Skip to content
Fachwort24.com » Wortunterschiede » These & Hypothese – was ist der Unterschied?

These & Hypothese – was ist der Unterschied?

These & Hypothese - was ist der Unterschied

Wenn man in der Wissenschaft was werden möchte oder auch nur hindurchnavigieren möchte, dann lohnt es sich, genau zu wissen, wovon man spricht, was man vor sich hat und wie man die Begriffe nutzt, die in der Wissenschaft vorkommen. Und so ist es mit den Wörtern „These“ und „Hypothese“, die immer wieder auftauchen und mit denen man umzugehen wissen sollte, da es Handwerkszeug aller wissenschaftlicher Arbeit ist.

Die These

Eine These, abgeleitet vom Griechischen, was „Setzung“ oder „Satz“ bedeuten kann, ist genau das. Man setzt einen Satz in den Raum und damit auch einen Inhalt, der zur Diskussion anregen kann. Meistens sind diese Behauptungen kontrovers und sollten es auch sein und meist ist dazu leicht auch eine Gegenthese zu formulieren.

Wichtig ist, dass man mit einer These eine Interpretation bestehender Fakten liefert, nicht einfach sagt, dass etwas so oder so ist.

Beispiel: „Der Klimawandel wird zu großer Trockenheit in Deutschland führen und zu Ernteeinbußen führen.“

Die Hypothese

Die Hypothese gehört zur These, ist sozusagen eine Unterart dieser und im Kern spezifischer und wird vor allem in der Wissenschaft aufgestellt, überprüft und erweitert oder verworfen.

Eine Vermutung wird hier als wahr angenommen und jetzt wird wissenschaftlich und mit empirischen Methoden überprüft, ob sie sich bestätigen lässt oder ob sie scheitert. Sie hat deshalb vorläufigen Charakter, dient nicht als Erklärung für Dinge, die man beobachtet und gehört hat.

Auch sind Hypothesen Verbindungen zwischen mindestens zwei sogenannter Variablen. Hier soll ein Zusammenhang hergestellt werden, den man überprüfen kann. Deshalb heißen Hypothesen auch „Wenn-dann-Satz“.

Beispiel: „Wenn man arbeitslos ist, dann verringert sich die gesellschaftliche Teilhabe.“

Man kann (muss) die Variablen klar erkennen können und operabel sein, widerspruchsfrei sein, überhaupt falsifizierbar sein, also nachprüfbar sein. Es nützt nichts, wenn eine Hypothese überhaupt nicht überprüft werden kann.

Sorgfalt ist wichtig

Man sollte in der Wissenschaft immer sehr sorgfältig umgehen mit dem, was man formuliert, was man misst und was man herausfinden will. Und man sollte es auch anderen Menschen erklären können, denn es sind keine Meinungen, sondern hart geprüfte Fakten, die man durch Sammlung von Daten herausgefunden hat, um so der Wahrheit näherkommen zu können. Schlampig sein ist keine Option, denn so werden Ergebnisse verfälscht.

Nicht Wahrheit, sondern Irrtum

In der Wissenschaft geht es nicht darum, Meinungen für bare Münze zunehmen und einfach zu schreiben, was man gerade denkt. Ebenso geht es nicht um unumstößliche Wahrheiten. Man stellt Thesen und Hypothesen auf und überprüft sie mit seinen Möglichkeiten der Zeit, die man hat. Das kann sich über Jahrhunderte oder gar Jahre und Jahrzehnte verändern und deshalb ändern Wissenschaftler nicht ihre Meinung, sondern wie passen ihre Aussagen durch neue Erkenntnisse an. Das sollte man respektieren und man sollte es nicht mit dem öffentlichen Diskurs verwechseln, denn ein Gespräch am Stammtisch oder beim Geburtstag verläuft selten nach wissenschaftlichen Standards und es ist auch unmöglich, an einem Abend komplexe Sachverhalte zu falsifizieren und zu belegen oder zu widerlegen. Kriterien sind hart und scharf und sollten es auch sein und dafür sind Thesen und vor allem Hypothesen ein Anfang, die nicht einfach so rausgehauen werden, sondern schon gewissen Kriterien unterworfen sind.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.