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Was bedeutet Crowdfunding? – Aufklärung, Vor- & Nachteile

Was bedeutet Crowdfunding

Größere private Projekte, neue innovative und nachhaltige Produkte, Start-ups oder auch Immobilien, all diese Vorhaben haben eines gemeinsam: Sie brauchen finanzielle Mittel, um bestehen zu können oder um überhaupt realisier zu werden. Leider lassen sich genau diese nicht immer durch Banken oder Investoren beschaffen, weshalb das sogenannte Crowdfunding eine gute Alternative darstellt, um Projekte finanziell zu realisieren.

Crowdfunding – Begriffsklärung

Der Begriff stammt aus dem Englischen und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen:

  • Crowd = Menschenmenge
  • Funding = Finanzierung.

Zu Deutsch bedeutet Crowdfunding im Grunde Schwarmfinanzierung und kann auch mit “Finanzierung durch Massen” übersetzt werden. Dabei erhält die “Crowd”, also die Masse, häufig auch eine Gegenleistung. Welche Gegenleistung dabei herausspringt, hängt vom Crowdfunding Modell selbst ab.

Gut zu wissen: Schwarmfinanzierung ist tatsächlich gar nicht so neu. Die Grundprinzipien dieses Modells reichen sogar bis ins 18. Jahrhundert zurück, bei dem größere Projekte durch viele Menschen beziehungsweise Bürger finanziert wurden. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der Sockel der Freiheitsstatue. Dieser wurde zum Beispiel 1885 durch die Bürger New Yorks finanziert.

Es handelt sich hier also um ein Finanzierungsmodell, das vor allem durch die Digitalisierung sowie die Vermarktung der Vorhaben über verschiedene Social-Media-Kanäle immer größere Bedeutung fand. Die Organisation findet also vor allem heutzutage immer über das World Wide Web statt.

Crowdfunding Modelle – ein kurzer Überblick

Mittlerweile gibt es mehrere Crowdfunding-Modelle, die sich darin unterscheiden, was die Crowd als Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung erhält. Dabei lassen sich drei wesentliche Modelle unterscheiden:

  • Vorverkauf-Crowdfunding: Bei diesem Modell erhält die Crowd keine monetäre Gegenleistung, sondern ein kleines Dankeschön, häufig in Form eines fertigen Produktes. Aus diesem Grund handelt es sich häufig um einen Vorverkauf. Dieses Modell wird in der Regel von Unternehmen genutzt, die ein neues Produkt auf den Markt bringen und dient auch als Marketinginstrument.
  • Spenden-Crowdfunding: Bei diesem Modell erhält die Crowd keine Gegenleistung, sondern unterstützt das Projekt in Form einer Spende. Es wird daher häufig bei sozialen oder gemeinnützigen Projekten genutzt.
  • Investment-Crowdfunding: Bei diesem Modell investieren die Anleger finanzielle Mittel in ein Projekt und erhalten dafür eine Beteiligung beziehungsweise eine feste oder auch erfolgsabhängige Rendite. Dieses Modell wird häufig von Start-ups oder kleinen Unternehmen genutzt. Aber auch Energie sowie Immobilien-Projekte werden dadurch finanziert.

Wie funktioniert Crowdfunding eigentlich?

Grundsätzlich arbeiten sogenannte Crowdfunding-Plattformen im Hintergrund, um das Vorhaben bzw. das Projekt zu realisieren. Mittlerweile spezialisieren sich die einzelnen Plattformen auch auf spezielle Branchen und Bereiche, was den möglichen Erfolg deutlich erhöht.

Hier lohnt es sich natürlich immer mehrere Plattformen miteinander zu vergleichen, da sich zum Teil die Gebühren stark unterscheiden. Hat man sich für eine Plattform entschieden, stehen im Grunde vier Phasen an:

  • Die Vorstellung des Projektes/des Vorhabens
  • Die Finanzierung
  • Die Umsetzung
  • Die Gegenleistung an die Crowd

In der ersten Phase stellen die Projektleitenden ihr Projekt vor. Dabei werden häufig Bilder, Videos und natürlich ansprechende Texte verwendet, um möglichst viele Menschen auf verschiedenen Kanälen zu erreichen. Geleitet wird das Ganze über die Crowdfunding-Plattform. Natürlich wird an dieser Stelle auch das Finanzierungsziel und der Zeitraum der Kapitaleinwerbung festgesetzt und mitgeteilt.

Nun geht es in die Finanzierungsphase, bei der es darum geht so viele Menschen wie möglich zu erreichen und von dem Projekt zu überzeugen. Nicht immer gelingt dies. Daher birgt Crowdfunding auch Risiken. Häufig ist es auch so, dass die Crowd selbst entscheiden kann, mit welchem Betrag sie sich am Projekt beteiligen will.

Wurde das Finanzierungsziel erreichen, wird das Geld an die Projektleitenden ausgezahlt und sie können in die Umsetzung gehen. Wurde das Ziel nicht erreicht, so erhalten die Unterstützer ihr Investment zurück. Hier gilt häufig das “Alles-oder-Nichts-Prinzip”.

Wurde das Projekt erfolgreich umgesetzt und finalisiert, erhält die Crowd die vereinbarte Gegenleistung. Dies hängt wie oben beschrieben vom jeweiligen Modell ab.

Tipp: Heutzutage gibt es sogar das sogenannte Abo-Crowdfunding. Bei diesem werden die Projektleitenden durch regelmäßige Zahlungen unterstützt.

Welche Vor- und Nachteile bietet dieses Finanzierungsmodell?

Auch wenn dieses Finanzierungsmodell sehr beliebt, sollte man sich sowohl mit den Vor- als auch mit den Nachteilen auseinandersetzen.

Vorteile:

  • für Start-ups sehr gut geeignet
  • Flexible und individuelle Finanzierungsmöglichkeiten
  • vor allem für private Investoren profitabel und daher attraktiv
  • direktes Feedback von der Crowd, ob das Produkt gut ankommt oder nicht
  • Marktforschung

Nachteile:

  • Plattform-Abhängigkeit
  • Alles-oder-Nichts Prinzip
  • zeitlicher und administrative Aufwand ist hoch
  • einige Kampagnen scheitern auch, d.h. keine Garantie auf Erfolg

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im kostenfreien Ratgeber https://www.anwalt.org/crowdfunding/.

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