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Was bedeutet „cholerisch“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Ein Mensch, der cholerisch ist, braust sehr schnell auf. Das zeigt sich daran, dass er oder sie bei dem kleinsten Auslöser laut und ausfallend wird. Die Worte, die nun benutzt werden, können nicht mehr kontrolliert werden. Sie werden verletzend gesagt oder herausgebrüllt. Eine cholerische Person kann auch dazu neigen, handgreiflich zu werden. Da sie sich nicht selber kontrollieren kann, bedeutet das eine große Gefahr für das Gegenüber. Im Sprachgebrauch wird gesagt, dass jemand eine kurze Zündschnur hat. Das beschreibt die Schnelle und Explosivität der Reaktion. Das Gegenüber muss jeden Moment mit der Gefahr umgehen.

Wenn Eltern cholerisch sind:

Kinder von Eltern mit diesem Temperament leben immer in einer erhöhten Aufmerksamkeit. Die Eltern oder ein Elternteil sind schnell reizbar. Die Unbeherrschtheit führt dann zu einer explosionsartigen Reaktion. Bei manchen Menschen ist der Trigger irgendwann bekannt. Kommt das Kind zu spät vom Spielen nach Hause, rechnet es dann schon mit der hochfahrenden Reaktion. Nach dem Öffnen der Türe geht es oft direkt los. Beschimpfungen folgen. Viele Kinder müssen auch körperliche Gewalt ertragen. Eine schlechte Note einer Klassenarbeit löst dann solche Attacken aus. Da die Unbeherrschtheit in der Persönlichkeit des Elternteils liegt, kann das Kind die Gefahr nicht abwenden. Selbst wenn es keine schlechte Note vorzeigt, wird sich das Problem an anderer Stelle wieder zeigen. Auf einmal wird dann der Zustand des Kinderzimmers oder sonst etwas zum Auslöser eines Wutanfalls. Kinder, die unter cholerischem Benehmen leiden, sollten sich Hilfe bei Vertrauenspersonen suchen. Mit diesen können dann Lösungswege entdeckt werden, die dem Kind das Leben erleichtern.

Wenn eine Person eines Paars cholerisch ist:

Die Reizbarkeit und die daraus resultierende Reaktion kann eine Partnerschaft sehr stark beeinflussen. Es bildet sich ein Machtgefüge, in dem der Abstand der Personen immer weiter auseinandergeht. Die cholerische Person, die bei der kleinsten Gelegenheit ausfallend reagiert, schafft sich so eine immer mächtigere Position. Viele Partner von cholerischen Menschen versuchen zu Beginn die Verhaltensweise zu besänftigen. Sie sehen sich selber als Auslöser des Verhaltens. Fortan bemühen sie sich, diesen Auslöser nicht mehr zu schaffen. Ein cholerischer Mensch hat dieses Verhalten nicht immer und mit jedem. Manchmal ist es nur auf den eigenen Partner bezogen. Sucht der Partner oder die Partnerin Hilfe bei Bekannten und Freunden, wird das beschriebene Verhalten des Cholerikers nicht geglaubt. Die eigene Schuld wird nun erneut in den Vordergrund gestellt. Wird die cholerische Person handgreiflich, sind oft blaue Flecken im Gesicht und an den Armen die Folge. Es ist in jedem Fall sinnvoll, Hilfe zu suchen. Auf diese Weise können die Schwierigkeiten bearbeitet werden.

Ursachen für cholerisches Verhalten:

Der Grund für diese Eigenschaft kann an verschiedenen Stellen liegen. Es ist möglich, dass der Mensch bereits als Kind unter genau solchem Verhalten gelitten hat. Über Gefühle zu reden fiel vielleicht schon dem Vater oder der Mutter schwer. Das Rollenmodell wird von dem Kind weitergetragen. Die Unfähigkeit, unangenehme Empfindungen auszudrücken, führt dann zu einem Stau. Wie bei einem Schnellkochtopf steigt der Druck immer weiter an. Zuerst wird das nicht wahrgenommen. Der Druck wird erst empfunden, wenn es zur Explosion kommt. Jeder Schnellkochtopf besitzt ein Überdruckventil. An dieser Stelle kann der Druck im Inneren reguliert werden. Dieses Ventil müssen die betroffenen Menschen für sich selber finden lernen. Körperliche Aktivität, Musik hören oder etwas anderes kann zur Entspannung sorgen. Wurde der Gefühlsdruck auf diese Weise verringert, ist wieder ein vernünftiges Gespräch möglich. Bei einigen Menschen ist geringes Selbstwertgefühl die Ursache für cholerisches Benehmen. Sie empfinden sich ständig als weniger wertvoll. Jede Kritik oder Kommentare lösen das Gefühl von Wut aus. In diesem Fall ist es wichtig, dem Problem auf den Grund zu gehen. Nur so kann das Selbstbild positiv werden. Damit ist dann die Belastbarkeit auch wieder in dem ausreichenden Maß vorhanden.

Verletzungen:

Wenn ein Teil des Paares unter solchem Verhalten leidet, kann es zunächst versuchen, das eigene Verhalten anzupassen. Mit dem Partner können dann Mechanismen abgesprochen werden, die das Zusammenleben angenehmer machen. Dazu kann auch die Hilfe von einer externen Person hinzugezogen werden. Sollten alle Maßnahmen nicht fruchten, muss irgendwann eine Entscheidung getroffen werden. Manchmal besteht die einzige Möglichkeit in einer Trennung. Ist die Beziehung über einen langen Zeitraum gewachsen, ist das besonders schwierig. Doch letztendlich ist der Schritt wichtig, damit beide Personen gut für die eigene psychische Gesundheit sorgen können.