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Umgedrehtes Pentagramm Symbol – was bedeutet es?

Umgedrehtes Pentagramm Symbol

Beim Drudenfuß handelt es sich um ein invertiertes Pentagramm, das auf dem Kopf steht. Ein Pentagramm ist ein fünfstrahlige Stern, bei denen zwei Zacken nach unten zeigen, zwei zur Seite und eine nach oben. Jedes Pentagramm kann in einem Zug ohne abzusetzen gezeichnet werden. Beim Drudenfuß zeigt die eine Zacke nach unten, zwei zur Seite und zwei nach oben. Optisch mutet dieses umgekehrte Pentagramm an wieder Fußabdruck eines Paarhufers, beispielsweise einer Ziege.

Etymologie

Der Begriff Drude stammt vom althochdeutschen „trut“ und vom mittelhochdeutschen „trut(e) ab und bedeutet „Hexe, Dämon, Unhold). Diese Wesen sollen angeblich Albträume verursachen können, ähnlich einem Incubus, allerdings ohne dessen sexuelle Komponente. Seit dem Mittelalter gibt es das Wort auch in der Verbindung mit Fuß als spätmittelhochdeutsch „trutenvuoz“ (Drudenfuß) und weist damit auf die Bedeutung „dämonischer Fußabdruck“ hin. Im Volksglauben wird diesen Druden ein Fußabdruck zugeschrieben, der aussieht wie der eines Vogels oder einer Ente, was wiederum aussieht wie der Drudenfuß.

Andere Wörter für den gleichen Terminus

Synonyme für Drudenfuß sind unter anderem: Alfenfuß, Alpfuß, Alpkreuz, wobei der erste Wortteil „Alf- oder Alp-“ auf den Bezug zu übernatürlichen Wesen (Alfen, Elfen) hindeutet, bei denen in diesem Fall eher die dämonische Variante gemeint ist. Auch der Ausdruck Pentalpha für die Figur ist bekannt, weil ein Pentagramm auch aussieht, als seien fünfmal der Großbuchstabe A (Alpha) übereinandergelegt.

Heraldik

In der Heraldik (Wappenkunde) bzw. auf alten Wappen kann dieses Zeichen bereits seit Jahrhunderten gefunden werden. Häufig diente es wohl als Zeichen Symbol für die Abwehr gegen Böses. Bei den meisten dieser Pentagramm zeigt der eine Zacke nach oben, aber es gibt auch welche, wo er nach unten zeigt, zum Beispiel beim Weiler Rems, einem Stadtteil von Schorndorf oder bei der niederländischen Stadt Haaksbergen. Auch in modernen Wappenzeichen findet sich das Pentagramm, beispielsweise bei der U.S. Air Force oder im italienischen Wappen. Für beide Varianten (Zacken nach oben/Zacken nach unten) wird in der Heraldik allerdings der Begriff Drudenfuß benutzt.

Geschichte des Zeichens

Bekannt ist das Zeichen jedenfalls bereits in der Antike. Ursprünglich wurde es lediglich als Band Zeichen gegen das Böse verwendet. Dass es mit dem Satanismus in Verbindung gebracht wird, ist eine Entwicklung, die erst aus dem neunzehnten Jahrhundert stammt.

Volksglauben

Das Zeichen des Drudenfußes fand sich seit dem Mittelalter als Schutzzeichen an Häusern und vielen Gegenständen des häuslichen Alltags, um bestimmte Zauberwesen oder ganz allgemein das Böse abzuwehren. Beliebte Stellen, wo das Symbol angebracht wurde, waren Kinderwiegen, Ehebetten Türschwellen, Hauseingänge, Dachfirste, Viehställe etc.

Goethe

In seinem Faust lässt Goethe Mephisto sagen: „Gesteh‘ ichs nur! / dass ich hinausspaziere / Verbietet mir ein kleines Hindernis, / Der Drudenfuß auf eurer Schwelle -“ Hier bezieht Goethe sich auf den Volksglauben, dass bestimmte Symbole Dämonen bannen und fernhalten könnten. Da in diesem Fall der Drudenfuß allerdings nicht exakt gezeichnet war, konnte Mephisto das Studierzimmer Fausts betreten, aber nicht mehr verlassen.

Anthroposophie

Der Anthroposoph Rudolf Steiner deutete den Drudenfuß als Zeichen schwarzer Magie, wobei die nach unten gerichtete Spitze so interpretiert wird, dass sie negative Kräfte aus der Erde zieht, die der schwarze Magier durch die beiden oberen Zacken nach außen wirken lassen kann.

Éliphas Lévi

Der französische Okkultist Éliphas Lévi interpretierte das auf dem Kopf stehende Pentagramm als „Zeichen der Ziege des Sabbats“, wobei hier die Ziege als Symbol für den Teufel bzw. den siebenköpfigen Dämon Baphomet steht. Die fünf Zacken des Drudenfußes symbolisieren dessen Hörner (die beiden oberen Zacken), die Ohren (die nach links und rechts zeigenden Zacken) und den Spitzbart (die nach unten zeigende Zacke).

Wicca

Im Wicca-Glauben sind die fünf Zacken des Pentagramm jeweils einem Element (Erde, Feuer, Wasser, Luft) plus dem Element Geist gewidmet. Normalerweise wird bei den Wicca das klassische Pentagramm benutzt (zwei Zacken nach unten), aber im zweiten Ausbildungsjahr zur Wicca, in der bei den Lehrlingen sozusagen die Welt auf dem Kopf steht, tragen sie das Pentagramm als Drudenfuß, der hier allerdings keinerlei negative Assoziationen besitzt.

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