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Was bedeutet „annektiert“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Begriffe gehen durch die Nachrichten oder man hört es in Gesprächen und in Büchern liest man es. So ist es auch mit „annektieren“. Man hört es immer wieder, doch was ist damit gemeint?

Herkunft

Der Begriff „annektieren“ oder „Annexion“ kommt aus dem lateinischen und heißt soviel wie „anknüpfen“ oder „anbinden“ und damit sieht man schon, worum es geht. Etwas bindet man an sich, aber das ist noch zu unspezifisch.

Völkerrechtlicher Begriff

Vor allem ist diese Begriff völkerrechtlich im Gebrauch und bezeichnet die widerrechtliche Aneignung eines Gebietes durch ein anderes Gebiet. Ein Land A kann ein kleinen Teil von Land B oder ganz Land B in sein eigenes Staatsterritorium eingliedern, ohne dass Land A dem zugestimmt hat. Und schon handelt es sich um eine widerrechtliche Aneignung und ist gegen die Integrität eines souveränen Staates gerichtet.

Gewaltsame Verschiebung von Grenzen

Grenzen werden damit verschoben und das meistens mit Gewalt oder der Drohung von Gewalt. Man will einen Teil eines Landes haben und nimmt es sich und hat so im Alleingang die Grenzen verschoben und Tatsachen geschaffen, die nur schwer wieder zu korrigieren sind, wenn das andere Land nicht mächtig oder einflussreich genug ist, um etwas dagegen zu tun.

Keine Besetzung

Man möchte meinen, dass das Wort „Besetzung“ ein Synonym sein kann, doch das ist nicht so, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag. Ein Land, das man besetzt, wie es nach dem Zweiten Weltkrieg war, ist keine Annexion, weil man das Land nicht zum Teil des eigenen Landes erklärt, sondern nur mit eigenen Truppen besetzt. Das Land bleibt das Land und bleibt in seinen Grenzen auch komplett intakt, so strittig eine Besetzung auch immer sein kann.

Angst vor Annexionen

Man hat sich nach dem Weltkrieg drauf geeinigt, dass das nicht zur Politik gehören sollten und dass man nicht einfach mit Gewalt Grenzen verschieben kann oder darf. Denn wenn man einmal damit anfängt, setzt man eine Spirale von Gewalt in Gang, die nur schwer mit friedlichen Mitteln zu lösen ist. Erst fängt ein Land damit an, dann ein anderes und dann rüsten die Länder wieder auf, damit sie sicher sein können, dass ihre Integrität gewahrt bleibt. Es ist also ein Gewaltakt, der sich gegen mehr richtet als nur das Land, von dem man etwas haben will und das man sich einverleibt. Es ist ein Gewaltakt, der weitreichende Konsequenzen haben kann, die vielleicht auch erst Jahre oder Jahrzehnte später greifbar sind.

Das ist der Grund, warum man Länder mit harten Sanktionen belegt, die sich daran nicht ahlten und sich andere Länder einverleiben wollen, statt sie nur zu besetzen, denn hier gibt es wie oben beschrieben einen Unterschied, der auch wahrgenommen wird und akzeptiert wird. Grenzen aber mit Gewalt zu verschieben kann zu einer Kettenreaktion führen und schon können sich ganz andere Länder, die sich als Schtuzmächte verstehen, im Krieg gegeneinander befinden und niemand weiß mehr, die genau das eigentlich angefangen hat. Diplomatie und Demokratie können so nicht gedeihen und wirken, wie sie sollten.

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