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Was bedeutet Ambivalenz? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

Was bedeutet Ambivalenz

Kennen Sie das? Sie unterhalten sich gerade mit jemandem, dem sie imponieren wollen, mit Ihrer Redegewandtheit können Sie stets brillieren. Auf einmal kommen Sie ins Stocken, ein bestimmtes Fremdwort liegt Ihnen gerade auf der Zunge. Sie sind sich nicht mehr sicher, welche Bedeutung es hat. Und deshalb lassen Sie es dann doch lieber in Ihrer Gedankenkiste liegen. Auf der einen Seite liebt man die Sprache und die Vielfalt an unterschiedlichsten Fremdworten. Auf der anderen Seite treibt sie einen so manches Mal in den Wahnsinn. Ihre Gedanken zu Fremdworten sind ambivalent zueinander. Wie bitte? Da haben wir es, was bedeutet doch gleich Ambivalenz?

Wortherkunft & Bedeutung

Wie so viele Worte unseres täglichen Sprachgebrauchs ist das Wort Ambivalenz eine Ableitung aus der lateinischen Sprache. Dort steht „ambi“ für „von zwei Seiten“ und „valens“ für stark, mächtig. Wenn man diese Worte nun zusammenfügt, ergibt „sich von zwei Seiten mächtig“ und das beschreibt den Begriff schon ziemlich gut. Es geht um zwei oder mehr Positionen, die dem abwägenden Menschen gleich stark erscheinen.

Bei der Ambivalenz handelt es sich um psychologische Funktionen im Inneren unseres Gehirns. Hierbei spielen sich komplexe Prozesse darin ab, die Entscheidungsschwierigkeiten hervorrufen. Es kommt zu einem inneren Konflikt, welcher es Ihnen erschwert, eine Abwägung in sich ausschließenden Einstellungen und Handlungstendenzen zu treffen. Ambivalent denkende Menschen neigen dazu, verschiedene Sichtweisen als richtig zu betrachten. Häufig stehen diese im Gegensatz zueinander. Das Fassen einer endgültigen Entscheidung fällt noch schwerer.

Das Wort gilt in unserem täglichen Gebrauch als vorbelastet, da es negativ assoziiert wird. Jedoch kann die Ambivalenz auch positive und befreiende Einflüsse auf die Abwägung von Entscheidungen haben. Wer mit diesen inneren Konflikten gut umgehen kann, dem bieten sich alternative Lösungsansätze für zu treffende Entscheidungen oder eventuelle Problematiken. Stellen Sie sich vor, Sie hätten für jegliche Beschlussfassung immer eine oder mehrere Alternativen parat, zwischen denen Sie gründlich Abwägen können. Die beste gewinnt am Ende das Rennen.

Die Ambivalenz muss nicht ausschließlich auf Gedanken bezogen werden. Sie ist auch auf das gleichzeitige Bestehen von Wünschen, Gefühlen und Beurteilungen anzuwenden.
Hierbei unterscheidet man zwischen affektiver Ambivalenz (Gefühle), voluntärer Ambivalenz (Wünschen) und intellektueller Ambivalenz.

Andere zutreffende Synonyme für Ambivalenz, die hier zu nennen sind, wären zum Beispiel: Innere Auseinandersetzung, doppeldeutig, doppelsinnig, innerer Konflikt, zwiespältig, mehrdeutig, paradox, Widersprüchlichkeit, innerer Kampf, Antagonismus, Gegensatz, Widerstreit oder auch Entscheidungsschwierigkeiten.

Beispiele:

Um Ihnen die Bedeutung des Begriffs noch etwas näher zu bringen, haben wir einige Beispiele für Sie vorbereitet, in welchen Zusammenhängen der Begriff genutzt werden kann.

1.
Meine Frau denkt, dass Schönheitsoperationen etwas Gutes sind, ambivalent dazu glaubt Sie das diese schlecht für die Außenwirkung einer Person sein können.

2.
Der Chef eines Unternehmens handelt ambivalent, indem er sich öffentlich zur Abschaffung von Mindestlöhnen einsetzt und seine Mitarbeiter mit selbigen bezahlt.

3.
Deine Aussagen sind ambivalent, du kannst dich nicht gegen Mobbing positionieren und gleichzeitig einer der größten Mobber der Schule sein.

4.
Der hier hervorgebrachte Vergleich ist nicht repräsentativ, er verdeutlicht die Ambivalenz zwischen beiden Aussagen des Angeklagten.

5.
Meine Gedanken zu ihr sind ambivalent, auf der einen Seite liebe ich ihre extrovertierte Art, auf der anderen Seite gefällt es mir nicht, dass sie ständig im Mittelpunkt stehen möchte.

6.
In meiner Gefühlslage spiegelt sich meine Ambivalenz. Auf der einen Seite möchte ich unbedingt einmal heiraten, andererseits fühle ich mich aber auch allein sehr wohl.

7.
Viele Patienten, die in meine Hypnose Sitzungen kommen, äußern am Anfang ihre Ambivalenz gegenüber dieser Verfahrensweise.

8.
Eine ambivalente Einstellung zur Politik kann auch nützlich sein, um Thematiken aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Fazit

Wie in der Erklärung erwähnt, handelt es sich bei der Ambivalenz um die psychische Zerrissenheit in Bezug auf Gefühle, Gedanken oder Wünschen.
Das Hauptwort „Ambivalenz“ wird in Konversationen eher selten verwendet, häufiger findet das Verb „ambivalent“ seine Verwendung. Wir sprechen hier von einem bildungssprachlichen Ausdruck, der eher selten in einem Gespräch zum Beispiel zwischen zwei Freunden verwendet wird. In den meisten Fällen wird der Begriff in der Literatur und im Fachjargon angewendet. Das Wort wird in einer Unterhaltung durch ein anderes passendes Synonym ersetzt.

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