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Was bedeutet „deduktiv“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet "deduktiv"

Deduktiv bedeutet „ableitend“ oder „ableiten“ für den Begriff Deduktion. Dieser Begriff findet unter anderem in der Forschung Anwendung, um eindeutige Hypothesen oder Aussagen daraus abzuleiten. Dies bedeutet anders formuliert, dass Erkenntnisse aus bestimmten Beobachtungen abgeleitet werden, um aus diesen dann logische Schlussfolgerungen ziehen zu können. Dieses eindeutige Resultat kann sodann anhand von Daten auf seine Richtigkeit in Bezug auf den angewandten Hypothesen überprüft werden, ob diese nun tatsächlich zutrifft oder nicht. Dies stellt somit die deduktive Forschung dar. Deduktive Ergebnisse können jedoch auch in die Irre führen, sollten die gewählten Mindestanforderungen falsch gewesen sein.

Um dies weitestgehend auszuschließen, ist es in der Wissenschaft unerlässlich, sorgfältig und strukturiert vorzugehen, da ausschließlich dadurch die Aufgabe und das Ziel erreicht werden kann, nachvollziehbare und messbare Erkenntnisse zu gewinnen. Die deduktive Forschung schlussfolgert somit vom Allgemeinen auf spezifische Aussagen, und die „induktive“ Forschung wiederum schlussfolgert vom Spezifischen zum Allgemeinen hin.

Was bedeutet somit „induktiv“?

Induktive bedeutet „herbeigeführt“ oder „veranlasst“. Diese Vorgehensweise stellt in der Forschung den umgekehrten Weg dar, wie es bei der deduktiven Methode der Fall ist. Dies bedeutet, dass mithilfe Abstraktion und Verallgemeinerung eine Theorie erstellt werden soll, die wiederum Sachverhalte darstellt.

Je nach Art der Forschungsfrage eines Themengebiets muss somit entschieden werden, ob nun deduktiv oder induktiv geforscht wird. Dies ist jedoch wiederum abhängen davon, welches Ziel mit der Forschungsarbeit erreicht werden soll.

Es kann jedoch nicht grundsätzlich gesagt werden, dass ausschließlich eine deduktive oder induktive Forschung ausreichend ist. Viele Forschungsprojekte können nicht stattfinden, wenn lediglich die eine ohne die andere Methode berücksichtigt wird. Deduktion und Induktion sind augenscheinlich zwar erst einmal gegensätzlich, jedoch werden beide benötigt, um zufriedenstellende oder eindeutige Ergebnisse zu erhalten. Prämissen können somit nicht ohne Empirie gewonnen werden, noch kann eine Induktion ohne theoretisches Wissen auskommen. Deduktion und Induktion ergänzen sich somit ideal, da die Deduktion eine Hypothese aus einer Theorie generiert und die Induktion in diesem Zusammenhang aus beobachten und Daten erheben resultiert, um daraus wiederum eine Hypothese zu generieren. Beide Hypothesen stellen somit eine Theorie dar, die unter Anwendung einer einzigen Methode nicht aussagekräftig oder beweiskräftig genug wäre.

Beispiel einer deduktiven und induktiven Forschungsmethode

Deduktives Beispiel: Abschaffung der Atomenergie. Die Theorie besagt, dass in Deutschland lebende Personen keine Atomenergie bevorzugen. Dies würde somit bedeutet, dass beispielsweise Ihr Nachbar oder Ihr Lebenspartner die gleiche Meinung vertritt. Davon kann jedoch nicht grundsätzlich von ausgegangen werden.

Induktives Beispiel: Abschaffung der Atomenergie. Das eigene Umfeld ist beispielsweise der Ansicht, dass die Atomenergie abgeschafft werden soll. Daraus kann nun zwar die Hypothese aufstellt werden, dass diese Aussage auch für die restliche Bevölkerung in Deutschland gilt, anderseits wäre dies jedoch ebenfalls nicht aussagekräftig genug, um diese Meinung auf alle in Deutschland lebende Personen zu übertragen. Lediglich Ihr Umfeld ist dieser Meinung, welche aus Ihrer „Beobachtung“ oder „Fragestellung“ resultiert. Dass nicht nur Ihr Umfeld, sondern auch die restlichen in Deutschland lebenden Personen diese Ansicht teilen, muss folglich eine groß angelegte Befragung der Bevölkerung stattfinden. Kommt man sodann zu dem Ergebnis, dass dem so ist, hat man somit die Theorie erstellt, die besagt: Alle in Deutschland lebenden Personen sind der Ansicht, dass die Atomenergie abgeschafft werden soll.

An diesem Beispiel kann man gut erkennen, dass die deduktive Methode eine theoretische darstellt, die empirisch zu überprüfen ist, und die induktive Methode dazu dient, aus empirischen Ergebnissen eine Theorie zu generieren.

Wie in der Wissenschaft jedoch üblich, ist die Gültigkeit und Beweiskraft von Forschungsergebnissen lediglich nur so lange gültig, bis dieses Ergebnis durch eine bessere Theorie oder durch neue Erkenntnisse aufgehoben bzw. berechtigt angezweifelt werden kann.

Zusammenfassung

Die deduktive Forschung ist somit eine „Form“ des logischen Denkens, um zu einer Schlussfolgerung bezüglich bestimmter Prämissen zu gelangen. In diesem Zusammenhang wird die deduktive Forschungsmethode der induktiven gegenübergestellt und kann nicht zwangsläufig alleine betrachtet werden.

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