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VHB – Was bedeutet Verhandlungsbasis im Online Handel?

VHB - Was bedeutet Verhandlungsbasis im Online Handel

Immer mehr Verbraucher kaufen heute alle möglichen Dinge online. Das war schon in den letzten Jahren so, seitdem der Siegeszug des Internets begann. Und zu Zeiten des Home-Office boomte der Online-Handel sowieso. Das wird sicher auch so bleiben. Und oft kaufen Menschen daher auch gebraucht von privat. Dabei sind nicht alle Angebote Festpreise oder Auktionen. Vielfach begegnet dem Interessenten in Online Anzeigen auch das Kürzel „VHB“ neben dem aufgerufenen Verkaufspreis.

Auch „VB“ ist ebenso gebräuchlich, meint aber dasselbe. Mit diesem Kürzel bezeichnet der Verkäufer den Umstand, dass der gebraucht angebotene, zum Verkauf stehende Artikel zwar einen bestimmten Preis hat, den er gern bekommen möchte, er aber auch noch bereit ist, über die Höhe des Verkaufspreises zu verhandeln. Der Preis muss daher nicht das letzte Wort sein. Das ist bei Neuwaren durch gewerbliche Händler im Verkauf anders. Hier gilt der genannte Preis, es sei denn der Händler ermäßigt ihn in seinem Ermessen durch eine Preissenkung oder einen Rabatt oder lässt Gutscheine und Gutscheincodes in der Kassenabrechnung des Onlineshops zu. Dazu gehört auch Skonto, wenn zum Beispiel Vorkasse als Zahlungsart gewählt wird.

Vor allem 2 Varianten üblich

Wenn ein Preis „VHS“ ist, gibt es in der Regel 2 Optionen, die in der Praxis vorkommen. Das war früher in Kleinanzeigen in Printzeitschriften schon so und wurde auch im Online-Handel im Netz genauso übernommen. Bei der ersten Variante steht das Kürzel „VHS“ oder „VB“ direkt neben dem Preis. Hiermit signalisiert der Verkäufer, dass er bereits eine bestimmte feste Preisvorstellung hat, aber unter Umständen noch bereit ist, den Preis realistisch nachzuverhandeln. Zum Beispiel kann das Verhandlungsergebnis auch sein, dass der Verkäufer dem Käufer den Artikel zwar zum genannten Preis verkauft, aber den Versand, der ansonsten noch auf den Verkaufspreis aufgeschlagen würde, erlässt. Und auch eine Verhandlung über den Preis muss realistisch sein. Ein VHB 100 – Preis wird nicht durch ein Käuferangebot von „30“ erfolgreich nachverhandelt.

Hier wird der Verkäufer vermutlich gar nicht reagieren, aber ganz sicher ablehnen. Die zweite Variante ist etwas komplizierter. Wenn nur VHB ohne einen Preis genannt ist, kann der Interessent auch unrealistische Wunschpreisvorstellungen nennen. Zum Beispiel bietet er für einen Gebrauchtwagen, der vielleicht 1000 Euro wert ist, nur 20 Euro. Wenn nur „VHB“ dort steht, wird der Verkäufer erwarten können, dass der Käufer und Interessent auch einen realistischen Preisvorschlag macht. Eigentlich ist die korrekte Abkürzung für solche Konstellationen auch VS (= Verhandlungssache), weil von vornherein eine Preisverhandlung angedacht ist.

Guter Einstieg für beide Seiten

Von einer VHB Preisgestaltung profitieren beide Seiten. Die Verkäufer erhalten zunächst mehr Angebote, weil es Interessenten gibt, die von festen Preisen abgeschreckt werden und etwas Spielraum wünschen, weil es gerade zum Beispiel bei gebrauchten Waren auch Mängel gibt, die nachverhandelt werden können und sollten. Und somit kann der Käufer versuchen, noch etwas am Preis zu verändern. Der Verkäufer sieht auch zunächst, ob seine Preisvorstellung am Markt überhaupt realistisch durchzusetzen ist. Außerdem kann er auch jederzeit noch die Verhandlungen abbrechen. Das gilt natürlich auch für den Interessenten. Denn durch die Verhandlungen über den Preis wird noch kein rechtsgültiger Kaufvertrag geschlossen.

Ein rechtsgültiger Kaufvertrag mit Angebot und Annahme und zwei übereinstimmenden Willenserklärungen entsteht zivilrechtlich erst, wenn sich beide Parteien auf einen festen Preis letztlich geeinigt haben. Übrigens, ein Preis VHB stellt keine Pflicht zur Preisverhandlung dar. Es kann auch anstandslos der genannte Preis gezahlt werden, wenn der Käufer den Artikel unbedingt haben will und gar kein Interesse an einer Preisnachverhandlung mit etwaig unsicherem Ausgang hat. Und manchen Käufern ist das Gefeilsche um den Preis sogar lästig und unangenehm. Das ist wie eine soziale Hemmschwelle, die viele nicht durchbrechen wollen und lieber den genannten Preis zahlen.

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