genauso wird dann aus dem Feuerwehrmann eine Feuerwehrfrau.

Gleichberechtigung im Alltag:

Die Tatsache, dass sich alle Personen gleichberechtigt angesprochen fühlen, ist sehr wichtig. Das sollte sich entsprechend auch im Handeln widerspiegeln. Die Grundlage dazu wird bereits in der frühen Kindheit gelegt. Die Frage, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist, wird oft durch die Auswahl der Farben beantwortet. Immer noch werden Mädchen häufiger in Rosa, Jungs öfter in blaue Strampler gekleidet. Damit wird die Vorliebe für die spätere Lieblingsfarbe stark beeinflusst. Beim Spielzeug geht die Prägung dann weiter. Bei Versuchen wurde deutlich, dass einem vermuteten Mädchen eher eine Puppe oder ein Kuscheltier zum Spielen angeboten wurde. Die vermutlichen Jungen erhielten hingegen Fahrzeuge oder Bauklötze gereicht. Diese Beeinflussung kann weitreichende Folgen haben. In vielen Portalen sind Spielzeuge in zwei Rubriken aufgeteilt, nämlich solche für männliche oder weibliche Kinder. Damit prägen die Erwachsenen, welches Verhalten und welche Vorlieben als männlich oder weiblich verstanden werden. Kinder, deren Interessen diesen Vorgaben nicht entsprechen, fühlen sich damit nicht wohl. Sie haben jetzt die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren oder sich dem zu unterwerfen. Eltern, die ihre Kinder ohne diese geschlechtsspezifische Prägung erziehe wollen, sollten ihnen immer beide Varianten anbieten. Vielleicht freut sich der Junge mehr über eine Puppenküche, das Mädchen liebäugelt aber schon lange mit der elektrischen Eisenbahn. Jedes Kind, das sich frei entwickeln darf, wird zu einem selbstbewussten Menschen heranwachsen. Das persönliche Potenzial kann dann voll ausgeschöpft werden.

Es gibt kein richtig und falsch bei Geschlechtern:

Früher mussten Mädchen, die keine Röcke tragen wollten, anhören, dass sie keine richtigen Mädchen sind. Jungen, die auf ihr Äußeres achteten und nicht wild mit dem Fußball spielen mochten, hörten vergleichbare Kommentare. In beiden Fällen versuchte die Gesellschaft die Kinder in ein Rollenbild zu zwängen. Das Gendern zeigt heute, dass viele Erwachsene noch unter diesen Folgen leiden. Sie fühlen sich bei der unpassenden Ansprache zurückgesetzt. Viele Frauen erleben die maskuline Form eines Begriffs als inkorrekt. Sie selbst fühlen sich dabei nicht gemeint. Hätten sie schon seit der Kindheit erlebt, dass alle Kinder gleichwertig angesprochen werden, gäbe es dieses Problem vielleicht gar nicht. Die Tatsache, dass Männer und Frauen nach wie vor nicht gleich entlohnt werden, verstärkt das Problembewusstsein. Viele Menschen fühlen sich keinem Geschlecht entsprechend. Sie sind möglicherweise binär, transsexuell oder geschlechtsneutral. Auch diese Möglichkeit ist natürlich und richtig. Sprache kann nur schwer so umgewandelt werden, dass jede Form von Geschlecht einen eigenen Artikel erhält. Wichtiger ist, dass Sprache voller Akzeptanz und tolerant ist. Erst wenn jeder Mensch seine Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit fühlt, wird das Fehlen des richtigen Artikels weniger wichtig werden.

Fazit:

Ob eine Person die gendergerechte Sprache mag oder nicht, sei ihr überlassen. Das Sprechen mit verzögertem Gendersternchen ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. In der Schriftsprache ist das Gendern am Anfang ungewohnt. Was allerdings immer wichtig ist, ist die Tatsache, dass Gleichberechtigung ausgedrückt wird. Erst wenn alle Menschen sich gegenseitig mit Respekt begegnen, wird die Wortwahl jedes Mal dementsprechend sein. Ob dann von den Schülern und Schülerinnen oder den Schüler*innen gesprochen wird, macht keinen Unterschied. Jede Person weiß, dass sie mit angesprochen und gemeint wurde.

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