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Was bedeutet „endemisch“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Nachfolgend wird erörtert, was der medizinische Begriff endemisch bedeutet. Hierzu wird auch ein Rückschluss auf vergleichbare Begriffe gezogen und die Unterschiede hierzu herausgearbeitet. Zusätzlich werden Beispiele gegeben, um den Gesamtzusammenhang besser erörtern zu können.

Was ist Endemie?

Endemie ist ein Begriff aus der Medizin. Bezeichnet werden als endemisch immer Krankheiten, die auf lange Dauer angelegt und sehr gehäuft in bestimmten Regionen der Erde oder in einer Population auftreten und vorkommen. Ein klassisches Beispiel für eine Endemie ist das Vorhandensein von Malaria in beinahe 100 subtropischen und tropischen Ländern mit täglich neuen Erkrankungen infolge von Mückenstichen.

Das Besondere an der Endemie

Das Besondere an einer Endemie ist, dass eine bestimmte Population oder auch Region auf der Erde über einen längeren Zeitraum von einer bestimmten und bestimmbaren Krankheit betroffen ist. Diese Krankheit ist unter den Populationen oder in den Regionen im Hinblick auf die Häufigkeit und Neuerkrankung stärker vorliegend, wenn ein Vergleich mit anderen Regionen oder Populationen auf der Welt betrachtet wird. Es gibt bei der Erkrankung zwar Schwankungen. Allerdings sind diese Schwankungen eher gering, als dass immer ein hohes Niveau der Krankheit in der Population oder der Region dauerhaft vorhanden ist. Damit stellt eine Endemie auch einen erheblichen Unterschied zu einer Epidemie dar. Eine Epidemie tritt nur vorübergehend in Erscheinung. Bei einer Pandemie kommt es in regionalem Bezug zu einer länder- und kontinentübergreifenden Ausbreitung der Krankheit.

Krankheiten mit endemischem Status

Insbesondere Infektionskrankheiten haben bisweilen einen endemischen Status, wenn sie in einem bestimmten Gebiet auftreten. Dabei ist die Anzahl der Erkrankungen lokal unter der Population dauerhaft hoch und mit kleineren Abweichungen auch konstant. Kennzeichnend hierbei nicht die Höhe der täglichen Fallzahlen. Vielmehr wird auf die andauernd hohe Fallzahl auf fast gleichem Niveau abgestellt. Auch werden Rückschlüsse auf die Anzahl spezifischer Todesfälle hieraus gezogen. Wobei immer auch die Dauer und Letalität der Erkrankung in die Betrachtungen einbezogen werden.

Für eine endemische Lage müssen die häufigen Erkrankungen einer Population oder in einer Region allerdings nicht zwangsläufig auf einer Infektionserkrankung fußen. Als Beispiel für eine nicht auf Infektionen fußenden Krankheit wird immer der endemische Kropf genannt. Diese Schilddrüsenvergrößerung wird zumeist auf einen Jodmangel im Trinkwasser und in der Nahrung zurückgeführt. Weiterhin werden auch regionale Mineralvergiftungen der Population als Endemie angesehen. Gemäß geografischer Gesetze wird die betreffende Region dann als Endemie Gebiet festgelegt.

Malaria als endemische Krankheit

Malaria ist eine global sehr häufig vorkommende Infektionskrankheit. Pro Jahr erkranken circa 200 Millionen Menschen immer wieder erneut an Malaria. In beinahe 100 Ländern wird die Malaria Erkrankung wissenschaftlich als endemisch eingestuft. Dabei gibt es in den betroffenen Regionen immer wieder Abstufungen im Krankheitsbild und auch in der Wahrscheinlichkeit, sich mit Malaria zu infizieren. Aus diesem Grund wird das Risiko sich anzustecken auch unterschiedlich beurteilt, weil die Übertragung des Erregers zumeist verschieden ist. Ist in einer Region allerdings die vollständige Population von der Krankheit betroffen, wird als Fachausdruck von einer holoendemischen Region gesprochen. Unstrittig ist allerdings, dass die zunehmende Erderwärmung dazu führen wird, dass die für Malaria ursächlichen Mückenstiche auch in weiteren Regionen zunehmen werden. Durch die Klimaveränderung können die ursächlichen Mücken weitere Regionen auf der Welt finden, in denen sie sich niederlassen und vermehren können.