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Geld beruhigt die Nerven – warum sagt man das? – Aufklärung

Geld beruhigt die Nerven

Die negativen kognitiven und physischen Folgen eines früh erfahrenen Geldmangels wurden von der Wissenschaft lange Zeit stark unterschätzt und es zeigt sich erst in der neueren Zeit, dass dieser nicht nur Auswirkungen auf die Lebenserwartung, sondern ebenfalls auf die emotionale Stabilität des Nachwuchses hat. Dabei ist es ja häufig so, dass Menschen sagen, Geld sei nicht wichtig – jedoch ist diese Erfahrung nur für Personen korrekt, die diesen Mangelzustand nicht am eigenen Leibe erfahren mussten. Es ist also entscheidend zu betonen, dass Wissenschaftler eine gewisse soziale Problematik in vielen Fällen nicht korrekt einschätzen können, da sie aus relativ „behüteten“ Verhältnissen kommen. Der Personenkreis, der die Disparitäten eher verstehen kann, macht in unserer Gesellschaft in den meisten Fällen leider noch keine Hochschulkarriere.

Die Intuition des Volksmundes

Der Satz „Geld beruhigt die Nerven“ ist ein typischer Ausspruch des Volksmundes, der häufig über eine gute Intuition verfügt, wenn es um ein Verständnis sozialer Stressoren geht. Hier ist eine Einsicht über komplexe Zusammenhänge vorhanden und darüber, dass gerade in einer Familie ein stabiles Einkommen benötigt wird um über die Runden zu kommen. Unsere Gesellschaft kann aktuell nicht jedem Menschen oder jeder Familie eine gute Grundlage bieten, was mit den ständig wachsenden Lebenshaltungskosten, den steigenden Mieten und ähnlichen Faktoren zusammenhängt. Wer keine Nahrungsmittel für seine Familie besorgen und nur mit größter Not die Heizkosten bezahlen kann, lebt in dauernder Angst, die täglich an den Nerven kratzt.

Auch wenn das eigene Leben im Vergleich zu den Existenzbedingungen in manchen Entwicklungsländern „einfach“ aussehen mag, so ist es auch der Vergleich mit dem gesellschaftlichen Standard, der den Menschen mit sogenannter „relativer Armut“ das Leben erschwert. Armut und das „Sich-nichts-leisten-können“ unterliegen in unserer gesellschaftlichen Realität auch noch immer einem Stigma; es wird häufig davon ausgegangen, dass die Schuld bei einem selber liegt und dass man schlicht und einfach zu schwach ist, für eine Familie zu sorgen.

Die Not der Kinder

Besonders in der Kinder- und Jugendzeit wird das eigene Leben viel mit der so genannten Peer Group verglichen. Kinder, deren Eltern nicht über die Mittel verfügen, einen Kindergeburtstag auszurichten oder ab und zu in den Urlaub zu fahren, können häufig nicht mitreden und werden schnell ausgeschlossen. Diese Situation verschärft sich im Jugendalter, in dem es darum geht, sich mit viel Style zu präsentieren, um sich anzupassen oder in einer ganz eigenen Form abzugrenzen. Kinder und Jugendliche, die die Erfahrung gemacht haben, dass sie sehr selten das bekommen und erfahren, was in der Gesellschaft der Standard zu sein scheint, erfahren das als Stress und als körperliche und nervliche Schädigung.

Man darf also zurecht sagen, dass Geld die Nerven beruhigt, weil eine gewisse Form von Stabilität nur mit Hilfe einer finanziellen Basis möglich ist. Ist diese nicht vorhanden werden Sorge und Angst schnell ein Teil des eigenen Lebens und übernehmen die alltägliche Kontrolle. Stress und nervliche Anspannung sind aber ernst zu nehmende Symptome, die dauerhaft dem Immunsystem schaden können und sich auf die Herzgesundheit auswirken. Während es also korrekt ist, dass viel Geld nicht unbedingt glücklich macht, muss man auch und vor allem betonen, dass die psychische und physische Gesundheit unter einem Geldmangel und damit einem Mangel an Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen erheblich leidet.

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